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Altenstadt

11.05.2020

Prozess: Ex-Freundin mit Hundeleine bewusstlos gewürgt

Eifersucht kann schnell gefährlich werden: Das zeigt der Fall eines 54-Jährigen, der in Altenstadt seine Ex-Partnerin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und geschlagen haben soll.

Plus Bei der Verhandlung wegen versuchtem Mord in Altenstadt treten neue Details zutage. Die Zeugen sind schockiert von der Brutalität der Attacke.

Stauungsblutungen in den Augen, Schädelprellung, Würgetrauma: Bei einem Angriff durch ihren Ex-Freund trug eine Frau im vergangenen Jahr schwere Verletzungen davon. Der Grund für die Attacke: Eifersucht. Beim dritten Verhandlungstag tritt auch der vermeintliche Liebhaber der Geschädigten als Zeuge auf.

Weil sie ihm die Chatverläufe nicht zeigen wollte, eskalierte die Situation

Der Täter war ihr Ex-Freund, der annahm, dass die Frau ein Verhältnis mit einem anderen Mann habe. Als ihm die Frau die Chatverläufe ihres Handys nicht zeigen wollte, soll er sie auf einem Parkplatz in Altenstadt angegriffen und mit einer Hundeleine bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Erst als sie ihn in den Unterarm biss, habe er von ihr abgelassen. Der 54-Jährige, der als Geschäftsführer eines Tanzlokals arbeitete, muss sich vor dem Landgericht Memmingen verantworten. Am Montag, den 11. Mai, wurde der Prozess fortgesetzt.

Zeugen erzählen von dem Zustand der Frau nach der Tat

Am dritten Verhandlungstag treten Zeugen aus dem privaten Umfeld der Geschädigten auf – unter anderem auch der Mann, den der Täter als Liebhaber seiner Ex-Freundin vermutete. Wann die Geschädigte selbst aussagen kann, ist wegen ihrer schweren Erkrankung derzeit unklar. Die Frau lebt laut ihrem Mann immer noch mit ihm im gemeinsamen Haus, erzählt er im Zeugenstand. Sie hätten vor 30 Jahren geheiratet, wären sich aber fremd geworden und hätten sie sich vor längerer Zeit einvernehmlich getrennt. Als der Ehemann von dem Abend des Angriffes erzählt, bricht seine Stimme. „Sie hat am ganzen Körper gezittert“, sagt er. So habe er sie noch nie gesehen: blass, tonlos, mit einer starken Rötung am Hals. „Ich habe gemerkt, dass sie Todesangst hatte“, sagt der Zeuge.

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Der Angeklagte vermutete einen Tänzer als Liebhaber seiner Ex-Freundin

Eifersucht sei nach der Beziehung der Frau zum Angeklagten immer präsent gewesen. Das erzählt auch eine Zeugin, die mit der Geschädigten im Tanzlokal des Angeklagten als Bedienung arbeitete. Die beiden hätten ständig gestritten. Der Grund: die Freundlichkeit der Frau den Gästen gegenüber. Der Angeklagte soll ihr zudem verboten haben, sich freizügig anzuziehen und mit bestimmten Männern zu reden.

An einem Abend habe die Geschädigte an ihrem Auto einen kaputten Reifen entdeckt und wäre von der Zeugin nach Hause gefahren worden. Diese Gegebenheit soll die Attacke im vergangenen Jahr ausgelöst haben: Der Angeklagte vermutete, dass seine Ex-Freundin mit ihrem angeblichen Liebhaber, einem Tänzer des Lokals, mitgefahren sei. Dieser sagt ebenfalls im Landgericht aus. „Wir mögen uns sehr, hatten aber nie eine Beziehung“, erklärt der Tänzer.

Zeugen sind schockiert von der Brutalität des Angriffs

Ab und zu hätte er mit der Frau getanzt, was dem Angeklagten missfallen habe. An dem Abend, als sie den kaputten Reifen bemerkte, habe er an seinem eigenen Auto Kratzspuren entdeckt. Hinter beiden Schäden vermutet er die Eifersucht des Angeklagten als Motiv. Die Tat selbst und ihre Brutalität schockieren den Tänzer: „Sie hat mir erzählt, dass sie kurz vor der Bewusstlosigkeit noch an ihre Kinder gedacht hat.“ Wann die Verhandlung fortgeführt wird, steht noch nicht fest.

Mehr über den Tathergang und den persönlichen Hintergrund des Angeklagten lesen Sie hier:

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