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Babenhausen

30.08.2019

Pläne für Kita am Babenhauser Schloss werden konkret

Die Zufahrt zum Fuggerschloss erfolgt derzeit über den Durchgang des ehemaligen Ökonomietrakts, also dem zukünftigen Kindergartenstandort.
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Die Zufahrt zum Fuggerschloss erfolgt derzeit über den Durchgang des ehemaligen Ökonomietrakts, also dem zukünftigen Kindergartenstandort.
Bild: Fritz Settele

Plus In einer außerordentlichen Sitzung befasst sich der Babenhauser Marktrat mit dem geplanten Umbau des Ökonomietrakts auf dem Fuggerareal.

Nun musste es schnell gehen: In einer außerordentlichen Sitzung in der Sommerpause hat sich der Babenhauser Marktgemeinderat erstmals öffentlich mit dem geplanten Umbau von Gebäuden auf dem Schlossareal in eine Kindertagesstätte befasst. Die Zeit drängte, weil die Gemeinde einen Förderantrag bis zum Samstag einreichen wollte und sollte, um sich möglichst hohe Zuschüsse für den Ausbau der kommunalen Kinderbetreuung zu sichern. Denn ob das anvisierte Förderprogramm verlängert wird, das hat der Bayerische Landtag noch nicht fix beschlossen. „Deshalb sollten wir diesen Antrag auf alle Fälle auf den Weg bringen, um die höhere Förderung für die neu geschaffenen Plätze zu erhalten“, sagte Bürgermeister Otto Göppel ( CSU). Martin Szymanski vom beauftragten Würzburger Büro Brückner und Brückner Architekten fügte an: „Wir haben jetzt Gas gegeben“.

Wie berichtet, sollen die ehemaligen Ökonomiegebäude auf dem Fuggerareal im Zentrum von Babenhausen zu einer Kindertagesstätte umgebaut und teils erweitert werden. Die Kita Guter Hirte soll im Anschluss dorthin umziehen. Denn an deren bisherigem Standort an der Schulstraße besteht keine Möglichkeit mehr, das Angebot der Betreuung zu erweitern – was aber angesichts der Nachfrage erforderlich wäre. Die mit einer Sondererlaubnis eingerichteten „Notgruppen“, so Bürgermeister Göppel, dürfte die kommunale Einrichtung nur noch bis Mitte 2022 betreiben.

Der Blick auf das Fuggerareal.
Bild: Ch. Beinhofer

In den Gebäuden auf dem Schlossareal glaubt die Marktgemeinde nun in Zusammenarbeit mit dem Fürstlichen Haus als Bauherrn, einen geeigneten Standort gefunden zu haben, an dem der „Gute Hirte“ die Betreuung seiner derzeit fünf Regelgruppen, einer Krippen- sowie einer Hortgruppe künftig umsetzen kann. Auch Optionen, das Raum- und damit Betreuungsangebot noch zu erweitern, seien dort gegeben. Das sei ein wichtiger Punkt gewesen, betonte Szymanski. In der Sitzung war von künftig 165 Betreuungsplätzen die Rede.

Pläne für Kita am Babenhauser Schloss werden konkret

Nun sollen die früheren Ökonomiegebäude, die unter Denkmalschutz stehen, einerseits umgebaut werden. Andererseits soll ein Anbau „in historischem Duktus das Ensemble in U-Form ergänzen“. Um Platz für einen solchen Anbau zu schaffen, wird das brachliegende Brauereigebäude aus den 1970er-Jahren dran glauben müssen: „Das Sudhaus wird abgerissen“, erklärte Göppel.

An den bestehenden Gebäuden, die erhalten werden, bleiben Kubatur und Dachform den Plänen zufolge unverändert. Die Außenwände werden allerdings mit einer Dämmung energetisch saniert. Im Gebäudeinneren hingegen bleiben die wesentlichen Strukturen nur teilweise erhalten, so Architekt Martin Szymanski. Er erläuterte den Markträten die geplanten Änderungen. Der Innenausbau und die technischen Anlagen würden vollständig erneuert. „Wir brauchen auch mehr Dachraum als vorher“, sagte er. So werden dort Bereiche aus- und ein bis zwei Aufzüge eingebaut.

Auch andere Pläne im Blick behalten - etwa für den Zehentstadel

Die zwei Arme des U-förmigen Gebäudes sollen später einmal jeweils für die Betreuung unterschiedlich alter Kinder genutzt werden. Im südlichen Trakt sollen die Regelgruppen betreut werden. Der neue Anbau im Norden soll je einen Krippen- und Hortraum mit Nebenräumen beherbergen. In dessen Dachgeschoss soll ein Speiseraum mit Küche entstehen.

Welche unterschiedlichen Voraussetzungen die Räumlichkeiten später erfüllen sollten – etwa kurze Laufwege, Rückzugsorte für integrative Maßnahmen, eine bestimmte Anzahl an Toiletten und vieles mehr –, das war bereits Thema in Gesprächen zwischen dem Architekturbüro, dem Fürstlichen Haus, der Gemeinde und den zuständigen Behörden. Jedoch stünden auch noch Abstimmungsgespräche aus – „weil es jetzt schnell gehen musste und wegen der Urlaubszeit“, wie Göppel erklärte.

Das Foto zeigt den „Südflügel“ des Trakts.
Bild: Fritz Settele

Rat Martin Gleich (CSU) legte nahe, bei der Baumaßnahme auch die künftigen, möglichen Nutzungsformen auf dem Schlossareal zu bedenken – beispielsweise, wenn es um die Ausrichtung der Kita-Räume geht. „Graf Alexander will das auch noch einmal auf den Tisch bringen“, sagte Szymanski dazu.

Wie berichtet, ist seit längerer Zeit eine Sanierung des Zehentstadels im Gespräch. Dieser könnte zur Veranstaltungshalle für die Gemeinde umgewandelt werden, sofern entsprechende Zuschüsse die Pläne realisierbar machen. Und auch eine Tiefgarage hatte Bürgermeister Göppel bei einem Termin mit dem bayerischen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker im vergangenen Sommer für denkbar gehalten. Darüber hinaus sehen manche im Fuggerareal einen geeigneten Standort für den Weihnachtsmarkt.

Lesen Sie auch unseren ersten Bericht zum Thema Kita am Schloss: Kindertagesstätte soll auf das Babenhauser Schlossareal ziehen

Hier ist unser großes Interview mit Bürgermeister Otto Göppel und Alexander Graf Fugger zum Nachlesen: Große Pläne für das Fuggerschloss in Babenhausen

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