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Vöhringen

03.03.2017

Polizei fasst den mutmaßlichen Kirchenschänder

Für viele Gläubige ein unerträgliches Bild: In goldfarbenen Lettern prangt der Schriftzug „ACAB“ auf dem Altar. Er steht für eine beleidigende Formel gegen die Polizei.
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Für viele Gläubige ein unerträgliches Bild: In goldfarbenen Lettern prangt der Schriftzug „ACAB“ auf dem Altar. Er steht für eine beleidigende Formel gegen die Polizei.
Bild: Balken

Wochenlang hat ein Sprayer in Vöhringen sein Unwesen getrieben. Er verunstaltete auch Kirchen. Die Diözese bereitete drastische Maßnahmen vor - doch nun hatten die Fahnder Erfolg.

Seit einiger Zeit hat ein Sprayer Vöhringen und die Umgebung unsicher gemacht: Er versah zahlreiche Wände mit Schmierereien, hinterließ mitunter das rätselhafte Wort „Amazonit“ sowie insgesamt mehrere tausend Euro Sachschaden. Große Bestürzung hat der Täter dadurch ausgelöst, dass er vor einigen Tagen das Innere der Michaelskirche in Vöhringen mit großflächigen Schriftzügen  und Beleidigungen verunstaltete. Jüngste Ziele seiner Farbattacken waren die Gotteshäuser in Bellenberg und llerberg.

Tagelang war die  Polizei dem Sprayer auf der Spur, nun gibt es einen Fahndungserfolg: Ein 19-Jähriger konnte am Donnerstagabend als Täter überführt werden, heißt es in einer am Freitagmittag veröffentlichten Meldung. Der junge Mann habe die Taten zuerst geleugnet, dann aber schließlich eingeräumt.

Er soll insgesamt für 13 Fälle von Vandalismus verantwortlich sein. darunter besonders schwere Fälle: Die Attacken auf die Kirchen könnten mutmaßlich als „gemeinschädliche Sachbeschädigungen“ geahndet, für die im Strafgesetzbuch ein höherer Strafrahmen festgesetzt ist, so die Polizei. Je nach Schwere können bis zu drei Jahre Gefängnis (oder Geldstrafen) drohen, ist im Strafgesetzbuch zu lesen.

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Wegen Kirchenschändungen waren drastische Maßnahmen geplant

Wegen der Serie von Kirchenschändungen hatte die Diözese Augsburg bereits drastische Maßnahmen vorbereitet: Um die Kirchen in der Region zu schützen sollten sie außerhalb der Gottesdienstzeiten generell geschlossen bleiben. Die Anordnung hätte für die Dekanate Neu-Ulm, Günzburg und Memmingen gelten sollen und somit dutzende Gotteshäuser und tausende Gläubige betroffen. Am Wochenende hätten die Pfarrer dies ihren Kirchengemeinden in den Gottesdiensten mitteilen sollen. Mit Blick auf den Fahndungserfolg wurde diese Entscheidung seitens der Diözese jedoch am Freitag zurückgenommen.

Geschlossen bleibt bis auf Weiteres jedoch die Kirche in Bellenberg, deren Innenraum der Täter noch am Donnerstag mit Farbe beschmiert hat.  Bischof Konrad Zdarsa hat die Sperrung des Gotteshauses angeordnet, teilte die Diözese mit. Wenn an heiligen Orten Handlungen beleidigender und gravierender Art geschehen, sehe das Kirchenrecht vor, dass der Ortsbischof eine Kirche schließen kann, hieß es. Die Schriftzüge sollen nun entfernt werden und das Gotteshaus soll danach mit einem sogenannten „Bußritus“ wieder in Betrieb genommen werden. Wie lange es bis dahin dauert, blieb unklar.

Über Wochen hat ein Sprayer die Polizei in Vöhringen in Atem gehalten. Großer Zorn erregte der Täter durch die Verunstaltung mehrerer Kirchen (im Bild das Gotteshau in Bellenberg).
Bild: Kirche

Zeugen brachten die Polizei auf den Verdächtigen

Der 19-jährige Tatverdächtige stammt aus dem Landkreis Neu-Ulm und konnte nach einem Zeugenhinweis gegen 21 Uhr in Vöhringen von Zivilpolizisten festgenommen werden, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten mit. In seinem Rucksack sei eine Rechnung über den Kauf einer Farbspraydose aufgefunden werden.

Der zuständige Staatsanwalt ordnete eine Wohnungsdurchsuchung an. Dort fanden die Polizisten Farbspraydosen, die für die Taten benutzt wurden. Der 19-Jährige räumte nach anfänglichem Leugnen alle bisherigen 13 Sachbeschädigungstaten ein, über das Motiv seines Handelns schwieg er, sagte ein Polizeisprecher. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 19-Jährige entlassen, ein Haftgrund bestehe nicht, hieß es weiter. 

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.03.2017

Naja, das bisschen Farbe ist ja wohl alles andere als "die Umgebung unsicher gemacht" zu haben. Und nur weil ein Jugendlicher in seinem Leichtsinn hier etws über die Strenge geschlagen hat, so einen Wind zu machen ist ja auch übertrieben. Monotheismus baut auf ein Märchen auf, wegen diesen Märchens wurden über Jahrhunderte hinweg Andersgläubige verfolgt, heidnische Kultplätze zerstört und Andersgläubige getötet. Bischof Zdarsa sollte seinen Busritus lieber dazu verwenden, die von der katholischen Kirche begangenen Verbrechen der letzten 2000 Jahre zu sühnen. Wer im Glashaus sitzt soll keine Steine werfen. (edit)

MfG C.Rossner

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03.03.2017

also hat im unsere gutmenschen Justiz Quasi aufgefordert weiter zu machen !! na dan Prost Malzeit

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03.03.2017

Man muss ihren "Beitrag" mehrmals lesen um überhaupt zu verstehen, was sie von sich gegeben haben. Was hätte die Justiz denn ihrer Meinung nach mit dem Schmierfinken machen sollen? Standrechtlich erschießen? Lynchen? Foltern?

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