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Wasser

21.03.2015

Neue Technik kann Uranproblem lösen

Wert war Ende 2014 noch immer zu hoch. Räte diskutieren über neue Möglichkeit

Der Brunnen 3 südlich von Buch hat den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung erneut beschäftigt. Wie bereits in der IZ berichtet, liegt der Urangehalt im dort geförderten Wasser knapp über dem Grenzwert von zehn Mikrogramm (Millionstel Gramm) pro Liter. Daran hat auch der Langzeit-Pumpversuch bis Dezember 2014 nichts ändern können. Von dem Versuch hatte sich die Verwaltung erhofft, dass sich die Wasserchemie und somit die Messwerte durch den Betrieb verbessern.

Jedoch scheint es nun durch technische Neuerungen möglich, das Wasser deutlich kostengünstiger zu filtern, als bislang angenommen. Möglich macht das der Ionenaustausch an Kunstharzen. Die Anschaffung dieser Technik würde die Gemeinde wohl um die 80000 Euro kosten. Ursprünglich waren Kosten von einer halben Million Euro für eine Anlage zur Wiederaufbereitung des Wassers befürchtet worden.

Wie Ulrich Kwasnitschka vom Ingenieurbüro Ingeo aus Friedberg nun berichtete, habe er den Pumpversuch am Brunnen 3 bereits Ende 2014 abgebrochen, da sich keine signifikante Veränderung des Uranwertes gezeigt habe und der Probebetrieb die Gemeinde Geld koste. Gelaufen war der Versuch seit Juli 2014.

Ursprünglich war eine Dauer von zwölf Monaten angesetzt. Mehrere Gemeinderäte zeigten sich nun überrascht, dass der Pumpversuch gestoppt wurde, zumal der Wert bei der letzten Messung im Dezember von zwölf auf elf Mikrogramm gefallen war. Das sei in diesen Größenordnungen kein erheblich anderer Wert, sagte Kwasnitschka, im Prinzip habe sich nichts geändert. Bürgermeister Roland Biesenberger erklärte: „Wir haben gesagt, wir pumpen ein Jahr, wenn es einen signifikanten Erfolg, also eine Kurve nach unten gibt.“ Diese zeige sich aber nicht. In der Tat war der Wert in den sechs Monaten Versuchszeit im Bereich von 14 und zwölf Mikrogramm immer wieder hin und her geschwankt. Unter die Grenze von zehn Mikrogramm fiel er kein einziges Mal. Wie Biesenberger erklärte, müsse der Grenzwert aber dauerhaft unterschritten sein.

Kwasnitschka betonte, dass der Uranwert aus seiner Sicht gesundheitlich nicht bedenklich sei. „Aber es ist ein Gesetz, daran müssen wir uns halten.“ Vor wenigen Jahren, als der Brunnenbau in Buch begann, betrug der Grenzwert noch 40 Mikrogramm. Erst 2011 wurde die neue Obergrenze eingeführt. Hintergrund war eine Studie der Organisation Foodwatch, die vor den Gefahren des Urans in Mineral- und Tafelwasser warnte. Für Buch sei das damals ein Schock gewesen, so Bürgermeister Biesenberger, da es nur sehr teure technische Lösungen für das Problem gegeben habe. Nun existierten bezahlbare Möglichkeiten, das Uran aus dem Wasser zu bekommen.

Nach längerer Diskussion einigten sich die Räte darauf, den Pumpversuch noch einmal für die Dauer von drei Monaten zu starten, um Gewissheit zu haben, ob der Wert nicht doch noch fällt. Geschieht dies nicht, wird das Büro Ingeo mit den Ingenieurleistungen für die Filtertechnik beauftragt. Insgesamt 150000 Euro – so eine Schätzung des Ingenieurs – müsste die Gemeinde dann berappen. Denn außer der Technik (dem Ionenaustausch an Kunstharzen) muss noch ein kleines Gebäude am Brunnen errichtet werden. Alle zwei Jahre könnte laut Kwasnitschka außerdem ein Filtertausch nötig sein, Kostenpunkt 20000 Euro.

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