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Unterroth

21.11.2019

Neuer Wald bei Unterroth soll für gutes Klima sorgen

Mit vielen neuen Bäumen gegen den Klimawandel: Auf einem 1,7 Hektar großen Areal des Landkreises Neu-Ulm bei Unterroth werden 8100 Eichen, Linden, Hainbuchen, Esskastanien und Wildäpfel gepflanzt.
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Mit vielen neuen Bäumen gegen den Klimawandel: Auf einem 1,7 Hektar großen Areal des Landkreises Neu-Ulm bei Unterroth werden 8100 Eichen, Linden, Hainbuchen, Esskastanien und Wildäpfel gepflanzt.
Foto: zedo

Auf einem Grundstück des Landkreises bei Unterroth werden mehr als 8000 Bäume gepflanzt. Seine Wirkung wird das Vorreiter-Projekt in einigen Jahren entfalten.

Mit Bäumen gegen den Klimawandel – das ist der Hintergrund einer groß angelegten Pflanzaktion des Landkreises Neu-Ulm auf einem seiner Grundstücke bei Unterroth. Auf dem 1,7 Hektar großen Areal werden tausende Bäume gepflanzt. Zahlreiche Freiwillige arbeiten daran mit. Seine volle Wirkung soll der neue Wald in 15 bis 20 Jahren entfalten.

Viele Behörden arbeiten Hand in Hand zusammen – oder besser gesagt: Hand in Spaten. Denn auf dem Grundstück gab es zum offiziellen Start der Pflanzaktion am Dienstag viel zu tun. Mit Hilfe des Revierförsters Bernd Karrer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach hatte der Initiator des Projekts Michael Angerer, Fachbereichsleiter für Landschaftsplanung am Landratsamt Neu-Ulm, auf dem Grundstück zunächst alles bereit gelegt. Tatkräftig packten die Schüler der Klasse 4c aus Buch mit an: Zuerst sangen sie ein Begrüßungslied, dann wurden die Gummistiefel angezogen. Die ersten 100 Bäume wollten in die Erde gesetzt werden. Aber das war erst der Anfang.

Viele fleißige Helfer packten mit an, auf sie wartete am Ende eine Brotzeit.
Foto: zedo

Unterroth: Wiese soll zum Wald werden

Bis Ende der Woche sollen alle 8100 Bäume darunter eingesetzt sein, dazu gehören rund 6300 Eichen, 1500 Linden und Hainbuchen, sowie Esskastanien, Wildäpfel und auch 400 heimische Sträucher. Durch sie soll die Wiese zum Wald werden. Die Baumarten wurden bewusst ausgewählt: Sie kämen mit dem sich verändernden Klima am besten klar, hieß es.

Landrat Thorsten Freudenberger sieht den Landkreis mit dieser freiwilligen Aktion in einer Vorreiter-Rolle. Er hofft, dass andere Kommunen und Kreiskörperschaften könnten dem Vorbild folgen. Freudenberger hatte sichtlich Spaß daran, mit den Kindern die fast 1,50 Meter hohen Baumableger zu einzusetzen.

Zäune sind nicht nötig: Weil die Bäume schon zwei Jahre alt und entsprechend groß sind, können hungrige wildtiere ihnen nicht mehr gefährlich werden, sagt Experte Angerer vom Landratsamt. Auch Kreisbäuerin Christiane Ade war vor Ort, sie freute sich über das große Engagement der Kinder, die beim Pflanzen gar nicht zu bremsen waren. Auch Bürgermeister Gerhard Struve half mit. Augenscheinlich klappte alles, wie am Schnürchen: Die Helfer verstanden es, mit Spaten und Hacken umzugehen.

Landrat Thorsten Freudenberger hatte sichtlich Freude an der Aktion.

Bund Naturschutz erhofft sich schnell zunehmende Artenvielfalt

In dem neuen Klimawald verspricht sich Wolfgang Döring, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Neu-Ulm, eine schnell zunehmende Artenvielfalt. Hoffentlich so schnell wie das Schüler-Pflanzteam aus Max Kroter, Simon Hüber und Fabian Dreier: Sie schafften es dank effektiver Arbeitsaufteilung, in kürzester Zeit zehn Bäume zu pflanzen. Nach eineinhalb Stunden war der erste Arbeitseinsatz für den neuen klimawald beendet.

Bis zum Ende der Woche geht die Pflanzung weiter und soll dann abgeschlossen sein. Die Kosten betragen rund 35000 Euro: 30 Prozent werden durch Zuschüsse bezahlt, den Rest stemmt der Landkreis aus eigener Kasse selbst. Die Waldfläche kann im Laufe ihrer Lebenszeit ungefähr 1700 Tonnen Kohlenstoffdioxid binden, war zu erfahren. Noch sind die Bäume jung, doch schon nächstes Jahr nach der ersten Blätterbildung beginne der Kreislauf im Klimawald – und nehme im Laufe der Jahre dann zu.

Eine effektive Wirkung werde in 15 bis 20 Jahren erreicht sein. „Spätestens dann besuchen wir unsere Bäume wieder“, schwärmten die Schüler. (zedo)

Der Unterrother Gemeindewald bekam kürzlich Bestnoten. Mehr dazu lesen Sie hier: Unterrother Gemeindewald bekommt Bestnoten

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