Illertissen

28.06.2013

Rasen ohne Fahrtwind

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2 Bilder
Formel 1 an der Berufsschule: Obwohl die Bahn lang ist, sieht man nicht viel von den schnellen Autos.
Bild: Carolin Oefner

Berufsschüler bauen Modell-Rennautos und lassen sie in der halle von der Rolle

Wumm – in wahnsinniger Geschwindigkeit flitzen sie vorbei. Zu erkennen ist bei dieser Geschwindigkeit wahrlich nichts. Die kleinen Rennautos können erst abseits der Strecke genauer in Augenschein genommen werden.

Hinter diesem Wettbewerb steht das Projekt „Formel 1 in Schulen“ einer gleichnamigen gemeinnützigen Gesellschaft. Illertisser Berufsschüler der Fachrichtung Metall haben zusammen mit ihren jeweiligen Betrieben daran teilgenommen. Ziel war es, in Gruppen einen eigenen Miniatur-Rennwagen von den ersten Überlegungen an bis zum fertigen Modell selbst zu konstruieren und zu bauen. „Vor drei Jahren haben wir den Versuch gewagt, mit Autos aus Metallkonstruktionen mitzumachen – bis heute als einzige Schule, die anderen Rennwagen sind alle aus Holzbauteilen gefertigt“, erzählt Martin Kleber, der das Projekt neben anderen Lehrern koordiniert. Planungen, Skizzen und detaillierte technische Zeichnungen sind im Unterricht angefertigt worden, für die praktische Umsetzung haben die jeweiligen Betriebe den Auszubildenden Zeit, Material und Maschinen zur Verfügung gestellt. „Wichtig ist uns, dass es ein gemeinsames Projekt von Schule und Betrieb ist“, sagt Kleber. Auch Bezirksrat Herbert Pressl findet es „entscheidend, dass die Politik hinter diesem tollen Projekt steht“.

Von Anfang März bis Mitte Juni hatten die Berufsschüler an ihren Rennautos getüftelt. Zum abschließenden Wettrennen haben sie sich in der Halle der Berufsschule getroffen. Jede der 19 Gruppen durfte zwei Runden gegen ein anderes zugelostes Team fahren. Die zehn Sieger der Zweiergruppen sowie die beiden danach kommenden zeitschnellsten Autos wurden zum Finale zugelassen. „Die leichten Modellkonstruktionen laufen mit einer Gaskartusche, ähnlich derer in Sprühsahne-Flaschen. Das Auto rast los, indem ein Schlagbolzen von hinten auf die Kartusche schlägt und so die Energie freisetzt“, erklärt Kleber den Startvorgang.

Zusätzlich zum Rennsieger wurde in einem Designwettbewerb auch das schönste Auto gekürt. Beide Titel gewann am Ende die Gruppe der Firma Wieland mit Jonas Kehrer, Stephen Keller, Andreas Hilble, Leo Steidle und Michael Schmidt. Die Rennbestzeit betrug 0,911 Sekunden. Das zweitplatzierte Auto lag nur acht tausendstel Sekunden dahinter. Auch wenn er nicht gewonnen hat, ist Teilnehmer Stefan Klose begeistert vom Projekt: „Es hat riesen Spaß gemacht, und wir haben auch noch etwas dabei gelernt.“

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