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Vöhringen / Illerzell

16.11.2018

Radler sollen den „Spitzasteg“ in Illerzell nutzen können

Aufweitungen und das Einbringen von Kies gehören zu den Maßnahmen, die die Iller wieder zu einem lebendigen Fluss machen sollen.
Bild: Ursula Katharina Balken

Bei der Bürgerversammlung in Illerzell geht es um die Renaturierung der Iller. Auch die Zukunft zweier Stege ist Thema. Was die Bürger außerdem bewegt.

Die Iller ist ein geschundener Fluss. Jahrzehntelang wurde sie durch den Menschen ausgebeutet, es entstanden Kraftwerke, Kanäle wurden aus ihr abgeleitet, um der Industrie Wasser zuzuführen. Jetzt soll mit allen technischen Möglichkeiten versucht werden, die Iller wieder zu einem agilen Fluss zu machen. Wie das vor sich geht, erläuterte Baurat Gunther Wölfle vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth bei der Bürgerversammlung in Illerzell, die im gesteckt vollen Saal des Gasthauses „Brückle“ stattfand.

Nach neuesten Untersuchungen habe sich die Iller wieder tiefer eingegraben. „Sie hört nicht auf zu arbeiten“, erklärte Wölfle. Das Gebot der Stunde heißt: Sicherung der Sohle des Flusses, die angehoben werden muss. Dabei geht es auch darum, dass bei Niedrigwasser der Wasserspiegel angehoben wird. Auch der Hochwasserschutz müsse gewährleistet sein. Die Illerzeller Bürger konnte Wölfle beruhigen: „Es wird durch diese Maßnahmen weder Probleme mit dem Grundwasser noch mit der Trinkwasserversorgung geben.“

Dann nannte Wölfle die Maßnahmen, die bis zum Ayer Wehr geplant sind: Angedacht ist die Aufweitung der Iller, um ihr wieder mehr Raum zu geben. Mit offenem Deckwerk – das besteht aus einer lockeren Belegung der Sohle mit Steinen, die größer als das vorhandene Sohlmaterial sind – soll die Flusssohle stabilisiert werden. Außerdem wird Kies eingebracht. Die sogenannte technische Aufweitung wird bei rund 20 Metern liegen. Wichtig sei das Anlagen von Seitenarmen, damit der Auwald wieder mehr Wasser bekommt. Insgesamt acht neue Seitenarme soll es geben. Außerdem ist eine Anlage geplant, um Fische bergauf steigen zu lassen. Beachtet werden müsse die Durchgängigkeit an den Sohlschwellen, weil das für den Lebensraum notwendig sei.

Wie viel die Maßnahmen in der Iller kosten, ist noch nicht sicher

Insgesamt, so Wölfle, müsse für die Maßnahmen viel Geld in die Hand genommen werden. Ob es bei den veranschlagten 70 Millionen Euro bleiben wird, zog der Diplom-Ingenieur vorsichtig in Zweifel.

Erfreulich für die Illerzeller war die Nachricht, dass der sogenannte „Spitzasteg“ so ausgebaut werden soll, dass auch Radfahrer ihn nutzen können. Der „Mädelesteg“ bleibt zwar erhalten, wird aber um 100 Meter weiter nach Süden verlegt. Denn der jetzige Standort sei problematisch, weil Böschungen abrutschen könnten.

Nach dem Vortrag hatten schließlich die Bürger das Wort. Hans-Peter Span wollte wissen, wie man zum Recyclinghof fahren könne, wenn an der Staatsstraße 2031 ein Kreisverkehr gebaut werde. „Mit einem kleinen Umweg, aber die Zufahrt bleibt gesichert“, antwortete Bürgermeister Karl Janson.

Bürger Theo Span bat die Stadt, sich doch der Feldkreuze und Kleindenkmäler in und um Illerzell anzunehmen, die ein Stück Heimat seien. Janson hatte diesbezüglich prinzipiell keine Einwände, manche der kleinen Zeichen der Frömmigkeit stünden allerdings nicht auf städtischem Grund. „Da ist die Sache nicht so einfach.“ Nach knapp zwei Stunden endete die Bürgerversammlung.

Auch in Vöhringen und Illerberg fanden bereits Bürgerversammlungen statt. Was Bürger dort bewegte, lesen Sie in unseren Berichten Ist dieses Haus zu groß für Illerberg? und Führt künftig eine Hängebrücke über die Iller bei Vöhringen?

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