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Landkreis Neu-Ulm

03.05.2020

Neu-Ulmer Erziehungsberater gibt Tipps zur Mediennutzung

Der KJF-Erziehungsberater gibt Eltern Tipps zur Mediennutzung während der Corona-Ausnahmezeit.
Bild: KJF/Ralf Beunink

Plus Warum Eltern kein schlechtes Gewissen haben sollten, wenn Kinder derzeit häufiger vor dem Bildschirm sitzen.

„Machen Sie sich kein schlechtes Gewissen!“, rät Rainer Kehm von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Neu-Ulm allen Eltern, die in diesen Tagen ihre Kinder in den eigenen vier Wänden beschäftigen – und dabei dem Nachwuchs deutlich mehr Medien-Zeit zugestehen als vor der Corona-Ausnahmezeit.

Der Erziehungsberater berät Eltern derzeit telefonisch und online und berichtet, dass viele Eltern die Mediennutzung ansprechen und nach dem richtigen Maß fragen. „Wir befinden uns derzeit in einer komplett neuen Situation“, sagt Kehm dazu. Der Zeitrahmen, den Eltern im Moment mit eigener Kinderbetreuung überbrücken, sei ein ganz anderer als im bisherigen Alltag. Darum ist es aus seiner Sicht klar, dass den Kindern jetzt mehr Zeit vor dem Fernseher, am Tablet oder Handy zugestanden wird.

Kinder müssen wissen, dass gerade eine Ausnahmesituation herrscht

Wichtig dabei: „Eltern sollten ganz deutlich sagen, dass aktuell eine Ausnahmesituation herrscht und es deswegen in Ordnung ist, dass andere Regeln gelten. Es geht jetzt darum, dass die Familie miteinander gut durch diese schwierige Zeit kommt“, betont der Erziehungsberater. Kehm rät Müttern und Vätern dringend: „Bevor Sie ausrasten und die Kontrolle über ihr Handeln verlieren, setzen Sie Ihr Kind lieber für eine begrenzte Zeit vor einen Film.“ Das sei absolut okay. Schließlich fallen im Moment viele andere Beschäftigungsoptionen aus – etwa draußen mit den Nachbarskindern zu spielen. Und dass jetzt plötzlich alle Kinder lernen, sich längere Zeit allein in ein selbstständiges Spiel zu vertiefen, sei unrealistisch.

Der Erziehungsberater gibt zu, dass es für Familien nicht einfach werden wird, dieses veränderte Verhalten in der Mediennutzung nach der Corona-Zeit wieder rückgängig zu machen. „Aber darum kümmern wir uns dann, wenn es soweit ist.“

Weitere Tipps für die Mediennutzung in der Corona-Zeit:

  • Zeiten festlegen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind den Zeitrahmen der Mediennutzung vorher ab. Zum Beispiel: Du darfst solange einen Film anschauen, bis meine Telefonkonferenz vorbei ist. Danach machen wir etwas anderes - zum Beispiel gemeinsam Obst für eine Zwischenmahlzeit schnippeln.
  • Altersgemäßer Inhalt: Filme, Serien oder Spiele sollten dem Alter und der Empfindsamkeit des Kindes entsprechen. Im Zweifelsfall zunächst gemeinsam etwas mit dem Kind anschauen und beobachten, wie dieses reagiert.
  • Vorbild sein: Achten Sie auf Ihre Vorbildfunktion im Umgang mit Smartphones und Tablets.
  • Alternativen suchen: Denken Sie über Alternativen zur reinen Berieselung mittels Fernseher und Handy nach. Sie können zum Beispiel Hörspiele anbieten oder eine Vorlesestunde via Videotelefonie mit den Großeltern vereinbaren. Für Schulkinder gibt es auch spielerische Lern-Apps. (az)

Für Eltern und Kinder in schwierigen Situationen hat die KJF Kinder- und Jugendhilfe ihre Telefon- und Onlineberatung ausgeweitet. Das Angebot ist kostenlos. Eltern erreichen die Experten von Montag bis Freitag jeweils zwischen 9 und 12 Uhr sowie zwischen 13 und 15 Uhr unter der Nummer 0731/76050 und per E-Mail an eb.neu-ulm@kjf-kjh.de für Neu-Ulm sowie Tel. 07303/90181-0 und E-Mail eb.illertissen@kjf-kjh.de für Illertissen.

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