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Erziehung

07.11.2017

Neue Ideen für die Kinderbetreuung

Nicht alle Eltern in Vöhringen können ihre Sprösslinge derzeit in einen Kindergarten schicken: Der Stadt fehlen Betreuungsplätze. 19 Eltern warten nach Auskunft von Bürgermeister Karl Janson auf einen Platz für ihre Kleinen.

Die Stadt Vöhringen kann derzeit nicht allen Eltern einen Platz für ihre Sprösslinge gewährleisten. Neue Konzepte könnten helfen, dem steigenden Bedarf gerecht zu werden

Mehr Platz für Gewerbe, neue Wohngebiete und eine steigende Einwohnerzahl: Die Stadt Vöhringen wächst. Gerade bei jungen Familien scheint die Kommune beliebt zu sein – der Anteil neu hinzugezogener Eltern, sagt Bürgermeister Karl Janson, ist in der Vergangenheit stark gewachsen. Was für den Rathauschef prinzipiell erfreulich ist, bringt allerdings Herausforderungen mit sich: Für die Betreuung der kleinsten Bürger etwa werden ausreichend Krippen-, Kita- und Kindergartenplätze benötigt. Doch genau die sind derzeit knapp. So knapp sogar, dass die Stadt aktuell nicht allen Sprösslingen eine Betreuung gewährleisten kann.

19 Eltern warteten nach Auskunft des Bürgermeisters derzeit auf einen Kindergartenplatz für ihre Kleinen. Und das, obwohl die Stadt zu Beginn des Kindergartenjahres im September noch über mehrere freie Plätze verfügte. „In der Kinderbetreuung waren wir bislang stets gut aufgestellt“, betont Janson. Dass sich die Kommune nun dennoch mit Wartelisten behelfen muss, liege einerseits an der bundesweit steigenden Geburtenzahl. Nicht nur in Vöhringen, auch in vielen anderen deutschen Städten stünde man vor der Herausforderung, die Nachfrage zu erfüllen. Andererseits meldeten immer mehr Eltern ihre Sprösslinge bereits ab einem Alter von 2,5 Jahren für den Kindergarten an. Auch für die Kinder von Asylbewerbern werden Betreuungsplätze benötigt. „Bis vor Kurzem war nicht zu erwarten, dass der Bedarf in solch einem Ausmaß zunimmt“, sagt Janson, der den bundesweiten Ausbau der Kinderbetreuung als „Herkulesaufgabe“ bezeichnet.

Obwohl die Warteliste in Vöhringen mit 19 Eltern noch vergleichsweise kurz ist, will die Kommune vorsorgen. Neben bereits laufenden Maßnahmen, wie der Aufstockung der Kinderkrippe St. Michael um 30 weitere Krippenplätze und der Erweiterung des Kindergartens Rappelkiste (wir berichteten), denkt die Stadt auch über neue Konzepte nach, etwa die Einrichtung eines Wald- und Naturkindergartens.

Dass sich viele Eltern offen für das besondere Konzept zeigen, bei dem die Kleinen unter freiem Himmel toben, zeigen die Erfahrungen in benachbarten Gemeinden. In Wullenstetten etwa wurde ein Waldkindergarten erst kürzlich eingeweiht. Seit September spielen die Kinder dort mit und in der Natur. Und auch in Illertissen soll eine solche Einrichtung im kommenden Jahr entstehen, nachdem sich viele Eltern in einer Umfrage für das Betreuungskonzept ausgesprochen hatten.

Auch für Vöhringen könnte die Einrichtung eines Naturkindergartens eine gute Lösung sein, findet zumindest Wilfried Maier (SPD), der das Thema kürzlich im Stadtrat angesprochen hatte. Das Konzept könne schnell und relativ kostengünstig umgesetzt werden, so die Meinung des Stadtrats.

Nach Auskunft von Bürgermeister Janson überprüft die Verwaltung derzeit, ob ein Wald- oder Naturkindergarten in Vöhringen umgesetzt werden kann. Weitere Betreuungsplätze könnten außerdem durch einen Ausbau der Kindertagesstätte Vöhringen Nord entstehen – auch das werde derzeit überprüft. In einer Sache ist sich der Rathauschef jedenfalls schon jetzt sicher: „Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung von Bund und Land“, sagt Janson, werden Kommunen die Herausforderung, sowohl genügend Betreuungsplätze als auch Fachkräfte zur Verfügung zu stellen, „nicht befriedigend meistern können“.

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