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Weißenhorn

05.10.2014

Realschule: In den Ferien kommt der giftige Asbest raus

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Die Weißenhorner Realschule ist derzeit eine Baustelle: Die Arbeiten werden wohl noch bis Ende 2015 dauern – manche sind gefährlich.

Ausbau in Weißenhorn schreitet voran. Allerdings stehen noch brenzlige Arbeitsschritte bevor

Weißenhorn Die Weißenhorner Realschule erhält derzeit eine Frischzellenkur: Das 1971 erbaute und reichlich in die Jahre gekommene Gebäude wird von Grund auf erneuert. Das ist ein Mammutprojekt für den Landkreis: Rund neun Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Die Arbeiten haben in den Osterferien begonnen – jetzt ist der erste von vier Bauabschnitten ist abgeschlossen. „Wir sind ganz zufrieden“, sagt Kreisbaumeister Rudolf Hartberger. Doch es bleibt viel zu tun – auch brenzlige Arbeitsschritte stehen noch bevor.

In dem Schulhaus wurden einst giftige Stoffe verbaut: So findet sich etwa Asbestzement in den Wänden. Dieser Stoff wurde früher oft als Werkmaterial verwendet, sein Einsatz ist seit 1990 jedoch verboten. Der Hintergrund: Aus dem Material können unter Umständen Fasern austreten und eingeatmet werden. Zudem gilt Asbest als krebserregend. „Es war eben der Werkstoff der damaligen Zeit, jetzt muss er natürlich raus“, sagt Hartberger. Gefährlich sei der Stoff nicht, solange man ihn nicht direkt anfasst. Eine Spezialfirma kümmert sich um die Entsorgung der asbesthaltigen Teile. Gearbeitet werde daran vorsorglich nur in den Ferien. „Das müsste man zwar nicht, aber da gehen wir auf Nummer sicher“, sagt Hartberger.

Altlasten gibt es auch in den Realschul-Fenstern – deren Fugen enthalten PCB (polychlorierte Diphenyle): Diese organischen Chlorverbindungen sind ebenfalls ein Relikt aus längst überholten Baulehren – bis in die 1980er-Jahre wurden sie häufig als Weichmacher, etwa in Dichtungsmassen, verwendet. Seit Anfang der 2000er sind sie gemeinsam mit elf anderen gefährlichen Stoffen, die als „dreckiges Dutzend“ gelten, weltweit verboten. Der Grund: PCB sind giftig und krebsauslösend.

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Für Schüler und Lehrer habe in den zurückliegenden Jahren keine Gefahr bestanden, heißt es aus dem Landratsamt. Wie vorgeschrieben, seien die Schadstoffwerte jährlich gemessen worden. „Wir haben das überwacht“, so Hartberger. Die Spezialfirma werde sich auch diesem Stoff annehmen.

Bereits nahezu fertiggestellt sind einige Fachklassenzimmer wie Werkstätten, Kunst- und Musikräume. Sie sollen im November nach den Herbstferien bezogen werden. Als zweiter Schritt der Sanierung wird der Klassentrakt im Erdgeschoss ausgebaut – als Abschnitte drei und vier sind danach die darüber liegenden Stockwerke vorgesehen. Abgeschlossen sein soll die Sanierung der Realschule Ende 2015. „Falls keine Überraschungen dazwischenkommen“, so Hartberger. Dies könne bei Gebäuden in dieser Altersklasse mitunter passieren.

Eine hat die Bauherren bereits ereilt – so seien die Trockenbauwände im Erdgeschoss recht wackelig. Man habe damals beim Bau der Schule eben „wesentlich auf die Kosten geachtet“, erklärt Hartberger. Einfluss auf die Stabilität des Gebäudes hätten diese Wände nicht. „Es sind keine tragenden.“ Ersetzt werden müssten sie aber trotzdem. Der Zuschnitt der Räume habe sich nicht verändert.

Bis die Realschule in neuen Glanz erstrahlt, gibt es für die rund 25 am Ausbau beteiligten Firmen noch viel zu tun. Hartberger: „Bis jetzt läuft alles ganz gut.“

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