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Kettershausen

30.11.2019

Pläne für das Anwesen Ilg in Kettershausen sind vom Tisch

Das Anwesen Ilg – im Bild der ehemalige Gasthof – wird nicht das neue Gemeindezentrum.

Kettershauser Gemeinderat beschließt, diesen Bereich nicht im Rahmen der geplanten Dorferneuerung als neue Ortsmitte umgestalten zu wollen.

Das Anwesen Ilg ist aus dem Rennen. Bei der jüngsten Sitzung haben die Kettershauser Räte beschlossen, diesen Bereich als mögliches neues Gemeindezentrum aus dem Maßnahmenkatalog der Dorferneuerung (DE) zu nehmen. Vielmehr soll künftig in Richtung Sporthalle mit flexibler Nutzung, auch für Veranstaltungen, gedacht werden – wobei Umsetzung und Standort noch eruiert werden müssen. Mit dem Wegfall der bedeutenden Maßnahme am Anwesen Ilg wird es laut Bürgermeisterin Susanne Schewetzky wohl nicht zur geplanten umfassenden DE kommen.

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Das Anwesen Ilg sei in der vertiefenden Planung ein Schlüsselprojekt, sagte Wilhelm Daurer vom beauftragten Planungsbüro anfangs. Für das zuständige Amt für Ländliche Entwicklung stelle es die Hauptaktion in der geplanten umfassenden DE dar. Da dort derzeit über das Budget entschieden werde, sei die Gemeinde nun in „Beschlussnot“, ob sie tatsächlich ein Gemeindezentrum am Anwesen umsetzen will.

Rückblick: Die Idee, das Anwesen Ilg zur neuen Mitte zu machen, stammt aus dem Gemeindeentwicklungskonzept. Im Januar hatte die Gemeinde, wie berichtet, beschlossen, das Anwesen in den DE-Maßnahmenkatalog aufzunehmen. Die Sanierungskosten wurden auf drei Millionen Euro geschätzt. Den Entwürfen zufolge hätten im ehemaligen landwirtschaftlichen Stadel das Rathaus samt Verwaltung und im Dachgeschoss ein kleinerer Saal eingerichtet werden können. Im früheren Gasthaus des Anwesens hätten Mehrzweckräume entstehen sollen.

Pläne für das Anwesen Ilg in Kettershausen sind vom Tisch

Ausschlaggebend für die Entscheidung im Januar waren prognostizierte hohe Fördergelder aus der DE und dem Förderprojekt „Innen statt Außen“ (bis zu 1,3 Millionen Euro) sowie vonseiten der Denkmalförderung und des Entschädigungsfonds. Ob die Pläne für die neue Ortsmitte im Bereich des Anwesens letztlich auch tatsächlich umgesetzt werden, blieb damals offen. Welche Rolle das Anwesen für eine umfassende DE spielen würde, war während der Sitzung auch nicht kommuniziert worden.

Treffen mit Vereinen fanden statt

Einer Sanierung der jetzigen Gemeindehalle wurde im Januar wegen der hohen Kosten (rund drei Millionen Euro) und vergleichsweise niedriger Zuschüsse eine Absage erteilt. Die Idee, eine Sporthalle zu bauen (mit möglicherweise 50-prozentiger Förderung vonseiten des Bayerischen Landessportverbands), die auch für größere Veranstaltungen genutzt werden könnte, wurde damals erstmals öffentlich gemacht.

Während des Jahres fanden mehrere Treffen mit Vereinsvertretern statt. Das Fazit dieser wohl diskussionsreichen Zusammenkünfte fasste Daurer in der Sitzung zusammen: Die Vereine, die in den Räumen an der Gemeindehalle untergebracht sind, haben ein „hohes Standortbedürfnis“, dort zu bleiben. Was eine mögliche Sporthalle angeht, so laute der Wunsch, sie nahe dem Sportgelände und Sportheim zu errichten.

Dass etwa der Schützenverein seine Stätte mit Schießanlage bei der Gemeindehalle belassen will, sei nachvollziehbar, sagte Zweiter Bürgermeister Markus Koneberg. Was die geplanten Mehrzweckräume im Gasthof Ilg betrifft, so stellte er einen tatsächlich vorhandenen Bedarf in dieser Größenordnung infrage. Generell wisse man noch gar nicht, was genau im früheren Gasthof untergebracht werden solle, fügte er an. Das Anwesen nur wegen seines Standorts in der Ortsmitte und ohne konkretes Nutzungskonzept zu kaufen, könne er nicht befürworten. Weil die DE-Förderrichtlinien zweckgebunden eine gemeinschaftliche Nutzung der Räume vorsehen, könnten etwa auch keine Wohnungen im Gasthof eingerichtet werden. Koneberg sprach sich gegen das Anwesen als neue Mitte aus. Das Thema Sporthalle solle verfolgt werden.

Dritter Bürgermeister Daniel Sonntag meinte, er fände es im Prinzip gut, das Anwesen zu erhalten. Aber auch er monierte das mangelhafte Nutzungskonzept und sah zudem die Gefahr nicht vorhersehbarer Sanierungskosten. Zudem äußerte er sich verärgert darüber, dass eine umfassende DE nun von diesem Projekt abhängig gemacht wird.

Rat Clemens Winter sagte, er persönlich stehe dem Anwesen Ilg positiv gegenüber. Seines Wissens nach seien aber rund 90 Prozent der Bürger dagegen. Deshalb könne er das Vorhaben nicht befürworten.

Die Bürgermeisterin war schließlich die Einzige im Gremium, die sich für das Anwesen als neues Zentrum aussprach. Im Rahmen der DE böte sich „eine einmalige Chance“. Entfällt das Anwesen als „Herzstück“ des DE-Konzepts, so wird es laut Bürgermeisterin voraussichtlich keine bislang anvisierte, umfassende DE geben. Da es sich um ein Schlüsselprojekt auch für weitere Maßnahmen, etwa an der B300, handele, ergäben diese folglich keinen Sinn mehr. Nur Einzelmaßnahmen wie die Aufwertung des Badesees seien dann noch umsetzbar. Fördergelder für private Maßnahmen gäbe es dann nicht mehr.

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