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Region

19.09.2019

Pilzsucher in der Region sind zufrieden mit Ausbeute

Von zahlreichen Steinpilzfunden berichten die Hobbysammler aus der Region in diesem Jahr. Auch Braunkappen und Pfifferlinge sind gut gewachsen.
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Von zahlreichen Steinpilzfunden berichten die Hobbysammler aus der Region in diesem Jahr. Auch Braunkappen und Pfifferlinge sind gut gewachsen.
Bild: Siegfried Rebhan (Archiv)

In den Wäldern der Region sind in diesem Jahr besonders viele Steinpilze gewachsen, sagen Hobbysammler. Ein Experte gibt Tipps für Anfänger.

Illertissen Ist es ein gutes Pilzjahr oder ein schlechtes? Diese Frage beantwortet der erfahrene Hobby-Pilzsammler Hermann Pistel aus Oberroth nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein. „Man muss wissen, wo man suchen muss“, sagt er. Doch wo man seiner Meinung nach zu suchen hat, verrät Pistel, der nach eigenen Angaben im Spätsommer und Herbst rund fünf Mal pro Woche im Wald unterwegs ist, natürlich nicht. Der 49-Jährige sammelte schon als Jugendlicher Pfifferlinge, Braunkappen, Rotfußröhrlinge und andere Sorten. In diesem Jahr habe es bereits reichlich Steinpilze gegeben, sagt er.

Für Brigitte Singer aus Buch, die mit ihrem Mann ebenfalls regelmäßig Pilze sucht, kommt es hingegen gar nicht so sehr auf die Menge an. „Nicht die Masse ist wichtig, sondern die Qualität“, sagt sie. Und die sei heuer bisher gut gewesen. Neben Steinpilzen hätten sie und ihr Mann auch einige Parasol, braune Schirmpilze mit locker abstehenden Schuppen, gefunden. Singer empfiehlt, diese Sorte wie ein Schnitzel zuzubereiten: mit Semmelmehl panieren und in der Pfanne braten. Ein bisschen würde der Parasol, auch Riesenschirmpilz genannt, sogar nach Kalbfleisch schmecken.

Pilze mögen es vor allem warm und feucht

Laut dem Leipheimer Manfred Enderle, Gründer der Arbeitsgemeinschaft Mykologie Ulm, mögen es Pilze vor allem warm und feucht. Diese Mischung habe es in der Region dieses Jahr schon einige Male gegeben: „Deswegen hatten wir bereits im Juli und August zahlreiche Pilze“, sagt der ausgewiesene Experte, der bereits mehrere Bücher über das Pilzesammeln veröffentlicht hat. Momentan herrsche allerdings Flaute: „Aktuell ist es zu trocken.“ Das könnte sich jedoch wieder ändern – schließlich verlaufe die Hochsaison, die gerade erst losgegangen sei und noch bis Ende Oktober andauere, schubweise. In der Region seien rund 200 essbare Pilzarten zu finden, die man allerdings gut kennen müsse. Denn Vergiftungen könnten ernsthafte Folgen haben: Bei Knollenblätterpilzen würden sich die Symptome beispielsweise erst zehn bis zwölf Stunden nach dem Verzehr zeigen: „Dann kommt oft jede Hilfe zu spät.“

Pilzsucher in der Region sind zufrieden mit Ausbeute

Gerade für Anfänger gelte es deshalb, bei der Suche einiges zu beachten. Die wichtigsten Vorgaben hat Enderle in den zehn Pilzgeboten zusammengefasst. Diese besagen unter anderem, dass nur Pilze gegessen werden sollten, die der Sammler ganz sicher kennt und dass Arten mit weißlichen bis cremefarbigen Blättern gemieden werden sollten. Außerdem sei es ratsam, sich zunächst auf Röhrlinge zu spezialisieren – unter ihnen gibt es keine tödlich giftigen Arten. „Wenn die zehn Punkte genau beachtet werden, ist man auf der sicheren Seite“, sagt Enderle.

Nach dem Wochenende gibt es weniger Pilze

Für Julia Faulhaber, die in Tafertshofen wohnt und im Wald rund um ihren Heimatort auf Pilzsuche geht, ist es heuer eine bessere Saison als im vergangenen Jahr. Sie habe vor allem Steinpilze, Braunkappen und Pfifferlinge gefunden. Auch der ein oder andere Parasol war dabei. Wenn die Pilze gerade sprießen, sei sie zwei bis drei mal die Woche unterwegs. Beim Sammeln hält sie sich selbstverständlich auch an die Regel, nur die mitzunehmen, die sie sicher kennt. Vieles, von dem was die heute 36-Jährige über Pilze weiß, hat sie von ihrem Großvater gelernt, den sie schon früher immer in den Wald begleitet hatte.

Auch wenn der passionierte Pilzsammler Hermann Pistel seine Fundstellen nicht preisgibt, einen Tipp hat er, um die Erfolgsaussichten zu steigern: Nicht gleich nach dem Wochenende losziehen. Da waren im Wald viele Sammler unterwegs und es sei kaum etwas übrig.

Wie die Erntebilanz der Landwirte in der Region ausfällt, lesen Sie hier:

Wie die Erntebilanz der Bauern in der Region ausfällt

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