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Osterberg/Kellmünz

03.08.2018

Osterberg und Kellmünz lassen einander nicht verdursten

In Kellmünz soll der Wasserhochbehälter saniert werden.
Bild: Armin Schmid (Archivbild)

Die Kommunen schließen den Vertrag zum Trinkwasserverbund ab. Zuvor wurde rege debattiert.

Kellmünz und Osterberg haben – wie berichtet – beschlossen, sich gegenseitig mit Trinkwasser aushelfen, wenn es nötig werden sollte. Nun haben sich beide Ratsgremien zu einer gemeinsamen außerordentlichen Sitzung im Rathaus Kellmünz getroffen, um in einer Zweckvereinbarung die Regularien festzulegen. Der Gemeinderat Kellmünz hat den Vertrag einstimmig abgesegnet, das Osterberger Gremium entschied mit vier gegen drei Stimmen dafür. Zwei Ratsmitglieder aus Osterberg hatten sich zur Sitzung entschuldigt.

Zu Beginn betonte Bürgermeister Michael Obst (Wählergemeinschaft Kellmünz), dass das Regelwerk zwei Instanzen durchlaufen habe und somit alle Anforderungen erfüllen sollte. Amtskollege Rainer Schmalle aus Osterberg (Freie Wähler) ergänzte, es gehe darum, die Zweckvereinbarung gemeinsam zu beschließen. Christian Anders (Wählergemeinschaft Kellmünz) ergänzte, dass das Vorhaben soweit kostenneutral verlaufe: Die geplante Leitung wird von beiden Orten abwechselnd mit dem nötigen Wasser gespeist, um die Einsatzbereitschaft zu erhalten. Kosten entstünden den Kommunen durch ihre Pumpstationen in Osterberg-Weiler und Kellmünz mit Anlagen zur Druckerhöhung beziehungsweise Minderung.

Zu Debatten führte allerdings, dass im Vertrag nicht von „Notfallversorgung“ sondern einer Zweckvereinbarung für einen Trinkwasserverbund“ zur Versorgungssicherheit zu lesen ist. Osterbergs Gemeinderätin Sigrid Zanker (Bürgerblock) beanstandete Formulierungen, die zulasten Osterbergs gehen könnten: „Später weiß niemand mehr, was heute einvernehmlich besprochen wurde.“ Sie fürchtete, Osterberg könne den Vertrag notfalls nicht einseitig auflösen. Ihre Textergänzungen seien nur teils berücksichtigt worden.

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Ignaz Gestle (Bürgerblock) wollte die Qualität des Kellmünzer Trinkwassers anzweifeln. Und wissen, wie es sich jeweils mit der Einspeisung verhalte. Er befürchtete für seinen Ort Nachteile, etwa wenn Osterberg aus finanziellen Gründen aussteigen müsste: „Wir schließen hier einen Vertrag ab, wie ich ihn mit meinen Nachbarn niemals machen würde.“ Ihm missfiel auch, dass aus der ursprünglich als Notversorgung geplanten Maßnahme unerwartet eine Zweckvereinbarung wurde. Zumal in der künftigen Leitung permanent Wasser fließe.

Hierbei hielt Osterbergs Zweiter Bürgermeister Alexander Hruschka (FW) dagegen, dass „es für eine Leitung nichts Schädlicheres gebe als stehendes Wasser“. Claudia Pfisterer, Kämmerin der VG Altenstadt, erläuterte Vereinbarung: „Für die Notversorgungsleitung hätte es keinen Zuschuss gegeben. Für einen Trinkwasserverbund schon.“ Der Zuschuss beträgt 90 Prozent der Kosten und beläuft sich auf maximal 60000 Euro. Die Finanzierung des Leitungsbaus könnte darunter bleiben, so die Kämmerin.

Da Osterberg im Gegensatz zu Kellmünz in seine Wasserversorgung viel investiert hat, erhält es den Zuschuss mit der Maßgabe, die Leitung zu bauen. Kellmünz hingegen muss den Hochbehälters sanieren und könnte vom Wasserverbund profitieren.

Zu den Befürchtungen aus Osterberg sagte Bürgermeister Obst, es gebe in Kellmünz nur einwandfreies Trinkwasser, das werde vierteljährlich kontrolliert. Die Gremien hätten sich getroffen, um etwas zu vereinbaren, nicht zu kündigen. „Wir wollen uns in Notsituationen helfen, für interkommunale Zusammenarbeit ist Vertrauen wichtig.“ Andreas Sauter (Wählergemeinschaft Kellmünz) nannte die geführten Debatten „Wortklauberei“.

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