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Unterallgäu/Mindelheim

25.09.2019

Rainer Schaal (CSU) will Landrat im Unterallgäu werden

Der Augsburger Regierungsdirektor Rainer Schaal (links) tritt für die CSU im Unterallgäu als Landratskandidat an, sehr zur Freude des Kreisvorsitzenden und früheren Bayerischen Wirtschaftsministers Franz Josef Pschierer.
Bild: Johann Stoll

Der frühere Staatsminister Franz Josef Pschierer hat den vormaligen Augsburger Umweltreferenten Rainer Schaal zu einer Kandidatur im Unterallgäu motiviert. Was diesen antreibt und mit dem Landkreis verbindet.

Rainer Schaal ist Pschierers Wunschkandidat. Bayerns früherer Wirtschaftsminister aus Mindelheim hat schon vor Monaten die Fühler nach Augsburg ausgestreckt, auf der Suche nach einem geeigneten Landratskandidaten der CSU für die Wahl im Unterallgäu am 15. März 2020. Der frühere Umweltreferent war ihm positiv aufgefallen. Inzwischen hat der 53-jährige Regierungsdirektor der Regierung von Schwaben auch alle Gremien der Unterallgäuer CSU überzeugt. Die elfköpfige Findungskommission sprach sich ebenso einstimmig für den zweifachen Familienvater aus wie die Kreisvorstandschaft und die CSU-Ortsvorsitzenden. Deren Treffen fand erst am Dienstagabend im Bürgerhaus Mindelau statt.

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Schaal ist leidenschaftlicher Jäger, er hat eine Jagd bei Mittelneufnach. Das benachbarte Unterallgäu ist ihm schon deshalb nicht fremd, weil er regelmäßig durch Forsthofen (Ettringen) fährt. Seine Frau ist Lehrerin und unterrichtete bereits in Pfaffenhausen und Mindelheim.

Im Fall des Falles will er ins Unterallgäu ziehen

Im Falle eines Wahlsiegs versprach Schaal, im Sommer 2020 mit Frau und beiden Töchtern (ein und vier Jahre alt) ins Unterallgäu zu ziehen. Das hat auch die dortige CSU gefordert. Wo er am liebsten hinziehen würde, mochte er noch nicht verraten. Spontan meinte er, er ziehe dorthin, wo er die meisten Wählerstimmen auf sich vereinige.

Rainer Schaal (CSU) will Landrat im Unterallgäu werden

Das erste Gespräch zwischen Pschierer und Schaal fand denn auch abgeschieden im Wald bei Mittelneufnach statt – in der Jagdhütte von Schaal. Dabei haben sich wohl nicht nur die beiden Politiker gut verstanden. Auch die Hunde „Dickie“ und „Brezi von Schweinsbach“ haben sich beschnuppert und offenbar für gut befunden, wie Pschierer erzählte.

Weitere Kennenlernrunden fanden mit den Mitgliedern der Findungskommission statt. Ihr gehören an: Franz Pschierer, Klaus Holetschek, Christine Vogginger, Alfons Weber, Verena Winter, Michaela Bahle-Schmid, Martin Osterrieder, Ulrich Plukas, Andreas Tschugg, Ulrike Höfer und Altlandrat Hermann Haisch. Entscheidend sei, dass die Chemie gepasst habe, betonten Pschierer und Holetschek übereinstimmend.

Pschierer sagte, der CSU sei wichtig, dass der Kandidat aus dem Unterallgäu oder aus Schwaben komme. Ferner sollte er Verwaltungserfahrung mitbringen, teamfähig sein, gut mit Institutionen und Behörden vernetzt und Familienmensch sein. All das bringe Schaal mit.

Rainer Schaal ist in Augsburg-Lechhausen aufgewachsen. Heute lebt er in Augsburg-Göggingen. Seine Eltern wohnen in Lechbruck im Ostallgäu, seine Schwiegereltern in Günzburg. Das Unterallgäu läge da ideal in der Mitte.

In seiner Vorstellung betonte er, sein Rückgrat sei die Familie. „Sie macht mich stark.“ Er will im Falle seiner Wahl auch Familienmensch bleiben. Das sei in erster Linie eine Organisationsfrage. Er wolle kein Landrat der CSU sein, sondern einer für alle Unterallgäuer. Für sich warf er „eine vernünftige Ausbildung“ als Jurist in die Waagschale, aber auch sein ehrenamtliches Engagement, nicht nur in der Kommunalpolitik. Schaal ist unter anderem Stadtrat in Augsburg und Rotary-Präsident.

Das Unterallgäu beschrieb er als „Traumwohnort“. Es sei ein wunderschöner Landkreis mit sehr guten Sozialdaten. Deutschland- und europaweit sei das herausragend. Die Wirtschaft brummt, eine Arbeitslosenzahl sei praktisch nicht vorhanden. Ihn reizt an der neuen Aufgabe, dass er mit Menschen direkt zu tun habe. „Näher am Menschen ist für mich Lebenseinstellung.“

Im Oktober findet die Nominierungsversammlung der CSU Unterallgäu statt

Angesprochen auf Berichte über seine Differenzen mit Teilen der CSU in Augsburg und seinem Liebäugeln mit einem Wechsel zur FDP oder zu Pro Augsburg, sagte er, daran sei „0,0“. Er sei seit 37 Jahren „CSUler durch und durch“. Schaal nannte sich einen Benediktiner-Zögling, dem Sozialpolitik ebenso wichtig ist wie Wirtschaft und Umweltpolitik. In einer Partei menschle es aber auch. Mit seiner Bewerbung als Bundestagskandidat war Schaal parteiintern gescheitert.

Am 9. Oktober findet im Mindelheimer Forum die Nominierungsversammlung der CSU Unterallgäu statt. Dann wird Rainer Schaal offiziell zum Landratskandidaten gekürt. Bis zum Jahresende will er sich im Landkreis bekannt machen und vor allem zuhören.

Die CSU stand vor einem Luxusproblem: Sie konnte aus sechs Kandidaten auswählen. Die Namen mochte Pschierer am Mittwoch bei der offiziellen Vorstellung von Rainer Schaal nicht nennen, um die Personen zu schützen. Bekannt war, dass Robert Sturm aus Ettringen und JU-Vorsitzender Florian Dorn Interesse bekundet hatten. Unter den sechs Bewerbern war auch eine Frau.

Pschierer sprach von respektablen Kandidaten, „deren Namen nicht im Reißwolf landen werden“. Sie könnten jederzeit Bürgermeister oder woanders Landrat werden, machte er ihnen Hoffnung.

Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek betonte, die Entscheidung für Rainer Schaal sei ohne Verletzungen bei den anderen Bewerbern getroffen worden. Den anderen fünf Bewerbern, die nicht zum Zug gekommen sind, seien aber keine anderweitigen Zusagen gemacht worden, versicherte CSU-Kreisvorsitzender Pschierer.

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