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Buchvorstellung

12.05.2011

Paradiese vor der Haustüre

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5 Bilder
Klaus Heinze geht erst mit der Neuauflage seiner zehnjährigen Forschungsarbeit über Schmetterlinge und ihren Lebensraum an die Öffentlichkeit. Das Foto oben zeigt einen Schwalbenschwanz, unten rechts Orchideen im Obenhauser Ried.
Bild: Fotos: Heinze/lor(1)

Klaus Heinze legt sein Kompendium über heimische Tagfalter neu auf

Illertissen Bekannt ist der gelernte Maschinenschlosser Klaus Heinze (62) in Illertissen für sein breites Wissen über Schmetterlinge. Nun tritt der Träger der Bayerischen Umweltmedaille auch als Verfasser eines umfangreichen Fachbuches an die Öffentlichkeit. Es ist bereits seine zweite, ergänzte Auflage mit dem Titel „Heimische Paradiese mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt – Tagfalter im Landkreis Neu-Ulm und angrenzenden Landkreisen“.

Das Opus umfasst 320 Seiten mit über 280 Landschafts-, Tier- und Pflanzenfotos. Dem Leser werden über 30 geschützte Gebiete vorgestellt, unter anderem die Iller- und Donauauen, Donaumoos, Kleines Lautertal, Osterried bei Laupheim, Obenhausener, Gannertshofer, Illertisser und Kettershauser Ried oder der Roggenburger Forst. Über zwei Drittel des Buches sind jedoch den regionalen Tagfaltern gewidmet. Über 100 Schmetterlingsarten hat der Autor beschrieben und auf 13 Farbtafeln abgebildet. Er hat ihre Verbreitung auf Karten festgehalten, Flugzeiten, Verhaltensweisen und Lebensräume erforscht, sich mit ihrer Gefährdung und ihrem Schutz befasst. Das Buch spiegelt 40 Jahre Naturbeobachtung wieder, wobei der Autor auch die Mitarbeit von Naturforschern angrenzender Gebiete in Anspruch nahm.

Landrat Erich Josef Geßner beschreibt in seinem Geleitwort das Buch als „einzigartiges Nachschlagwerk“ und zugleich „aktuelle Dokumentation unserer heimischen Tagfalter“, wobei „Fachwissen auch für Laien verständlich dargestellt werde“. Hubert Ilg, stellvertretender Vorsitzender vom Landesbund für Vogelschutz, äußert im Vorwort Freude darüber, dass das Werk Argumentationshilfe, Anregung und Grundlage für Schutzaktionen bieten könnte: „Vieles ist zwar unter Naturfreunden bekannt, wird aber nie zu Papier gebracht und geht einmal verloren.“

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An heimischen Schutzprojekten beteiligt

Seine Liebe zur Natur verdankt Klaus Heinze einem Schlüsselerlebnis, das er als 18-Jähriger mit einem Schwalbenschwanz hatte. Seitdem fasziniert ihn die Natur. In den 1970er Jahren begann er zu fotografieren und drehte Naturfilme. Seine Aufnahmen über die heimischen Paradiese führte er in Diaschauen der Öffentlichkeit vor, aber er engagierte sich für den Erhalt dieser Paradiese. Seit Jahrzehnten bringt er sich beim Landesbund für Vogelschutz sowie im Beirat des Bundes Naturschutz ein. 1964 bis 1999 hat er eine Schmetterlingskartierung für den Landkreis erstellt. Anfang der 1980er Jahre gelang es ihm, die Kies- und Lehmabbauunternehmer für den Schutz der Amphibien zu sensibilisieren und so Arten, die auf der Roten Liste stehen, vor dem Aussterben zu bewahren. Nicht zuletzt seinem Engagement, so Geßner, sei die Ausweisung des „Wochenauer und Illerzeller Auwaldes“ als Naturschutzgebiet im Jahr 1994 zu verdanken.

Die Auszeichnung mit der Umweltmedaille 2000 kam für den bescheiden auftretenden Schmetterlingsfreund so überraschend wie erfreulich und gab ihm die Motivation, sein gesammeltes Wissen über „Heimische Paradiese“ als Buch herauszugeben. Im Lauf dieser zehn Jahre währenden Arbeit erkannte Heinze, dass die Schmetterlinge als abgeschlossenes Thema seinem Anliegen nicht gerecht werden könnten. „Ich merkte bald, dass auch der Lebensraum dazugehört.“

So beschreibt der Autor neben den zahlreichen, in den Illerauen lebenden Nachtfalterarten dort vorkommende Säugetiere, Vogelarten, Kriechtiere, Lurche und Illerfische. „Ich habe das Buch so gestaltet, dass für jeden Naturfreund Interessantes dabei ist“, wirbt Heinze. Doch eine Fürsprache hat das Kompendium nicht nötig. In schnörkelloser Sprache, fachlich fundiert und gut verständlich, wird der Leser über einen Exkurs in Eiszeit und Frühbesiedlung direkt zu den Paradiesen vor unserer Haustüre geführt.

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