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Sport

24.05.2018

Neu-Ulmer bereitet sich auf härtestes Radrennen der Welt vor

Durch die Wüsten und Steppen von Utah fährt auch das Team um Achim Röder.
Bild: Foto: AdriAlpeMedia/Viktor Schaide/SWR/dpa

Der 52-jährige Achim Röder ist kein Profi-Radfahrer. Der Geschäftsführer eines Ingenieurbüros bereitet sich trotzdem für ein Rennen quer durch Amerika vor.

Das Race Across America gilt als der härteste Radmarathon der Welt: 51.000 Höhenmeter, 4800 Kilometer, zwölf Staaten, 50 Zeitstationen gilt es in möglichst wenigen Tagen zu bewältigen. Es gibt keine Etappen, sondern nur ein Ziel: Annapolis, Maryland. Gestartet wird auf der anderen Seite des Kontinents – in Oceanside (Kalifornien).

Diese Herausforderung nimmt im Juni der Neu-Ulmer Achim Röder an. Sein Ziel: die Strecke in „unter sieben Tagen“ zu schaffen und 75.000 Euro an Spendengeldern für den Verein „Ulms kleine Spatzen“ zu generieren. Radrennen sind dem 52-Jährigen nicht fremd. Auch wenn die größten Rundfahrten schon einige Zeit hinter Röder liegen. Vor 30 Jahren fuhr der Geschäftsführer eines Ingenieurbüros für Tragwerksplanung in der höchsten deutschen Amateurklasse. Nicht zuletzt ein komplizierter Zehenbruch stand einer Profikarriere im Weg.

Eigentlich betreibt Achim Röder ein Ingenieurbüro.
Bild: Sammlung Röder

Am Radrennen quer durch Amerika teilzunehmen, war schon immer ein Traum Röders

Nachdem er sein Rad einige Zeit in die Ecke stellte, packte Röder vor ein paar Jahren wieder die Lust am Radsport. Das Race Across America war schon immer ein heimlicher Traum von Röder. „Ich hatte es immer im Hinterkopf.“

Neu-Ulmer bereitet sich auf härtestes Radrennen der Welt vor

Die Herausforderungen unterwegs sind nicht jedermanns Sache. Die Strecke führt dabei durch Wüstengegenden, über Pässe der Rocky Mountains, die Appalachen und durch die oft konturlosen Weiten des Mittleren Westens. Zu den Mega-Hürden des Rennens zählen extremes Wetter und die zermürbend lange Distanz.

Freilich fährt Achim Röder nicht alleine. Mit dabei sind Bäckermeister Matthias Bormuth (55 Jahre, aus Darmstadt), Frank Gerstenschlager (57, aus Frankfurt) und Andreas Ritter (47, aus München). Die Rennfahrer teilen sich entlang der exakt definierten Route ihre Schlafpausen selbst ein und versuchen, schnellstmöglich das Ziel an der Ostküste zu erreichen.

Durch die unterschiedlichen Wohnorte der Fahrer kam es in der Vorbereitung nur zu zwei gemeinsamen Ausfahrten. Doch die moderne Technik hilft: Alle vier haben auf Ergometertraining mit einer virtuellen Radstrecke gesetzt und die Trainingseinheiten in einer einheitlichen Trainingssoftware dokumentiert. Dieser gemeinsame Ansatz habe sich als sehr motivierend herausgestellt.

Für den Erfolg ist nicht nur die Ausdauer wichtig

Es sei aber nicht unbedingt die Ausdauer der Muskeln, die Erfolg von Misserfolg trennt: „Das Schlafmanagement kann entscheidend sein“, sagt Röder. Dafür, dass er und die weiteren drei Radfahrer überhaupt ein Auge zubekommen, ist ein ganzes Team notwendig.

Zwei Begleitfahrzeuge inklusive eines Physiotherapeuten versorgen das Team. Insgesamt besteht ihre Crew aus zwölf Personen – alles Freunde und Verwandte. Röder ist der erfahrenste Radsportler im Team und so für die schwierigsten Etappen gesetzt. Etwa wenn es über die Pässe oder durch das Tal des Todes geht: „Bei 50 Grad bin ich noch nie gefahren“, sagt Röder. Überhaupt sei es grenzwertig, wenn die Außentemperatur über der Körpertemperatur liegt. Denn oberhalb der Grenze von 39 Grad Celsius werden zahlreiche körperliche Grundfunktionen beeinträchtigt. Experten warnen vor Zittern sowie Übelkeit und Gänsehaut als Warnsignale des Körpers. Per Flüssigkeitsversorgung gilt es, diese zu vermeiden.

Zwei Räder hat Röder im Gepäck: ein normales Rennrad sowie ein besonders aerodynamisches Zeitfahrrad, das auf geraden Strecken Zeitgewinn einfahren soll. Insgesamt 75000 Euro investiert Röder mit seinen Mitfahrern in das Projekt. Räder, Flüge, Begleitfahrzeuge und die Vorbereitung kosten freilich Geld. Doch nur, um gegen den inneren Schweinhund zu gewinnen, überquert der Ulmer keine drei großen Bergketten.

Das Ziel der vier ist es, die gleiche Summe, die sie investieren – also 75.000 Euro –, für das Hilfswerk „Ulms kleine Spatzen“ aufzutreiben. Und Walter Biersack, der Vorsitzende des Vereins, ist zuversichtlich, dass es klappt. Zahlreiche Sponsoren wären bereits an Bord. Sämtliche Kosten, die mit der Teilnahme verbunden sind, würden von den Rennfahrern übernommen. Das Rennen würde lediglich als Chance genutzt, möglichst viele Spenden für benachteiligte Kinder zu sammeln.

Sponsor: Die großen Sponsoren haben „Ulms kleine Spatzen“ beisammen. Online unter uks-goes-america.de können sich Firmen und Privatpersonen aber noch als Namensgeber/Spender der 55 Zeitstationen für einen guten Zweck engagieren.

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