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Aktionstag

24.04.2015

Polizistin sein für einen Tag

Beim Girls’ Day der Illertisser Polizei lernt Magdalena Fischer, wie Fingerabdrücke gelesen werden.
Bild: M. Schuster

Am Girls’ und Boys’ Day schlüpfen Mädchen und Buben in typische Männer- und Frauenberufe

Einmal als Polizistin arbeiten? Magdalena Fischer aus Au könnte sich das gut vorstellen. „Warum nicht? Ich finde das spannend“, sagt die 14-Jährige und reiht sich in eine Gruppe von Mädchen ein, die in einem Besprechungszimmer der Illertisser Polizei stehen. 15 Schülerinnen im Alter von zwölf bis 16 Jahren bekamen gestern Einblick in die Arbeit in der Dienststelle. Für den bundesweit stattfindenden Girls’ Day hatte auch die Polizei in Illertissen ihre Türen geöffnet.

Girls’ Day: Das heißt, überall in Deutschland schlüpften am Donnerstag Mädchen in die Rolle typischer Männerberufe. Sie hämmerten, bohrten, bastelten. Seit 15 Jahren gibt es diesen Schnuppertag. Auch die Illertisser Polizei ist seit einigen Jahren dabei und gibt Einblick in ihre Arbeit. Zeugenaussagen aufnehmen, Streife fahren, Fingerabdrücke nehmen. Eigentlich längst kein reiner Männerberuf mehr.

„Es gibt inzwischen immer mehr Frauen, die bei uns arbeiten“, sagt Polizist Wolfgang Schönle, Ansprechpartner in Sachen Girls’ Day. An weiblichem Nachwuchs mangele es der Polizei also nicht. Dennoch beteilige man sich gerne an der Aktion. „Die Mädchen bekommen die Chance, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Die haben sie ansonsten nicht“, erklärt Schönle. Immerhin eine erste Möglichkeit, einen Beruf besser kennenzulernen – und Vorurteile oder Berührungsängste abzubauen. Denn die gebe es noch immer. Nicht nur bei der Polizei.

Auch in technischen oder naturwissenschaftlichen Berufen ist der Frauenanteil laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds nach wie vor gering. Obwohl es mehr als 300 duale Ausbildungsberufe gibt, konzentrieren sich mehr als die Hälfte der Mädchen auf nur zehn Berufe – am beliebtesten ist noch immer die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau.

Doch auch bei jungen Männern gibt es klare Präferenzen. Hier steht der Kraftfahrzeugmechaniker auf Platz eins der beliebtesten Ausbildungsberufe – gefolgt vom Einzelhandelskaufmann und vom Industriemechaniker. Soziale Berufe sucht man unter den Top 20 der häufigsten Ausbildungen vergeblich. Seit vier Jahren findet deshalb parallel zum Girls’ Day auch der Boys’ Day statt. In Illertissen etwa konnten sich Buben einen Eindruck von der Arbeit als Altenpfleger im Haus Sebastian verschaffen. Auch Firmen in Vöhringen und Babenhausen hatten sich beteiligt und ihre Türen sowohl für Buben als auch für Mädchen geöffnet.

Ob die Aktionstage tatsächlich den gewünschten Effekt bringen – nämlich Rollenklischees abzubauen – weiß auch Wolfgang Schönle von der Illertisser Polizei nicht. „Generell ist es natürlich schwierig, an so einem Tag, in nur wenigen Stunden, das ganze Spektrum der Arbeit zu zeigen.“ Gut zum Reinschnuppern sei der Aktionstag aber schon. Magdalena Fischer aus Au jedenfalls hat der Blick hinter die Kulissen bei der Polizei gut gefallen. „Es war wirklich interessant.“ "Kommentar

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