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07.08.2020

Neue Angebote in Corona-Zeiten

Um die Seniorenarbeit im Landkreis ging es bei einem Treffen im Landratsamt Unterallgäu.
Bild: Oliver Berg, dpa

Seniorenbeauftragte im Unterallgäu stellen Projekte vor

In der einen Gemeinde war es ein Medikamenten-Abholdienst, in der anderen ein Lieferservice für Lebensmittel oder eine warme Mahlzeit. Es wurde telefonisch Kontakt zu alleinstehenden Senioren gehalten, es wurden Schutzmasken für Risikogruppen genäht. Dass sich die Seniorenbeauftragten und ihre Mitstreiter in den Unterallgäuer Gemeinden in den vergangenen Corona-Wochen jede Menge einfallen ließen, wurde beim ersten Treffen seit dem Corona-Lockdown im Landratsamt deutlich. „Sie haben Tolles geleistet“, sagte Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla: „Sie wissen, was vor Ort gebraucht wird.“ Auch Landrat Alex Eder bedankte sich für den Einsatz.

Deutlich wurde bei dem Treffen: Die Corona-Zeit hat auch dazu geführt, dass neue Wege eingeschlagen wurden. Durch Lieferdienste oder Anrufe seien neue Kontakte zu den Senioren in der Gemeinde entstanden, erzählten mehrere Seniorenbeauftragte. „Genau darum geht es in unserer gemeinsamen Arbeit“, betonte Plepla: „Wir wollen Kontakt halten zu unseren älteren Mitbürgern und ihnen zeigen: Du bist uns wichtig, wir vergessen dich nicht, wir machen uns Gedanken um dich.“ Er stellte jedoch auch heraus, dass im Unterallgäu Nachbarschaftshilfen glücklicherweise schon lange „vor Corona“ etabliert gewesen seien.

Vorgestellt wurden auch mehrere Projekte, die mit Geld aus der Initiative „Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!“ unterstützt worden sind. Dabei hatte der Landkreis Ende März insgesamt 60000 Euro des bayerischen Sozialministeriums zweckgebunden den Gemeinden zur Verfügung gestellt, um damit Projekte vor Ort zu unterstützen. Das Geld wurde je nach Einwohnerzahl verteilt – jede Gemeinde im Unterallgäu erhielt zwischen 500 und 2800 Euro. Genutzt wurde das Geld beispielsweise, um kostenlos Alltagsmasken zu verteilen, warme Mahlzeiten oder die fallbezogene Seniorenhilfe zu fördern.

Neben dem Rückblick auf die vergangenen, herausfordernden Monate gab Plepla den Seniorenbeauftragten einen Überblick über aktuelle Themen aus dem Bereich Seniorenarbeit. Unter anderem sei demnächst eine kostenfreie Online-Weiterbildung zum Seniorentrainer möglich. Thomas Öller informierte über das neue Dienstleistungszentrum Unterallgäu, das Senioren dabei unterstützt, möglichst lange selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben zu können. Die Mitarbeiter übernehmen laut Öller beispielsweise Reinigungs- und Aufräumarbeiten, Wäschepflege, das Zubereiten von Mahlzeiten oder die Versorgung von Haustieren. Daniela Speckamp stellte die Arbeit der drei Fachstellen für pflegende Angehörige in Bad Wörishofen, Ottobeuren und Memmingen vor. Die Fachstellen beraten Bürger zu einer Pflegesituation und besprechen begleitende Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige. Die Beratung finde auf Wunsch auch im eigenen Zuhause statt. (az)

Näheres online unter unterallgaeu.de/seniorenkonzept

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