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26.06.2009

Pilz wuchert in der Tiefenbacher Kirche

Illertissen-Tiefenbach Schnell reagieren mussten Kirchenpflegerin Sieglinde Heubusch und die Diözese Augsburg, nachdem per Zufall in der St.-Antonius-Kirche in Tiefenbach der Echte Hausschwamm, ein Pilz, entdeckt worden war. Betroffen ist das hintere Kirchenschiff, sodass Gottesdienste wie gewohnt, wenn auch mit Einschränkungen stattfinden.

Sieglinde Heubusch muss es vorgekommen sein wie im Horrorfilm, als sie zwischen Mauer und Boden etwas eklig braunes hervorquellen sah und es zweimal kurz nacheinander wegwischte. Die Reinigungsfrauen hatten fast zeitgleich ein ähnliches Erlebnis gehabt. Alarm war angesagt, als chemische Untersuchungen den Verdacht bestätigten: Der Echte Hausschwamm war in die vor kurzem erst rundum sanierte Pfarrkirche eingezogen. Er hatte im Boden des hinteren Kirchenschiffs gewütet, sodass dieses zur Sanierung wegen der Sporen sorgfältig mit Planen vom übrigen Gebäude abgetrennt wurde. Ein Großteil des Holz-Fußbodens unter dem Kirchengestühl und die Solinger Steinplatten mussten entfernt werden, ebenso eine der tragenden Holzsäulen. Sie war innen komplett angegriffen, äußerlich noch intakt. Was nicht entfernt oder mit Stahlbürsten abgeschmirgelt werden kann, wird mit Borsäurelösungen behandelt. "Die entfernten Teile werden alle als Sondermüll verbrannt", erklärt Zimmerermeister Anton Rausch, Sachkundiger für Holzschutz im Bau sowie geprüfter Restaurator. Wie der Pilz zwischen Estrich und der Bitumenschicht unter dem hohlen Holzboden hatte eindringen können, sei noch völlig unklar, erklärt Bauleiter Dr. Horst Reul vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Bauchemie. Glücklicherweise sind wichtige historische Elemente nicht befallen. Das Kirchengestühl wird "gesund geschnitten", erklärt Anton Rausch, und ergänzt, die Holzsäule müsse neu angefertigt werden. Der Hausschwamm ist für Menschen ungefährlich, so die Experten.

Laut Kirchenpflegerin Heubusch wird die Diözese einen Teil der Kosten bezahlen, den Rest müsse die Pfarrgemeinde finanzieren.

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