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Memmingen

29.11.2018

Prozess: Hat eine Frau mutwillig ein Zimmer in Brand gesteckt?

Eine Frau stand nun wegen Brandstiftung vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Eine Frau steht wegen Brandstiftung in einem Heim für Menschen mit Behinderung vor Gericht.

Wegen schwerer Brandstiftung muss sich derzeit eine Frau vor dem Landgericht Memmingen verantworten. Dabei stellt die Persönlichkeit der Angeklagten das Gericht vor eine besondere Herausforderung. Denn die Frau war zum Zeitpunkt der Tat Bewohnerin einer Einrichtung für Menschen mit geistiger, psychischer oder mehrfacher Behinderung in der Region. Die Anklageschrift bestätigt ihr gesundheitliche Einschränkungen durch eine Unterform der Schizophrenie und leichte Intelligenzminderung mit Verhaltensstörungen. Derzeit ist die Frau in einer anderen Einrichtung in Bayern untergebracht.

Nach Aufenthalten in verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit Handicap hatte die Frau bereits seit zwei Jahren in dem hiesigen Heim gewohnt, als sie im Februar in ihrem Zimmer eine Decke und ein Kopfkissen angezündet haben soll. Das Feuer griff schnell auf Einrichtungsgegenstände und Wände über.

Brennendes Kissen hinter der Tür des Bades deponiert

Laut Anklageschrift deponierte die Frau ein weiteres brennendes Kissen hinter der Tür eines Gemeinschaftsbades auf derselben Etage. Zur Brandzeit befanden sich etwa 30 Personen im Gebäude. Nach Angaben der Ermittler richteten die Flammen einen Schaden von gut 18000 Euro an. Am ersten Verhandlungstag sagte die damalige Fachbetreuerin als Zeugin aus. Sie schilderte den psychischen Zustand der Angeklagten, der sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert habe. Sogenannte Erregungszustände seien fast alltäglich geworden. Sie sei mit Mitbewohnern und dem Betreuungspersonal unzufrieden gewesen. „Sie stand ständig unter Strom. Sie brauchte mehr Zeit und Zuwendung als alle anderen. Sie hat sehr viel gestrickt, geraucht und Cola getrunken“, so die Betreuerin.

Auch bei der Gerichtsverhandlung hatte die Angeklagte eine Colaflasche und Zigarettenschachtel dabei. Ihr Verhalten wirkte unruhig, teils abwesend. Gegen Ende der Zeugenaussage kam die Angeklagte plötzlich in einen ihrer unkontrollierten Erregungszustände. Sie beschimpfte die Zeugin laut, dann stand sie auf und wollte gehen. Die Betreuungspersonen konnten sie gerade noch aufhalten.

Nach einer Pause wurde der Verhandlungstag abgeschlossen. Weitere zwei Termine sind vorgesehen – dann wird wohl auch ein Urteil fallen.

Zur Klärung der Frage, inwiefern der Angeklagten überhaupt eine Schuld zugeordnet werden kann, müssen nun vermutlich Sachverständige gehört werden.

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