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Ulm

30.05.2017

Nach Leichenfund: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Ulm - Toter bei Wohnungsbrand gefunden Nach dem grausigen Fund im vierten Stock eines brennenden Mehrfamilienhauses (das Foto zeigt den Einsatz) in der Ulmer Schillerstraße gibt es nun wohl Gewissheit: Der 64-jährige Mann, den die Feuerwehrleute, wie berichtet, am Dienstagabend in einer Zwei-Zimmer-Wohnungen tot aufgefunden haben, wurde vermutlich umgebracht.
Bild: Thomas Heckmann (Archiv)

Bei einem Brand in einem Haus in Ulm entdeckten Löschkräfte einen toten 64-Jährigen. Nun ist klar: Der Mann wurde erstochen. Und es gibt ein Geständnis.

Nach dem grausigen Fund im vierten Stock eines brennenden Mehrfamilienhauses in der Ulmer Schillerstraße gibt es nun wohl Gewissheit: Der 64-jährige Mann, den die Feuerwehrleute, wie berichtet, am Dienstagabend in einer Zwei-Zimmer-Wohnungen tot aufgefunden haben, wurde wohl umgebracht. Davon gehen die Ermittler aktuell aus, wie die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Ulm gestern in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gaben. Am Wochenende kam es in der Sache zu einer Festnahme: Es handelt sich um einen 15 Jahre alten Jugendlichen. Er stehe unter dringendem Tatverdacht, den 64-Jährigen in dessen Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben, heißt es. Kurz darauf soll der Jugendliche Feuer gelegt haben und anschließend geflüchtet sein.

Der schnelle Fahndungserfolg sei den intensiven Ermittlungen der Sonderkommission „Schiller“ zuzuschreiben, teilen die Behörden weiter mit. Demnach waren die mit dem Fall betrauten Polizisten dem Verdächtigen nach Zeugenhinweisen und umfangreichen Recherchen auf die Spur gekommen.

Im Zuge der weiteren Untersuchungen konnten den Beschuldigten deutlich belastende Indizien ermittelt werden, heißt es in der Mitteilung. Die gesicherten Spuren untermauern den Verdacht, dass der Jugendliche den 64-Jährigen ohne weitere Mittäter in der Wohnung tötete. Der Tatverdächtigte habe im Laufe seiner Vernehmungen die Messerstiche eingeräumt.

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Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm erließ der zuständige Bereitschaftsrichter des Amtsgerichts Ulm am Samstag Haftbefehl gegen den 15-Jährigen. Er wurde inzwischen in eine Justizvollzugseinrichtung gebracht. Der Jugendliche hielt sich in Ulm ohne festen Wohnsitz auf: Nach derzeitigem Kenntnisstand soll der Jugendliche eine Übernachtungsmöglichkeit gesucht haben. Im Zuge der Ermittlungen konnten Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Straftaten aufklären, die nun dem 15-Jährigen zur Last gelegt werden. Unter anderem soll er vor einer Woche in Beimerstetten (Alb-Donau-Kreis) in einem Wohnhaus einen Brand gelegt haben. Das Feuer, das er dort im Treppenhaus gelegt haben soll, war frühzeitig entdeckt und gelöscht worden. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Der Leichenfund in dem Mehrfamilienhaus in der Schillerstraße hatte in der Nachbarschaft Entsetzen ausgelöst. Der 64-Jährige hatte alleine im Obergeschoss des Eckhauses mit insgesamt zwölf Wohnungen gelebt. Eine Frau, die in dem selben Gebäude wohnt, beschrieb ihren Nachbar als einen „netten Mann“. Anwohner berichteten von einer blutverschmierten Leiche, die aus dem Haus getragen worden sei. Andere wollen die Flucht des Täters über den Bahnhofssteg an der Schillerstraße in Richtung Innenstadt beobachtet haben. Gemunkelt wurde, dass der 64-Jährige seinen Mörder freiwillig in die Wohnung gelassen haben muss. Der Mann könnte den obdachlosen Jugendlichen am Ulmer Bahnhof kennen gelernt haben, sagte die Ulmer Polizei auf Anfrage. (az)

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