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Tiefenbach

09.09.2019

Neue Kleingartenanlage eröffnet in Tiefenbach

An ihre Heimat im Nahen Ostern erinnert der Garten von Yousef Dakakni, Eman Raian und Yahya Dakakni (von links) in der neuen Anlage.
Bild: Regina Langhans

Hobbygärtnern stehen 18 Parzellen zur Verfügung. Auch eine Familie aus Syrien hat ein Stück Grün gepachtet.

Trotz strömenden Regens kamen einige Dutzend Gartenfreunde zur Eröffnung der neuen Kleingartenlage Am Seelach im Norden von Tiefenbach. Die knapp ein Hektar große Anlage beinhaltet 18 Parzellen mit einer Größe von jeweils 240 Quadratmetern. „Die Schrebergärtner kommen hauptsächlich aus Tiefenbach, zumal sie als Untergruppe dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein angeschlossen sind“, informiert ihr Sprecher Edwin Sannwald.

Er passt auf, dass die vertraglich mit der Stadt Illertissen festgelegten Regeln beachtet werden. So hat jedes Grundstück einen eigenen Wasseranschluss, Strom und Toiletten sind nicht vorgesehen. Die Flächen werden zum Bewirtschaften, aber nicht Feiern oder Bewohnen verpachtet. „Es gibt schon eine Warteliste, wobei die Pächter bei der Wahl ihrer Nachfolger mitreden können, da es auch um die Ablösesumme der von ihnen errichteten Infrastruktur geht“, erklärt Sprecher Sannwald.

Der kleine Garten ist für die syrische Familie ein Stück Heimat

Direkt aus Illertissen kommt die aus dem syrischen Damaskus geflüchtete Familie Dakakni. Ihnen bringe der Garten alles, was in der Wohnung fehle: Gute Luft, Gemüseanbau und ein Stück Erinnerung an die verlorene Heimat, wie Vater Yahya Dakakni erklärt. Er habe das Holzhaus in Anlehnung an die Tradition seiner Familie, die eigentlich auch Palästina stammt, gestaltet. Besonders stolz ist er auf den Garten mit Obst, Gemüse, Heilkräutern, Rosen oder Feigen. Die Setzlinge stammen aus der früheren Heimat. Seine Nachbarn hat Dakakni schon mit eigens geernteten Paprikaschoten versorgt.

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Im Tiefenbacher Schrebergarten werde nach ökologischen Gesichtspunkten gewirtschaftet, erklärt Heiner Loop, Vorsitzender des Gartenbauvereins. Das bedeutet: Abfälle als Dünger, keine chemischem Unkrautvernichter und natürlichen Materialien.

Schrebergartenanlage wurde in den 1940er Jahren angelegt

Das hat seine Gründe: Die frühere Schrebergartenanlage an der Gannertshofener Straße, wurde Ende der 1940er Jahre für Vertriebenen zur Selbstversorgung angelegt, informierte Tiefenbachs Vereinsringvorsitzender Gerhard Leopold. Sie war in die Jahre gekommen und wies – was die Pflege anging – teils unklare Zuständigkeiten auf. Und dann gibt es noch das sogenannte Höhlet im Rothtal. Dabei handelt es sich um einst wilde Bebauung in Form von Wochenendhäusern, die die Kommune inzwischen mit eng gefasstem Bebauungsplan „legalisierte“. Beide Verhältnisse wolle er künftig vermeiden, so Bürgermeister Jürgen Eisen. Die Stadt habe den Bau der neuen Schrebergärten im Sinne einer „sozialen Einrichtung“ unterstützt.

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