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Winterrieden

14.06.2018

Nette Begegnungen zum Abschied

Nach 22 Jahren gibt Hedwig Weixler die Leitung der Chorgemeinschaft St. Martin Winterrieden ab.
Bild: Claudia Bader

Hedwig Weixler leitete 22 Jahre lang die Chorgemeinschaft St. Martin in Winterrieden. Nun gibt sie die Aufgabe weiter – und blickt auf diese Zeit zurück.

Als Kind hat sie manchmal davon geträumt, ein Orchester zu leiten. Daran erinnert sich Hedwig Weixel noch genau: „Ich habe mir vorgestellt, wie ich den Taktstock schwinge und die konzentrierten Musiker entsprechend meinen Handbewegungen wunderschöne Musik erklingen lassen.“ Ihr Traum hat sich teilweise erfüllt. Sie hat zwar kein Orchester, aber dafür 1996 die Chorgemeinschaft Winterrieden übernommen. Unter ihren Händen hat sich die Sängerschar seither kontinuierlich entwickelt und mit dem Kirchenchor St. Martin vereint.

Nach 22 Jahren gibt Weixler nun die Chorleitung ab. Das Abschiedskonzert findet am Samstag, 16. Juni, statt. Der Leitgedanke „Nette Begegnung“ liegt dem Programm zugrunde. Mitwirkende sind neben der Chorgemeinschaft St. Martin die Gruppe „Quattro al dente – Chormusik mit Biss“ sowie Ensembles des Musikwerks Babenhausen, auch Mubab genannt.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die Chorgemeinschaft Winterrieden eng mit dem Namen Weixler verbunden. Während ihr Mann Xaver den Verein als Vorsitzender führte, zeichnete Hedwig Weixler für die musikalische Qualität verantwortlich. „Musik hat in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt“, erinnert sich die 63-jährige. Bereits als Grundschülerin spielte sie Blockflöte. Mit zwölf Jahren sang sie als eines der jüngsten Mitglieder im Kirchenchor ihres Heimatortes Klosterbeuren mit. Als sie ihrem künftigen Gatten Xaver aus Winterrieden begegnete, wechselte sie zur Chorgemeinschaft des Nachbarortes, in dem sie später auch zu Hause war. Außerdem war sie als Mitglied des Frauenchors im Chorverband Bayerisch Schwaben aktiv. 1978 trat Weixler als erste Frau der Musikkapelle Winterrieden bei und spielte dort neben der Klarinette auch das Saxofon und die Querflöte.

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Weixler erzählt, wie sie zur Dirigententätigkeit kam: „Als unser langjähriger Chorleiter Josef Freudling seinen Rücktritt ankündigte und mich bat, seine Nachfolge zu übernehmen, habe ich mich in der Verantwortung gefühlt.“ Sie absolvierte daraufhin die Chorleiterausbildung und übernahm im September 1996 die Leitung der Winterrieder Sängerschar.

Vier Jahre später suchte auch der örtliche Kirchenchor einen neuen Dirigenten. Weixler stellte sich auch dieser Herausforderung. Sechs Jahre lang schwang sie zweimal wöchentlich bei Proben den Taktstock. „Das war ganz schön viel Arbeit“, weiß sie noch. „Als Chorleiterin muss man nicht nur die Sängerinnen und Sänger zu einem harmonischen und klangreinen Miteinander führen, sondern ist auch für Liedauswahl und Repertoire sowie die Gestaltung von Auftritten verantwortlich.“

Die Zusammenlegung der Chorgemeinschaft und des Kirchenchors St. Martin im Jahr 2006 brachte für Hedwig Weixler zwar deutlich weniger Proben mit sich, dafür aber neue Aufgaben. „Da dem Kirchenchor auch viele junge Leute angehören, galt es, die verschiedenen Altersstufen zur ausgewogenen Sängerschar zu vereinen“, sagt die Chorleiterin. „Gleichzeitig haben wir den Schwerpunkt auf kirchliche Musik gelegt und unser Repertoire modernisiert.“

Als Chorgemeinschaft St. Martin veranstaltet die derzeit rund 30 Mitglieder zählende Sängerschar abwechselnd Konzerte mit kirchlicher und weltlicher Musik. Die Besucher bekommen nicht nur geistliche Kompositionen, sondern auch Volkslieder und afrikanisches Liedgut, Schlager, Opern-, Operetten- und Musical-Melodien zu hören.

Ihrem Abschiedskonzert unter dem Titel „Nette Begegnung“ sieht Hedwig Weixler mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen. „Wir sind eine harmonische Gemeinschaft. Die Proben und Auftritte haben mir trotz Arbeit und Mühen immer große Freude bereitet“, sagt sie rückblickend.

Da sie sich aber bereits bei der Übernahme der Chorgemeinschaft vorgenommen habe, dieses Amt höchstens 20 Jahre lang auszuüben, sei jetzt der richtige Zeitpunkt ge-kommen, um aufzuhören. „Glücklicherweise habe ich mit Sandra Kalischek eine kompetente Nachfolgerin gefunden“, sagt Weixler. Nun freut sie schon darauf, ihre große Leidenschaft, das Singen, wieder als ein aktives Chormitglied zu pflegen.

Abschiedskonzert: Es findet am Samstag, 16. Juni, in der Festhalle Winterrieden statt. Beginn ist um 20 Uhr.

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