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07.05.2016

Radlkurse für Flüchtlinge gibt’s schon

In Illertissen hat es auch schon Radl-Kurse für Asylbewerber gegeben und der nächste folgt kommenden Mittwoch auf dem Verkehrsübungsplatz, das haben Polizei und Helferkreise nach der Kritik von Dieter Baur mitgeteilt.

Helfer weisen Kritik von Ex-Stadtrat zurück. Hilft Baur jetzt bei Verkehrserziehung?

Mitglieder der Helferkreise für Asylbewerber wollten die Kritik von Ex-Stadtrat Dieter Baur nicht auf sich sitzen lassen. Sie weisen den Vorwurf zurück, sich nicht genügend um Flüchtlinge zu kümmern, die mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sind. Und auch Baurs Behauptung, wonach Haftungsfragen unbeachtet blieben, weisen sie zurück.

Die Polizei hat auf Baurs offenen Brief an Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen hin richtig gestellt, dass es entgegen der damaligen Mitteilung sehr wohl schon mehrere Nachfragen von Helferkreisen nach Verkehrserziehungskursen für radelnde Flüchtlinge gegeben habe, auch schon Kurse gehalten worden seien und der nächste schon am kommenden Mittwoch, 11. Mai, auf dem Verkehrsübungsplatz beim Illertisser Schützenheim stattfinden werde. Dieter Baur hatte in seinem Schreiben im April kritisiert, das Asylbewerber Ampeln missachteten oder mit dem Radl Fußgänger auf den Gehwegen massiv gefährden. Es gehe nur darum, den Flüchtlingen Mobilität zu bieten ohne sich um Haftungsfragen zu kümmern, warf Baur den Helferkreisen vor.

Dieser Behauptung hat Johann Kraus unmittelbar nach der Veröffentlichung des Briefes widersprochen. „Grundsätzlich ist jede Person, die am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, selbst für das Einhalten der Verkehrsregeln verantwortlich und haftbar. Deshalb weise ich den Vorwurf von Herrn Baur zurück, die Helferkreise seien hier haftbar. Das trifft rechtlich nicht zu. Sonst würden sich Fragen stellen wie: Sind Fahrradhändler und Supermärkte für Verkehrsunfälle haftbar, weil sie Fahrräder verkaufen? Oder, sind Haushaltswarengeschäfte haftbar, wenn mit verkauften Küchenmessern Straftaten begangen werden?“, entgegnete Kraus.

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Er kümmert sich seit zwei Jahren im Illertisser Helferkreis um das Thema Mobilität. Rund 80 Fahrräder sind seither an Asylbewerber übergeben worden, dazu Warnwesten und Flyer, auf denen in verschiedenen Sprachen die wichtigsten Verkehrsregeln vermerkt sind. Kraus sorgt dafür, dass die Fahrräder, die er gegen eine Gebühr zwischen 20 und 40 Euro an die Flüchtlinge ausgibt, in verkehrstechnisch einwandfreiem Zustand sind. Werden die Räder in ebensolchem Zustand zurückgegeben, erhalten die zwischenzeitlichen Besitzer die Gebühr zurück. Von den eingenommenen Gebühren werden Ersatzteile für die Räder beschafft.

Kraus pflichtet Baur bei: „Es ist richtig, dass die Asylbewerber in der Regel nicht haftpflichtversichert sind. Dies unterscheidet sie aber nicht von vielen andern Bürgern, die ebenfalls keine Haftpflichtversicherung haben, da es sich nicht um eine Pflichtversicherung handelt.“

Er könne Baurs Sorgen sehr gut verstehen, sagt Kraus und hält deshalb einen Vorschlag für ihn bereit: „Ich lade ihn als Ruheständler mit Tagesfreizeit ein, sich in der Verkehrserziehung unserer neuen Mitbürger zu beteiligen. Denn es besteht Einigkeit. Wir wünschen uns alle einen sicheren Straßenverkehr in Illertissen.“

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