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Vöhringen

04.04.2018

Oasentage: Organisatorin hört nach zwölf Jahren auf

Barbara Werner-Damm hat in Vöhringen einen Projekttag nur für Frauen ins Leben gerufen. Nun hört sie auf.
Bild: Ursula Katharina Balken

Barbara Werner-Damm hat in Vöhringen eine Veranstaltung nur für Frauen ins Leben gerufen. Nun hört sie auf – doch einen Nachfolger gibt es bislang nicht.

Barbara Werner-Damm klappt den Ordner zu und legt ihn beiseite. „Ja, das wär’s dann wohl“, sagt die Vöhringerin, die zwölf Mal die Oasentage in der Stadt organisiert hat. Doch nun scheint mit den Frauenprojekttagen Schluss zu sein, denn Werner-Damm hört auf. „Wenn sich niemand findet, der das organisiert, dann war die zwölfte Veranstaltung auch die letzte.“ Zeit also, um Bilanz zu ziehen.

Was vor zwölf Jahren ein zartes Pflänzchen war, hatte sich im Laufe der Jahre zu einem stattlichen Baum entwickelt. Die Teilnehmerinnen kamen nicht nur aus Vöhringen, sondern auch aus der gesamten Region, einschließlich Baden-Württemberg. Die Idee, die Projekttage zu veranstalten, hatte Werner-Damm, nachdem sie selbst an einem solchen Angebot der Katholischen Erwachsenenbildung in Ulm teilgenommen hatte. „Das sollte es auch in Vöhringen geben, war mein Gedanke.“

Sie machte sich auf die Suche nach Referentinnen und Leiterinnen von Workshops und startete 2006 mit dem ersten Versuch. „Ich war überrascht, denn es kamen über 80 Teilnehmerinnen.“ Deren Ziele waren die Gleichen: Ausspannen, etwas für sich tun, sich mit interessanten Themen beschäftigen.

An ihre Seite holte sich Werner-Damm das Katholische Erwachsenenbildungswerk (KEW) Neu-Ulm, die Pfarrei St. Michael und die Stadt Vöhringen. Womit keiner gerechnet hatte: Der Frauenprojekttag wurde in kurzer Zeit zum Selbstläufer mit durchschnittlich 150 Teilnehmerinnen. „Ich habe das ganze Jahr in einer Art Stand-by-Verfahren verbracht. Wenn ich etwas Interessantes in Fachzeitschriften fand, ging ich dem nach und traf mich mit den Referentinnen.“ Solche Gespräche im Vorfeld seien für sie ungemein wichtig gewesen, um sich selbst von den Referentinnen zu überzeugen.

Unerwartet kam es allerdings nach den ersten Frauenprojekttagen zu Differenzen mit dem KEW und der Pfarrei. Offenbar eckte Werner-Damm mit ihrer Themenauswahl bei der damaligen Geistlichkeit der Pfarrei an. Alleine und ohne Unterstützung hätte sie die Projekttage aber nicht organisieren können. Die Stadt blieb ihr Partner, „dafür bin ich heute noch dankbar“. Christine Janson, die Frau von Bürgermeister Karl Janson, übernahm in jedem Jahr die Schirmherrschaft und die Verwaltung stellte die Räume zur Verfügung: das Wolfgang-Eychmüller-Haus, die Uli-Wieland-Schule und das Jugendhaus. Die Stadt integrierte den Frauenprojekttag in ihr Jahresprogramm, wozu auch der Spiele- und Familientag und der Kinderkulturtag zählen.

Ein Oasentag beinhaltete neun Workshops mit einer bunten Themenvielfalt. Barbara Werner-Damm zählt einige auf, etwa Systemische Choreografie, Entspannung mit Steinen und Klang, Blütenträume aus Filz, basisches Kochen oder Faszien-Training. Ihre Referentinnen kamen zum Teil von der Ulmer Frauenakademie oder von der Volkshochschule und brachten profundes Wissen mit.

Wenn Werner-Damm zurückblickt, dann zieht sie ein positives Resümee: „Mir ist aufgefallen, wie neugierig und wissensbegierig Frauen sind, vor allem aufgeschlossen für Neues“. Das Alter der Teilnehmerinnen sei sehr unterschiedlich gewesen: „Wir hatten 20-Jährige dabei ebenso wie Frauen, die die 80er-Grenze überschritten hatten.“

Nun strecke sie die Fühler in alle Richtungen aus, aber niemand sei bereit, „den Kopf zu machen, ohne den es nicht geht“. Es könne durchaus auch ein Führungsteam geben, „aber einer muss an der Spitze stehen“. Die Volkshochschule habe bereits abgewinkt, deren Kapazitäten seien erschöpft, hieß es. Auch brauche eine solche Veranstaltung allein schon aus versicherungsrechtlichen Gründen einen öffentlichen Träger.

Werner-Damm jedenfalls scheidet mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus. Für sie sei nach dem Projekttag immer vor dem Projekttag gewesen. Jetzt hört sie auf und sagt: „Ja, alles hat seine Zeit.“

Organisatoren gesucht: Wer Lust und Interesse hat, den Frauenprojekttag zu organisieren, kann sich per E-Mail an bwerner@voehringen.de melden.

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