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Kriminalität

28.02.2015

Polizei schnappt georgische Einbrecherbande

Zweimal schlug die Gruppe auch in Babenhauser Supermärkten zu und machte fette Beute

Ein Schlag gegen eine überregional agierende georgische Einbrecherbande, die auch zwei Mal in Babenhausen aktiv war, ist der Polizei mit einer groß angelegten Gemeinschaftsaktion gelungen. 60 Delikte mit einem Sach- und Diebstahlsschaden von mehreren Hunderttausend Euro konnten somit geklärt werden, 13 Personen sitzen nun in Untersuchungshaft.

Seit Dezember 2013 gehen laut Polizei sieben vollendete und drei versuchte Einbrüche in Lebensmittel- und Textil-Discountmärkte auf das Konto der Gruppe. Die Taten ereigneten sich auch in Ravensburg, Meckenbeuren, Oy-Mittelberg, Sulzberg, Dietmannsried und Mindelheim. In Babenhausen fanden die Supermarkt-Einbrüche zum Jahreswechsel 2013/2014 und im August 2014 statt. Der Beuteschaden betrug beim ersten 17000 Euro und beim zweiten 20000 Euro. Es entstand ein Sachschaden von 5000 beziehungsweise 10000 Euro. Die Täter brachen bei ihren Raubzügen der Polizei zufolge meist Oberlichter oder das Dach der Gebäude auf. Dann öffneten sie gewaltsam Tresore. Wegen der Spurenlage sei davon auszugehen, dass die Fälle zusammenhängen und von mehreren Tätern gemeinschaftlich begangen wurden, so die Polizei.

Bis die Bande geschnappt werden konnte, leistete die Polizei umfangreiche Ermittlungsarbeit. Zunächst hatte die Kripo in Neu-Ulm mit Unterstützung des Bayerischen Landeskriminalamts erste Erkenntnisse gewonnen. Im Dezember 2014 bekamen die Beamten von einem geplanten Einbruch im Allgäu Wind. Nach der Tat gelang es einer Spezialeinheit, drei der Einbrecher im Alter zwischen 34 und 35 Jahren festzunehmen. Sie sind laut einem Polizeisprecher wahrscheinlich auch für die Taten im Fuggermarkt verantwortlich. Die Männer wurden einem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete.

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Die Polizei ermittelte daraufhin weiter, da sie Informationen über einen 24-jährigen Georgier hatte, der im Zusammenhang mit besagtem Einbruch nicht festgenommen werden konnte. Dabei stießen die Fahnder nicht nur auf einen weiteren Einbruch in einen Baumarkt in Wolfratshausen, sondern ihnen wurde auch bekannt, dass weitere Taten in Augsburg und Wolfratshausen geplant sind. Außerdem fand die Kripo heraus, dass sich der 24-Jährige zwischenzeitlich mit anderen Mittätern auf bandenmäßige Ladendiebstähle und Tageswohnungseinbrüche in Baden-Württemberg verlagert hatte.

In gemeinsamer Arbeit mit der Kripo Raststatt des Polizeipräsidiums Offenburg wurden die weiteren Mitglieder der Gruppe identifiziert, die vermutlich ihren Lebensunterhalt mit Einbrüchen und Diebstählen bestritten. Gegen die zwei Frauen und acht Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wurden von der Staatsanwaltschaft Baden-Baden neun Haftbefehle und von der Staatsanwaltschaft Kempten ein Haftbefehl erwirkt.

Am Mittwoch machte die Polizei dann mit einer überregionalen Großaktion alle Gesuchten dingfest. In einem Übergangswohnheim für Asylbewerber in Freudenstadt wurde ein Georgier festgenommen, in Pfalzgrafenweiler gingen zwei Männer und eine Frau ebenfalls in einem Übergangswohnheim für Asylbewerber den Ermittlern ins Netz. Drei Georgier, die mutmaßlich gerade mit dem Auto auf dem Weg zu einer neuen Diebestour waren, stoppte die Polizei mit mehreren Fahrzeugen und nahm sie fest. In Mannheim klickten die Handschellen für ein gesuchtes Paar und in Dornstetten schnappte die Polizei einen Mann aus Bayern – damit waren alle Haftbefehle vollstreckt.

Weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen. Nachdem sie am Mittwochnachmittag überprüft worden waren, kamen sie wieder auf freien Fuß. Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Freudenstadt dauern aber an. Die Polizei schließt nicht aus, dass auch diese Verdächtigen an Wohnungseinbrüchen beteiligt gewesen sind.

Bei den anschließenden Durchsuchungsaktionen in Freudenstadt, Pfalzgrafenweiler und Mannheim fanden die Ermittler circa 2500 Euro Bargeld, Schmuck, Uhren und Goldmünzen im Wert von mehr als 10000 Euro. Sie stellten außerdem Elektrogeräte, mehrere Säcke mit hochwertigen Kleidungsstücken, zwei Fahrzeuge und professionelles Diebeswerkzeug sicher. Die Polizei geht davon aus, dass zu den bereits bekannten 50 Tatorten im Laufe der Ermittlungen weitere dazukommen werden. Am Donnerstag wurden die Beschuldigten bei den Amtsgerichten Rastatt und Kempten vorgeführt und danach in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht.

Ein Polizeisprecher nennt den ganzen Fall zusammenfassend „nicht alltäglich“ und spricht von einem „großen Fahndungserfolg“.

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