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Illertissen

26.03.2015

Naturschützer kritisieren Flächenverbrauch

Der Kreisvorstand des Bundes Naturschutz (von links): Georg Neuner, Werner Rieger, Bernd Kurus-Nägele, Wolfgang Döring, Ernst Renner (Es fehlt Thomas Dombeck). 
Bild: Bund Naturschutz

Kreisverband prangert in Illertissen Verlust von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere an

Illertissen Der ungebremste Flächenverbrauch und damit der Verlust von Lebensräumen bleibt das größte Sorgenkind der Natruschützer. Das machten Vertreter des Kreisverbandes Neu-Ulm im Bund Naturschutz (BN) laut einer Pressemitteilung in ihrer Jahresversammlung in Illertissen deutlich.

Kreisvorsitzender Wolfgang Döring wies demnach in seinem Bericht darauf hin, dass in allen Städten und Gemeinden des Landkreises der Flächenverbrauch nach wie vor ohne erkennbare Trendwende unaufhörlich voranschreite. Neben Ausweisungen von neuen Wohnbau- und Gewerbegebietsflächen zeige auch der Straßenbau offensichtlich mit der gerade laufenden Planung des vierspurigen B10-Ausbaues in einem Landschaftsschutzgebiet keinerlei Rücksichtnahme auf den Erhalt des Schutzgutes Boden. Dies sei jedoch der Weg in die umweltpolitische Sackgasse mit entsprechenden negativen Folgen der Wasseraufnahme des Bodens in den Flußtälern, der kleinklimatischen Bedingungen in den Städten und des Biotopverbundes in den restverbliebenen Freiflächen, kritisierte Döring.

In der Energiepolitik sei durch die 10H-Regelung zur Nutzung der Windenergie der sehr guten Vorarbeit des Regionalverbandes mit der Ausweisung von Vorrang-Gebieten für Windkraft ein Bärendienst erwiesen worden. Diese angebliche übergeordnet wichtigen Faktoren bremsten die gute Vorlage zur Entwicklung von Windkraftanlagen, und somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende nahezu flächig aus. Hier sei ein Einlenken der Staatsregierung dringend geboten, bevor die Planung von Windkraftanlagen zur Nullnummer verkomme, so der BN-Kreisvorsitzende.

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Der Kreisgeschäftsführer Bernd Kurus-Nägele konnte auf einen guten Roggenburger Öko-Markt zurückblicken, der nach wie vor die Hauptveranstaltung der BN-Kreisgruppe Neu-Ulm im Jahreslauf darstellt. 60 ehrenamtliche Aktive des BN konnten laut Kurus-Nägele in Kooperation mit dem Bildungszentrum die Idee regionaler Qualitätsprodukte wieder einmal einer Besuchergruppe von rund 10000 Menschen nahebringen konnten.

Kurus-Nägele berichtete weiter, dass im Artenschutz durch das Aufstellen und Betreuen von neun Amphibienschutzzäunen an verschiedenen Standorten im Landkreis, wie etwa in Pfuhl-Thalfingen insgesamt rund 2000 Kröten ,Frösche und Molche vor dem sicheren Straßentod gerettet werden konnten. In der Landschaftspflege wurden 24 Biotope des Bund Naturschutz von der Feuchtwiese bis zum Halbtrockenrasen auf einer Fläche von rund 16 Hektar betreut und gepflegt.

In einem Projekt zur Erfassung von Wildkatzen betreuten ehrenamtliche Helfer 54 Lockstöcke, die in den Wäldern des Landkreises aufgestellt wurden. So solle über Haaranalysen die Ausbreitung des Wildtieres „Wildkatze“ nachgewiesen werden, erklärte Kurus-Nägele. In der Umweltberatung konnten über 100 Anfragen von Bürgern zu den Themen „Naturnaher Garten“, „Tierschutz“, „Energiesparen“, „Öko-Bau“ und „Nachbarschaftsrecht“ beziehungsweise „Altbaumerhalt“ behandelt werden. In der Umweltbildung, so der Geschäftsführer, wurden in 54 Veranstaltungen vom Vortrag bis zur Exkursion rund 1200 Teilnehmer begrüßt.

Kreisvorsitzender Döring heilt fest, dass die über 2000 Mitgliedern im Kreis sowie alle, die das 40-jährige Jubiläum des Bund Naturschutz im Kreis Neu-Ulm erst möglich gemacht hätten und durch ihre Beiträge die Unabhängigkeit des Verbandes garantierten.

Bei den Neuwahlen wurden Wolfgang Döring als Kreisvorsitzender, Thomas Dombeck als Stellvertreter, Werner Rieger als Kassierer sowie Ernst Renner und Georg Neuner als Beisitzer gewählt. (az)

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