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Babenhausen

11.03.2020

Räte diskutieren: Wie viel Tempo 30 soll es sein?

Der Babenhauser Marktrat macht sich grundsätzliche Gedanken über Tempo-30-Zonen im Ort.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Der Babenhauser Marktrat macht sich Gedanken über großflächige Tempo-30-Zonen. Die Frage: Treten Autofahrer dann auch tatsächlich auf die Bremse?

Dass Zuhörer während einer Sitzung des Marktrats Spontanapplaus spenden, ist eine Seltenheit. In Babenhausen war das kürzlich der Fall. Das Gremium befasste sich gerade mit möglichen Tempo-30-Zonen im Gemeindegebiet. Als Barbara Kreuzpointner (Liste engagierter Bürger) sagte, dass die Anwohner des Heidewegs dringend auf eine Verbesserung der Verkehrssituation warteten, erhielt sie Beifall. Der Heideweg würde nach der Meinung einiger Räte besonders von einer Verkehrsberuhigung profitieren. Denn er stellt eine beliebte Ausweichroute zur Ulmer Straße dar – dort, wo sich bei roten Ampeln oftmals Autos stauen. Die Folge: mehr Verkehr im Wohngebiet.

Im Nachgang einer Sitzung im Dezember hat die Verwaltung der Marktgemeinde in Zusammenarbeit mit der Memminger Polizeiinspektion eine Karte erstellt, wo in Babenhausen künftig Tempo 30 gelten könnte. Gesetzliche Regelungen wurden beachtet, zum Beispiel, dass sich diese Zonen nicht auf Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen erstrecken dürfen. Heraus kam eine Karte mit roten, grünen, türkis- und orangefarbenen Bereichen – für manche ein „Fleckerlteppich“.

Quirin Rothdach (Junge Wähler Union) sagte, er wäre nicht glücklich darüber, Tempo-30-Zonen großflächig über den Ort zu stülpen. „Das Problem ist, dass man dann echte Gefahrenquellen nicht mehr erkennen kann“, so seine Meinung. Er plädierte dafür, die Maßnahmen gezielt einzusetzen. Zweiter Bürgermeister Dieter Miller (Freie Wähler) vertrat die Ansicht, dass Tempo-30-Zonen in Wohngebieten sinnvoll sind. Beatrix Käßmeyer (CSU) befürchtete, dass sich die Autofahrer nicht an das Tempolimit halten: „Wir stellen einen Schilderwald auf und niemand kontrolliert. Du kannst die Leute nur am Geldbeutel packen.“ Bauamtsleiterin Julia Fuchs merkte an, dass nicht nur Schilder, sondern auch eine bauliche Gestaltung der Straßen erforderlich sei, um Autofahrer & Co. auszubremsen. Schnurgerade Strecken laden erfahrungsgemäß eher zum Rasen ein, sagte sie. Was bauliche Vorgaben angeht, monierten manche Räte eine „Wankelmütigkeit der Behörden“. Schlussendlich fiel kein Beschluss zu den vorgeschlagenen Zonen. Josef Deggendorfer (Freie Wähler) hielt noch „eine gewisse Reifezeit“ für erforderlich, da es sich um ein umfangreiches Thema für Babenhausen handele.

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