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Illerberg

14.04.2015

Neues Spritzenhaus auf alten Scherben

Das ist eines der am besten erhaltenen Stücke, ein kleiner Krug, was noch deutlich zu erkennen ist.
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Das ist eines der am besten erhaltenen Stücke, ein kleiner Krug, was noch deutlich zu erkennen ist.

Beim Bau des neuen Feuerwehrhauses wurden Teile römischen Geschirrs entdeckt

Das neue Feuerwehrgerätehaus in Illerberg wird auf historischem Boden stehen. Kreisarchäologe Richard Ambs vermutet, dass dort einmal eine römische Siedlung gestanden hat. Die Nähe der alten Römerstraße in diesem Gebiet lässt diese Annahme zu. Scherben von Gefäßen und Krügen sowie Schlacke bestätigen die Vermutung. Sie wurden vor wenigen Tagen entdeckt.

Nach langem Warten auf die neue Bleibe für die Freiwillige Feuerwehr Illerberg-Thal war gerade mit den Aushubarbeiten begonnen worden. Wenn aber in diesem Bereich, in dem früher einmal eine alte Römerstraße zu finden war, Erdbewegungen stattfinden, weil etwas gebaut werden soll, ist es üblich, die etwa ein Meter tiefe Grube auf historische Spuren zu untersuchen. Das war auch der Fall beim Bauanfang für das neue Gerätehaus an der Weißenhorner Straße. 2500 Quadratmeter werden jetzt umfänglich untersucht.

Was auf den ersten Blick wie zusammen gewürfelte Steinansammlungen aussieht, erkennen Richard Ambs und Hobby-Archäologe Reinhard Fiedler sofort als Überreste von Geschirr. „Aufregend ist der Fund nicht, aber es gibt doch immerhin ein paar Dinge, die bestätigen, dass auf diesem Stück Land Menschen gelebt haben“, sagt Ambs. Zeitlich genau zu bestimmen wie alt die Fundstücke sind, bedarf einer eingehenden Prüfung. Da reichen nicht Fotografien, sondern es müssen Zeichnungen angefertigt werden. Dafür ist Regina Benaissa zuständig. Meistens stellt sie Zeichnungen im Verhältnis 1:10 dar. „Das ist für die Dokumentation nötig“, erklärt sie. „Keramik lässt sich am besten zeitlich datieren“, fügt Richard Ambs an, „aber auch die Reste von Holzkohle“.

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Regina Benaissa hat einen besonderen Schatz entdeckt, einen kleinen Krug, dessen Boden mit der bauchigen Form der Seiten noch gut erkennbar ist. Sie hat ihn gut versteckt. Er soll nicht bei Sammlern Begehrlichkeiten wecken.

Die Feuerwehrleute aus Illerberg und Thal waren zunächst von dem Fund nicht außerordentlich begeistert, fürchteten sie doch eine Bauverzögerung. Doch da konnte Bürgermeister Karl Janson beruhigen, es kann planmäßig weiter gebaut werden. Und Richard Ambs sagt, „in einer Woche sind wir hier fertig“. Er ist voll des Lobes für die Feuerwehrleute, die mit Behutsamkeit nach den Anweisungen Ambs mit geholfen haben zu graben. Aber wie gesagt, das Gerätehaus steht dann auf geschichtsträchtigen Untergrund.

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