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Rothufer

28.02.2015

Radikale Einschnitte unerwünscht

Vom dichten Uferbewuchs an der Roth ist wenig übrig geblieben.
Bild: Langhans

Besorgter Landwirt widerspricht und hält Kahlschläge für unverhältnismäßig

Wenn Gehölzpflege in einem Radikalschnitt endet, geht es Bürgern und Naturfreunden häufig zu weit. Zweimal kurz hintereinander hat die Illertisser Zeitung darüber berichtet, nun kommen nochmals besorgte Bürger zu Wort.

Anfang Februar wurde eine alte Kastanie beim Feuerwehrhaus in Obenhausen gefällt, weil sie im Weg war. Das hatte für Debatten gesorgt. Aktuell schreibt Bernd Kurus-Nägele vom Bund Naturschutz in einem Brief an Buchs Bürgermeister Roland Biesenberger, der auch der IZ vorliegt: „Ich protestiere aufs Schärfste gegen die unserer Ansicht nach nicht vertretbare Baumfällung.“ Und mit Blick auf die jüngste, radikal gekürzte Böschung an der Roth sagt er: „Die nötige Sensibilität bei der Gehölzpflege fehlt.“ Wegen dieses rigorosen Rückschnitts an den Ufern nördlich von Buch – ebenfalls im Auftrag der Gemeinde Buch – musste ein Ortstermin zwischen Vertretern des Marktes und des Landratsamts stattfinden. Bertold Hörmann, dessen Felder dort angrenzen, hatte Alarm geschlagen. Wie in der IZ gestern berichtet, war die notwendig gewordene Gehölzpflege laut Michael Angerer von der Unteren Naturschutzbehörde „in Ordnung“, zumal jetzt im Sinn einer „Gewässerökologie“ sich Licht und Schatten abwechseln könnten. Dem hält der Landwirt nun entgegen, dass die Gemeinde doch recht willkürlich die Uferränder der Roth pflege. „Vielleicht 20 Jahre lang wurde an dem Abschnitt nichts gemacht. Dann heißt es, da wächst nur Glump, und der Kahlschlag ist gerechtfertigt.“ Hörmann will sich nicht generell gegen Gehölzpflege stellen, die er für wichtig hält, um Wasserläufe oder Uferwege freizuhalten. „Aber ich bin für regelmäßiges Schneiden“, das erspare Radikalkuren. Starkes Wurzelwerk komme auch der Uferbefestigung zugute. Auch als Waldbesitzer müsse er Vorschriften beachten, doch Kommunen oder Straßenbauämter könnten bei der Gehölzpflege willkürlich vorgehen. Leidtragende seien die dort lebenden Wildenten oder Bienen, denen angesichts der abgeholzten Weiden die ersten Frühlingsblüher fehlten.

Da im Ried um Buch noch genug Weiden vorhanden seien, schätzt Imker Christian Mayer aus Ritzisried den Verlust nicht so hoch ein, um den Verantwortlichen einen Vorwurf machen zu wollen. Dennoch empfiehlt er ausgewogene Gehölzpflege: „Das geht auch mir so. Wenn plötzlich ganze Böschungen weg sind, die zum gewohnten Anblick gehören, fehlt einem etwas.“

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Unterroth mache das besser, glaubt Hörmann, der dort Felder hat. „Die setzen auf ganzen Flächen extra Bäume oder säen Blumen.“ Anders als Buch hat der Nachbarort in einem dreijährigen Gewässerentwicklungsplan die Uferpflege der Roth festgelegt. Bürgermeister Gerhard Struve nennt es „Landschaftpflege im Einklang mit der Natur“.

„Wenn die Uferweiden in Buch nicht gefallen“, so Hörmann, „wäre jetzt Platz da, um Wertvolleres zu pflanzen, wie etwa Erlen.“

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