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05.06.2009

Paula lernt Lebenshilfe-Werkstätten kennen

Osterberg/Senden (lor) - Paula Print bekam vom Kindergarten Osterberg die Einladung, die Kinder bei einem Rundgang durch die Werkstätten der Lebenshilfe in Senden zu begleiten. Die Zeitungsente hatte erst überlegt, ob so ein Werksbesuch die Menschen bei ihrer Arbeit womöglich stören könnte, wollte dann aber doch gerne dabei sein.

Treffpunkt ist im großen Speisesaal, wo 33 Kinder mit Leiterin Monika Schneider und Vertretern des Elternbeirates nach der Busfahrt Brotzeit machen. "Die Mitarbeiter bleiben mittags da, um gemeinsam zu essen", beginnt Werkstattleiter Roland Bader die Führung. "Kennen wir", nicken die Kleinen. "Im Kindergarten gibt's Mittagessen."

Manche Menschen finden nur sehr schwer eine Arbeit

Kinder würden in den Kindergarten oder zur Schule gehen, erwachsene Menschen in die Arbeit, erklärt Franz Demmelmaier, Sozialpädagoge. "Und wenn jemand nur ganz schlecht eine Arbeit finden kann, kommt er häufig zu uns." Das hinge auch damit zusammen, dass die Menschen unterschiedlich sind, manchmal behindert, von Geburt an, durch Krankheit oder einen Unfall. Durch das Gespräch aufmerksam geworden, kommen einige der Werkstatt-Mitarbeiter beim Durchqueren der Halle näher, fragen artig nach Herkunft der Kinder. "Aus Osterberg!", rufen die.

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Für den Rundgang nimmt die kleine Enya Bodenmüller Paula Print ganz fest in den Arm. Begonnen wird bei der Malecke, wo Helmut im Beisein von Kunsttherapeutin Ewa-Maria Frankowska geometrische Bilder malt. "Wir malen Dinge, die uns gefallen haben", erklärt sie.

"Das machen wir auch", erwidert Monika Schneider, "wir malen morgen, was uns heute hier gefällt". Weiter geht es in die Lehrwerkstatt, wo künftige Mitarbeiter eine zweijährige Berufsausbildung absolvieren, den Umgang mit Säge, Feile und Hammer lernen.

Wunderschöne Holzblumen werden hier für den Verkauf gefertigt. Es folgt ein Besuch der Verpackungs-Arbeiter von Autoersatzteilen, dann einer in der Metallwerkstatt. Hier stehen die Maschinen still und alles sieht ein bisschen traurig aus. "Die Wirtschaftskrise ist auch bei uns angekommen, vor einem halben Jahr konnten wir uns vor Arbeit kaum retten", so Bader.

Die betroffenen 45 Metallarbeiter sind in anderen Abteilungen untergekommen.

In der Papierabteilung werden Prospekte gefaltet

In der Papierabteilung werden maschinell Prospekte gefaltet, was sich der neugierige Alexander Möst genauer zeigen lässt. Schließlich gelangen sie in die Verpackungsabteilung, wo unter anderem Drogerie-Artikel in Tütchen oder Säckchen zusammengestellt werden.

"Das ist eine hübsche Arbeit", denkt sich Paula Print spontan. Lukas Bruns und seine Kumpels sind gleicher Meinung und wollen wie die Verpackungs-Kräfte ebenfalls das Einsortieren in die Tüten übernehmen. Sie stellen sich neben Abteilungschefin Kornelia Eberhardt auf. "Wer fleißig arbeitet, muss auch Pause machen dürfen", bemerkt Roland Bader mit Blick in Richtung Fitness- und Turnhalle.

Die Kinder verstehen den Wink und rennen los, Paula Print mitten drin. Größte Attraktion für die Besucher ist eine Spezial-Hüpfburg - für behinderte Menschen willkommene Möglichkeit, durch Schaukelbewegungen ihren Körper zu entspannen, besonders bei spastischen Erkrankungen. Die Zeitungsente ist ganz nachdenklich geworden, sie hat Menschen in Rollstühlen gesehen oder solche, die sich beim Stehen am Tisch festhalten müssen.

Sie hat auch die Freude der Gastgeber bemerkt, als quirlige Kinder Interesse für ihre Arbeit zeigten. "Wäre doch blöd, vor ihnen wegzulaufen, bloß weil sie durch ihre Behinderung etwas anders leben", überlegt Paula und findet die Hüpfburg toll, weil behinderte Menschen auf ihr Erleichterung verspüren.

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