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Illertissen

25.03.2015

Polizei bläst zur Einbrecherjagd

Die Polizei will verstärkt Streife fahren, um den einbrechern das Leben schwer zu machen, die bevorzugt in der Dämmerung zu Werke gehen.
Bild: Norbert Förstling, dpa

Am Freitag beginnt eine mehrwöchige Aktion, bei der Beamte in der Abenddämmerung verstärkt Streife fahren. „Einschleichdiebstähle“ nehmen zu

Die Polizei wird in den kommenden Wochen gezielt auf Einbrecherjagd gehen. Im Rahmen der bayernweiten „Schwerpunktaktion Abenddämmerung 2“ werden Beamte der Polizeiinspektion Illertissen von kommenden Freitag an bis zum 19. April verstärkt Streife fahren – und zwar zu den „tatrelevanten Zeiten“ in der Abenddämmerung. Das kündigte gestern der amtierende Leiter der Inspektion, Werner Bräuer, an.

Erklärtes Ziel der vom bayerischen Innenministerium angeordneten Aktion ist es, Einbrechern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Einbrüche haben in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen, im Freistaat im vergangenen Jahr um 20 Prozent. Dazu kommt, dass Einbrüche oft verheerende Folgen für die Betroffenen haben. Häufig ist es weniger der materielle Schaden, der den Opfern zu schaffen macht, sondern viel mehr die psychologischen Auswirkungen – wenn ein Unbekannter in den geschützten Raum in den eigenen vier Wänden eingedrungen ist.

Bei der Aktion vor, über und nach Ostern werden nach Angaben von Hauptkommissar Bräuer er und seine Kollegen vor allem in Wohn- und Industriegebieten Präsenz zeigen oder auch an Orten, an denen ein hohes Verkehrsaufkommen ist – beispielsweise am Autohof an der A7 bei Illerberg. Wobei es die Beamten nicht beim Flagge zeigen belassen werden. Bräuer: „Natürlich werden wir auch verstärkt kontrollieren.“ Und diese Kontrollen werden „ganzheitlich“ sein – sprich: Auch wenn ein betrunkener Autofahrer kein Diebesgut im Wagen hat, braucht er nicht zu glauben, dass er in den kommenden Wochen ungeschoren davonkommt.

Besonderes Augenmerk werden die Polizisten auf Fahrzeuge legen, die zum Beispiel eine Art Fremdkörper in einem Wohngebiet sind – weil sie etwa ein ausländisches Kennzeichen haben. Denn häufig sind es „durchreisende“ Täter, die rasch einen Einbruch begehen und dann via Autobahn das Weite suchen.

Daneben wird auch die Prävention verstärkt: Sollten Polizisten sehen, dass etwa eine Garage sperrangelweit offen steht, werden sie Kontakt zu den Hausbewohnern aufnehmen und sie bitten, das Tor zu schließen.

Wahlweise sollen Flyer mit Tipps für einen wirksamen Einbruch- und Diebstahlschutz in den Briefkasten gesteckt werden.

Zurzeit macht der Illertisser Polizei eine Unterart der „Wohnungseinbruchdiebstähle“ – im Jargon WED genannt – besonders zu schaffen: der Einschleichdiebstahl, bei dem in aller Regel ältere Mitbürger die Opfer sind. Innerhalb weniger Wochen wurden fünf solcher Taten angezeigt – die jüngste gestern Mittag.

In der Herbststraße in Vöhringen war eine ältere Frau nur kurz in ihren Garten gegangen, hatte dabei aber nicht die Tür abgesperrt. Als sie nach wenigen Minuten wieder ins Haus zurückkam, stand in ihrer Küche ein Mann in einem grauen Overall, der sich ihres Geldbeutels bemächtigt hatte. Zwar versuchte die Frau, dem Unbekannten das Portemonnaie zu entreißen, allerdings gelang ihr das nicht, sodass der Eindringling mit seiner Beute türmen konnte.

Am Dienstag wurde eine 83 Jahre alte Frau aus dem Eschenweg in Illertissen Opfer. Die Seniorin war nach dem Einkaufen von einer ihr unbekannten Frau angesprochen und um ein Glas Wasser gebeten worden.

Die hilfsbereite Rentnerin nahm die Unbekannte mit in ihre Wohnung in der betreuten Wohnanlage. Kurze Zeit später, nachdem die Illertisserin und ihr weiblicher Gast noch ein wenig geplaudert hatten, klopfte unerklärlicherweise ein Mann an das Küchenfenster, woraufhin die zuvor Durstige sich verabschiedete. Später stellte die 83-Jährige fest, dass ihr Schmuck und mehrere Hundert Euro gestohlen worden sind. Die Polizei geht davon aus, dass die unbekannte Frau beim Betreten der Wohnung dafür gesorgt hat, dass die Eingangstür offen geblieben ist, sodass sich ihr Komplize heimlich einschleichen konnte, während sie die Illertisserin in ein Gespräch verwickelte. Die Aufklärung von Einbrüchen aller Art ist für die Polizei äußerst schwierig. Die Quote liegt gerade einmal bei 17 Prozent.

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