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Forstwirtschaft

10.05.2011

Naturverjüngung: Ein Jungbrunnen für den Wald

An unterschiedlichen Waldstandorten im östlich von Matzenhofen liegenden Wald von Karl Graf Moy vermittelte gräflicher Förster Wolfgang Ströbele rund 80 Mitgliedern der FBG sowie Interessierten seine Betriebsziele.
Bild: Foto: clb

Förster Wolfgang Ströbele gibt Tipps

Matzenhofen „Mit Naturverjüngung können Waldbesitzer pro Hektar und Jahr Kosten von rund 500 Euro einsparen.“ Dieses Fazit zog sich wie ein roter Faden durch den „waldbaulichen Begang“ der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Neu-Ulm. Der gräfliche Förster Wolfgang Ströbel vermittelte den Teilnehmern seine Betriebsziele am Beispiel verschiedener Bestände im Wald von Karl Graf Moy östlich von Matzenhofen. Rund 80 Mitglieder der FBG nahmen teil.

Als Naturverjüngung wird in der Forstwirtschaft ein Nachwuchswald bezeichnet, der durch angeflogene oder aufgeschlagene Saat entsteht. Gegensatz dazu ist ein künstlich durch Saat oder Pflanzung angelegter Nachwuchs-Bestand.

Während eines rund dreistündigen Spaziergangs führte Ströbele seinen Begleitern unterschiedliche Waldsituationen vor Augen. Als „Beispiele, mit denen alle Waldbesitzer leben können“, veranschaulichte er eine ertragreiche Nutzung, bei der die artspezifische Wuchsdynamik der Bäume genutzt wird.

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In einem Waldbereich zeigte der Förster seinen Begleitern stabile, ertragreiche Nadelholzbestände mit hohem Tannen- und Douglasienanteil. Dieser Wald müsse frühzeitig verjüngt werden. Dazu pflanze der Förster Laubholz, vor allem Buche, Edellaubholz und Eiche. Schutzmaßnahmen seien keine nötig. Jedoch müsse eine nachhaltige jagdliche Nutzung erfolgen.

Ströbele plädierte außerdem für Mischwaldbestände. „Eigentlich sollten Waldbesitzer keinen Baum pflanzen, sondern ganz auf Naturverjüngung bauen“, verdeutlichte er an einem Standort, an dem mit Douglasie, Tanne, Fichte, Buche, Eiche, Holunder, Ahorn, Lärche und Esche eine große Vielfalt auf engstem Raum ausschließlich aus Anflug heranwächst.

Vorsitzender Josef Mack: „Naturschutz per Excellence“

Wie Naturverjüngung ganz ohne Schutzmaßnahmen aussieht, sahen die Waldbesitzer und Jäger in einem rund 40-jährigen Fichtenbestand mit Buche, Bergahorn, Douglasie.

Die Europäische Union habe das Jahr 2011 zum „internationalen Jahr der Wälder“ ausgeschrieben, erklärte der Vorsitzende der FBG Neu-Ulm, Josef Mack. „Ein bewirtschafteter Wald ist ein aktiver Wald, der über unendlich viele Ressourcen verfügt. Weil die einzelnen Besitzer Wald unterschiedlich bewirtschaften, werde „Naturschutz per Excellence“ geboten.

Unter dem Motto „Forstwirtschaft schafft Leben“ solle in Bayern die Wichtigkeit einer aktiven, nachhaltigen Forstwirtschaft aufgezeigt werden, hob Leonhard Keller, Bezirkspräsident im Bayerischen Bauernverband (BBV) hervor: „Der Klimawandel hat direkte Auswirkungen auf unsere Wälder. Unsere Waldbesitzer reagieren darauf mit einer Umstrukturierung mit standortgerechten Baumarten.“ Mit dem bayerischen Klimaprogramm sollen bis zum Jahr 2020 100000 Hektar vom „Fichten-Kiefer-Wald“ zum „klimatoleranten Mischwald“ umgebaut werden, der langfristig seine Aufgaben erfüllen wird.

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