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Illertissen

18.05.2018

Paul Breitner kommt zum Festival nach Illertissen

Der Fußballexperte und ehemalige Nationalspieler Paul Breitner wird in Illertissen über Heimat diskutieren.
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Der Fußballexperte und ehemalige Nationalspieler Paul Breitner wird in Illertissen über Heimat diskutieren.
Bild: Laura Loewel (Symbol)

Die Stadt und der Landkreis feiern im Juli gemeinsam „100 Jahre Freistaat“. Jetzt steht das Programm – es gibt nicht nur Musik.

Ein Hoch auf die Bayern: Wenn das 100-jährige Bestehen des Freistaats im Juli in Illertissen groß gefeiert wird, dann sind einige Prominente zu Gast. An einem Podiumsgespräch zum Thema „Wo Bayern Schwäbisch schwätzt“ nehmen mit dem ehemaligen Fußballnationalspieler Paul Breitner und Notker Wolf, einst Abtprimas der Benediktiner, zwei berühmte Bayern teil. Zudem ist Filmemacherin Lisa Miller aus Bubenhausen mit von der Partie: Sie hat es mit ihrem Heimatstreifen „Landrauschen“ kürzlich zur Berlinale geschafft. Allerdings soll zum Jubiläum längst nicht nur diskutiert werden – sondern auch gefeiert: Auf dem alten Baywa-Gelände in Illertissen steigt am Freitag, 20. Juli, eine Musikparty mit den drei Mundartbands „Zwoa Bier“, „Fättes Blech“ und „The Heimatdamisch“.

Organisatorin Susanne Schewetzky will auf dem weitläufigen Areal „eine tolle Festivalatmosphäre“ schaffen. Als Ausrichter treten Stadt und Landkreis gemeinsam auf – die Verantwortlichen hoffen zahlreiche Besucher aus der ganzen Region. Das sagten sie am Freitag beim einem Pressegespräch im Illertisser Rathaus. Und gaben bekannt, was bei der Sause alles geboten ist.

Bevor zum „Bayern-Sound“ auf die Heimat angestoßen wird, geht es um die Frage: Was ist Heimat? Dem Begriff wollen sich in der Schranne neben Breitner und Wolf weitere Diskutanten nähern – wegen der begrenzten Anzahl von Plätzen vor geladenen Gästen. Dazu gehören Bezirksheimatpfleger Peter Fassl und der Designer des Illertisser Museums, Andreas Koop.

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Die Themen gehen ihnen nicht aus, vermutet Geschichtsexperte Walter Wörtz. Noch heute seien die Folgen des Zusammenschlusses von Schwaben und Bayern zu spüren. Wer etwa in München schwäbisch spreche, werde dort mitunter gar nicht als Bayer gesehen. Dabei gab es schon unter dem Kronprinzen Ludwig I. (1768 bis 1868) große Bemühungen um die Integration: Der Monarch ließ zu seiner Hochzeit im Jahr 1812 das erste Oktoberfest ausrichten. Menschen aus allen Teilen Bayerns, auch aus Schwaben und Franken, sollten daran teilnehmen und dabei ihre heimischen Trachten tragen. „Feiern hat in Bayern also schon lange eine politische Tradition“, sagt Wörtz. Der Freistaat werde außerhalb teils als folkloristisches Klischee wahrgenommen, aber Feste und Trachten hätten „schon einen tieferen Grund“. Den gibt es auch für das Fest in Illertissen: das Doppeljubiläum.

Vor 200 Jahren erhielt Bayern eine Verfassung, wodurch auch „die einfachen Leute“ Rechte zugesprochen bekamen, erklärt Wörtz. Zuvor seien die Bürger weitgehend Leibeigene gewesen. Und vor 100 Jahren endete dann die Monarchie, als Ludwig III. ins Exil gehen musste. Kurt Eisner rief den Freistaat aus, „ein Paukenschlag“, sagt Historiker Wörtz. Das alles werde nun gefeiert – und auch, dass die Schwaben inzwischen ihren Platz in Bayern gefunden hätten.

Berührungsängste gegenüber den Nachbarn auf der anderen Seite der Iller gibt es trotzdem nicht: Die Beziehungen zu Baden-Württemberg seien „hervorragend“, sagt der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen. Er hoffe, dass viele Gäste aus Dietenheim und der Umgebung zu dem Festival kämen. Platz genug gebe es auf dem alten Baywa-Gelände jedenfalls. Und dank Zaun und Halle auch die perfekte Infrastruktur dafür. Stadt und Kreis stellen für das Fest ein Budget von 40000 Euro zur Verfügung, durch den Ticketverkäufe und Erlöse soll allerdings wieder einiges hereinkommen.

Auch Landrat Thorsten Freudenberger freut sich auf den 20. Juli – es könnte der Auftakt einer Serie von Veranstaltungen sein, bei denen der Kreis gemeinsam mit wechselnden Kommunen als Ausrichter auftritt. Für einige klinge der Begriff Heimat „nach Mottenkiste“, andere bejubelten ihn, ohne zu hinterfragen. In Illertissen soll Heimat dagegen „vielseitig, bunt und kreativ“ aufgegriffen werden, so Freudenberger.

Karten: Tickets für das Dreifachkonzert „Bayern-Sound“ mit „Zwoa Bier“, „Fättes Blech“ und „The Heimatdamisch“ (20. Juli, ab 18 Uhr) gibt es für 20 Euro; im Bürgerbüro und bei Buch & Musik in Illertissen, an der Kasse des Landratsamts sowie unter: www.bayernsound.reservix.de.

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