Lieder

29.04.2013

Perfekter Begleiter

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3 Bilder
Liedbegleiter Helmut Deutsch trat mit seinen Gesangsschülern Katharina Ruckgaber und Mauro Peter am Freitag zweimal im Barocksaal auf: vormittags exklusiv für Grundschüler (rechtes Bild) und abends für das allgemeine Publikum.
Bild: Langhans

Solisten glänzen mit Helmut Deutsch

Illertissen Neugierige Spannung beim Liederabend im Barocksaal im Illertisser Schloss, als Pianist Helmut Deutsch und seine Schüler Katharina Ruckgaber (Sopran) und Mauro Peter (Tenor) eintraten. Schließlich befand sich der Meister in der Begleiterrolle, während die Schüler als Solisten im Rampenlicht standen. Zunächst jedenfalls.

Den Auftakt machte ein pochendes Tastenklopfen auf dem Klavier, dann durften Sopran und Tenor dahinschmelzen. Romantik pur war da geboten. Diese gelang stimmungsvoll und natürlich, ohne sich zu verlieren. Mit kurzen aufmerksamen Blicken versicherte sich der Begleiter ihrer Einsätze und Bewegungen, um die Impulse am Flügel aufzugreifen. Sie weiterzuentwickeln und den Gesang im geeigneten klanglichen Ambiente strahlen zu lassen.

Im Duett standen die Sänger mit Robert Schumanns (1810-1856) „Unterm Fenster“ oder lebten sich beim musikalischen Zwiegespräch „Er und sie“ aus. Der Wechsel zu den Solodarbietungen begann mit einer wunderschönen Version der „Loreley“, komponiert von Franz Liszt (1811-1886) nach dem berühmten Gedicht von Heinrich Heine. Am Klavier erweckten flinke Finger die Illusion vom gefährlichen Wasserstrudel im Rhein, hämmerten in die Tasten, und stahlen doch der Sängerin nicht die Schau. Vielmehr schienen sie Ansporn zu sein, in angemessener Leidenschaft, körperlich wie stimmlich, zu reagieren. Ruckgaber vermochte nicht weniger zu schwelgen als Peter. Bei Goethes „Willkommen und Abschied“, das Franz Schubert (1810 -1856) vertonte, oder dem Beethoven-Vortrag „An die ferne Geliebte.“

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Musikalisches aufeinander Einschwören

Mit Modest Mussorgsky (1839- 1881) wechselte das Lied-Genre in den human-realistischen Bereich, indem das Publikum über die „Kinderstube“ Russlands erfuhr. Noch einmal anders waren dann die Lieder französischer Komponisten, welche die Solisten im Duett und in Originalsprache vortrugen. Wiederum waren es Vertonungen berühmter Autoren, in die Zeit des späten 19. Jahrhunderts reichend, zum Beispiel „Die Flucht“ von Georges Bizet. Die gute Textverständlichkeit litt nicht unter dem Klavier, vielmehr schien es die in Gesang und Haltung aufeinander zu gehenden Protagonisten auch musikalisch einzuschwören aufs umjubelte Finale.

Der Liederabend begeisterte nicht zuletzt wegen der dargestellten Vielseitigkeit im Genre Kunstlied, um nach den erklatschten Zugaben mit „leisem Servus“ zu enden, nachdem das letzte Lied verklungen war. Applaus bei Publikum und Christine Holzwarth aus Weißenhorn: „Wenn der Text von einem tiefen Tal handelte, begleitete das Klavier ins Tal hinab.“

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