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Spaziergang

16.05.2013

Pfarrer Kneipp vor dem Babenhauser Amtsgericht

Bei einem vom Kneippverein Babenhausen organisierten gesundheitsinformativen Spaziergang führte Dieter Spindler (links) mit aufschlussreichen Erläuterungen vom ehemaligen Polizeigarten (Bild) zur Wassertretanlage.
Bild: Claudia Bader

Dieter Spindler führt vom Polizeigarten zur Wassertretanlage

Von Claudia Bader

Babenhausen Zu Lebzeiten von Pfarrer Sebastian Kneipp wohnten in Babenhausen rund 1300 Bürger in 213 Häusern. Über einige davon weiß Heimatforscher Dieter Spindler Interessantes zu berichten. Während eines vom Kneippverein Babenhausen organisierten „gesundheitsinformativen Spaziergang“ führte er mit aufschlussreichen Erläuterungen vom sogenannten Polizeigarten nördlich der Judengasse zur Wassertretanlage an der Promenade.

Bereits in diesem kleinen Bereich des Fuggermarktes fand Spindler einige Gebäude von historischer Bedeutung. Er stützte sich dabei auch auf eine Topografie, die der hochfürstliche Hofarzt Dr. Anton Gruber im Jahr 1807 verfasst hat. Damals waren viele Häuser mit Strohdächern bedeckt. Wegen der damit verbundenen Brandgefahr mussten sie allmählich durch Ziegeldächer ersetzt werden.

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Aufgrund der schlechten Ernährungslage der Bevölkerung spielte die heute noch vorhandene Stadtmühle damals eine große Rolle. Ihr Wasser holten sich die Bürger aus den öffentlichen Brunnen.

Das Gebäude der heutigen Lokalität „Ambiente“ war einst ein Badhaus. Dort trafen sich die Bürger auch zum Märzen- und zum Maienbad, hat Dr. Gruber in seiner Schrift festgehalten.

In der heutigen Raiffeisenbank wurde einst das Gasthaus „Adler“ bewirtschaftet, im Geschäftshaus Mutzel das Café Osternried. Außerdem konnten die Bürger in der Weinwirtschaft „Zum Löwen“ in der Stadtgasse einkehren.

Rund 50 Jahre lang wirkte im Haus Stöckle der königlich privilegierte Amtsarzt Dr. Primus, hat Dieter Spindler in Erfahrung gebracht.

Über das Wirken von Pfarrer Kneipp in Babenhausen gebe es nicht viel zu berichten. 1854 wurde der „Wasserdoktor“ von einem Apotheker wegen „Gewerbebeeinträchtigung und Schädigung“ angeklagt und musste sich vor dem Amtsgericht in Babenhausen verantworten. Kneipp habe dargelegt, dass er nur Menschen geholfen habe, die nach jahrelanger Behandlung bei Ärzten und Apothekern keine Hilfe fanden oder die sich keinen Arzt leisten konnten. Er musste eine Erklärung unterschreiben „fürder auch solchen Unglücklichen nicht mehr zu helfen, die angeblich keine ärztliche Hilfe mehr fanden“.

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