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Illertissen

30.09.2017

Platz für einen neuen Kindergarten

Auf dieser Fläche in der Nähe der Illertisser Hundesportanlage soll ein neuer Kindergarten entstehen. Geplant sind drei Gruppen, etwa für zwölf Krippen- und 50 Kindergartenkinder.

In Illertissen wird eine Einrichtung mit drei Gruppen für knapp 1,6 Millionen Euro gebaut. Die Räte sind sich einig: Der Bedarf ist da. Nur der Standort stößt manchem auf.

Dass Illertissen zur Zeit als Wohnort sehr begehrt ist, zeigt sich an etlichen Baugebieten, die im Moment entstehen, beispielsweise im Ortsteil Tiefenbach östlich der Edelstettenstraße (wir berichteten). Rund 34 Grundtücke wird es auf der Fläche geben. „Illertissen ist beliebt“, so bestätigte vor Kurzem auch Manfred Norrenbrock, der im Rathaus unter anderem für Stadtplanung zuständig ist, den Bauboom. Für die Stadträte ist das mit ein Grund, einen neuen Kindergarten für rund 1,62 Millionen Euro in der Mozartstraße in der Nähe der Hundesportanlage bauen zu lassen. Nach ersten Schätzungen könnten 1,2 Millionen Euro gefördert werden.

Hauptamtsleiterin Kerstin Breymaier erläuterte in der Stadtratssitzung den aktuellen Betreuungszustand: „In der Kernstadt sind alle Einrichtungen voll belegt.“ Aktuell werde an etlichen Stellen gebaut. Der Kindergarten in Tiefenbach sei voll und auch in dem Ort entstünden neue Bauplätze. „Das heißt, diese Kinder müssten dann nach Betlinshausen gehen“, so Breymaier. „Wir brauchen also Kindergartenplätze.“

Denn: Weitere Baugebiete sind gerade erst in Arbeit. In der Rudolf-Kurz-Straße in Illertissen werden 290 Einwohner erwartet, auf dem ehemaligen Baywa-Areal der Stadt 990 und südlich der Franz-Mang-Straße sollen in Zukunft 110 Einwohner ein neues Zuhause finden. Allein durch diese drei Gebiete liegt der Betreuungsbedarf bis 2022 – nach Prognosen der von der Stadt beauftragten Geografen und Stadtplaner Salm & Stegen aus München – bei 25 Krippen-, 60 Kindergarten- und 19-Hortplätzen. Und auch in den Ortsteilen der Stadt neigen sich die Plätze zu Ende. Wie Breymaier auf Nachfrage mitteilte, gebe es in der Krippe in Au nur noch vereinzelt freie Plätze, in den Kindergärten in Jedesheim und Betlinshausen gebe es zwar Kapazitäten, doch auch in diesen Ortsteilen entstehen Baugebiete. Um den vielen Kindern gerecht zu werden, ist nun ein Neubau in der Mozartstraße mit einer Größe von rund 3800 Quadratmetern geplant. Insgesamt sind drei Gruppenräume für beispielsweise zwölf Krippen- und 50 Kindergartenkinder vorgesehen.

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Breymaier: „Step by Step“ müsse man reagieren

Während der Sitzung sagte die Hauptamtsleiterin, man müsse „step by step“ reagieren, wie sich die Bevölkerung entwickelt. Falle jetzt noch kein Beschluss, stehe die Einrichtung vielleicht erst 2019, so Breymaiers Befürchtung.

Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) sagte, durch einen Neubau, würden andere Einrichtungen entlastet. Außerdem komme der Standort in der Mozartstraße infrage, weil das Grundstück bereits im städtischen Besitz sei. Eine andere Fläche müsste man erst teuer kaufen. Auch Parkplätze seien vorhanden und ein Kindergarten sei bereits an diesem Standort im Bebauungsplan vorgesehen gewesen. Rätin Helga Sonntag (ÖDP/AB/Grüne) sei, wie sie sagte, zwar für den Neubau, forderte jedoch noch mehr Bedenkzeit. „Vor zwei Wochen erfuhren wir, dass im Norden der Stadt ein Kindergarten gebaut werden soll und heute soll entschieden werden.“ Ihr gehe es darum, den Standort genau zu prüfen, sie wolle keine Ad-Hoc-Entscheidung treffen. „Ich wäre dafür, den Punkt zu verschieben.“ Eisen argumentierte dagegen, denn die Kindergartenzahlen stiegen, die Einrichtungen seien alle voll. CSU-Rätin Amalie Speiser wollte wissen, ob eventuelle Erweiterungen an den bereits vorhandenen Einrichtungen geprüft worden seien. „Wir haben das geprüft“, sagte Eisen. Der einzige anbaufähige Kindergarten sei Don Bosco, dieser sei aber schon sehr groß.

Die Kosten werden teilweise gefördert

Ansgar Batzner (Freie Wähler) listete gleich eine ganze Reihe an Argumenten für den geplanten Neubau auf. Der Bedarf sei da und er werde weiter wachsen. Außerdem sei nicht sicher, ob die Stadt die Förderung noch in zwei oder drei Jahren bekomme. „Entscheidend ist, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, das relativ günstig zu machen“, sagte Batzner. CSU-Mann Dietmar Haas schloss sich dieser Meinung an: „Ich denke, dass man hier zuschlagen sollte. Auch die Nähe zum Wald ist eine gute Sache.“ Helga Sonntag beharrte auf eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema. „Ich bin auch für den Kindergarten. Was mir gefehlt hat, ist die Meinung der Menschen.“ Sie fragte in die Runde, warum dort bis heute noch keine Häuser stehen, und fügte an, dass es bezüglich des Bebauungsplanes ihrer Meinung nach nie um einen Kindergarten, sondern um eine Schule gegangen sei. Der Dritte Bürgermeister Wolfgang Ostermann (SPD) antwortete: Den Bebauungsplan habe man vor mehr als 20 Jahren erstellt – und zwar mit dem Sondergebiet Grundschule, deshalb sei es bis jetzt noch nicht bebaut worden. Dass das Projekt jetzt zur Hälfte gefördert werden soll, sei das ausschlaggebende Argument für den Neubau. Stadtrat Ansgar Bauer (Freie Wähler) warnte davor, den Neubau als Austauschfläche für die anderen Kindergärten zu nutzen, wenn dort kein Platz mehr sei. Jeder Ort brauche seinen Kindergarten. Dieser Meinung schloss sich Rathauschef Eisen an. Amalie Speiser sagte, sie sei zwar für einen neuen Kindergarten, allerdings sei der Standort an der stark befahrenen Straße nicht ideal. Das Gremium entschied sich letztlich mehrheitlich für die Einholung der Angebote.

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