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Illertissen

04.09.2018

Regio-S-Bahn: Alle hoffen auf den Freistaat

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Der Freistaat Bayern will den Ausbau des Bahnangebots in der Region Donau-Iller vorantreiben. Dazu soll dem demnächst ein Kooperationsvertrag unterzeichnet werden.
Bild: Alexander Kaya

Staatssekretär Josef Zellmeier macht den Interessenvertretern in Illertissen Mut: Demnächst soll ein Vertrag unterzeichnet werden. Was nun passiert.

Wenn es um den Ausbau von Bahnstrecken geht, hat der Freistaat die Region Donau-Iller im Blick: Dieses Signal hat Josef Zellmaier, der Staatssekretär im bayerischen Verkehrsministerium, am Montagabend bei einem Besuch in Illertissen gegeben. Demnächst werde Ministerin Ilse Aigner einen Kooperationsvertrag mit den kommunalen Vertretern unterzeichnen. „Bayern macht nicht nur Sprüche, wir machen auch mit“, sagte Zellmeier. Das Konzept der Regio-S-Bahn passe zu den Zielen bayerischer Verkehrspolitik. Stichworte waren unter anderen energiesparende Züge und bessere Vernetzung. Teil des ankündigten Ausbaus soll die Illertalbahn zwischen Neu-Ulm und Memmingen sein: Los gehen könnte es mit dem Umbau des Sendener Bahnhofs und der Einrichtung von sechs neuen Haltetsellen bei Memmingen, hieß es. (Lesen Sie dazu auch: Ministerin verspricht Haltestellen bei geplanter Regio-S-Bahn ). Die Vertreter von Landkreis und Kommunen nahmen die Münchner Botschaft mit Wohlgefallen auf. Sie setzen sich seit Jahren für einen Ausbau ein. Aus ihrer Sicht drängt die Zeit.

Immer mehr Menschen steigen in die Illertalbahn: 116 Personenzüge mit mehreren Tausend Fahrgästen sind jeden Tag unterwegs – das sind so viele, dass die Strecke zu den am stärksten befahrenen, eingleisigen und nicht elektrifizierten in Bayern gehört. Nach Ansicht von Experten sind ihre Kapazitäten ausgereizt, die bestehenden Gleisanlagen ließen keine Ausweitungen mehr zu: „Wir sind am Anschlag“, sagte Oliver Dümler, der Geschäftsführer des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller in Illertissen. Das soll sich ändern: Als Teil des Regio-S-Bahn-Konzepts Donau-Iller – dazu gehören acht Linien mit dem gemeinsamen Zentrum in Ulm – ist ein Ausbau vorgesehen.

Der Plan: Die Züge in den Ballungsräumen sollen häufiger fahren, mindestens im Halbstundentakt, mitunter sogar alle 20 Minuten. Sechs weitere Haltestellen bei Memmingen sind vorgesehen – und dazu der Umbau des Sendener Bahnhofs, der als Knotenpunkt gesehen wird. Zweigleisige Abschnitte (sogenannte „Begegnungspunkte“) sollen entstehen, außerdem eine Stromversorgung. Das alles steht auf dem Wunschzettel der Anlieger der Illertalbahn, die seit Jahren auf den Ausbau pochen. Erneut warben sie dafür bei Zellmaiers Besuch in Illertissen – und schienen beim Staatssekretär offene Türen einzurennen.

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Illertissen: Es geht um den Kooperationsvertrag

Demnächst soll zum Ausbau der Illertalbahn ein Kooperationsvertrag zwischen Freistaat und kommunalen Interessenvertretern unterschrieben werden. Ein Gutachten zur Wirtschaftlichkeit könnte bis Mitte 2019 vorliegen. „Es geht darum festzustellen, was ist machbar, was ist bezahlbar“, sagte Zellmeier. Der Freistaat wolle Gelder aus der sogenannten Länderquote bereitstellen. Aber auch der Bund müsse ins Boot geholt werden: Immerhin sei der eigentlich für Schienen, Bahnhöfe und Barrierefreiheit zuständig. Ihm soll das Vorhaben als länderübergreifendes Projekt „schmackhaft“ gemacht werden, so der Staatssekretär. Man habe gute Karten, auch weil die ganze Region dahinterstehe. Ein wichtiger Aspekt sei der Anschluss der Illertalbahn an das Stromnetz, um die Zeiten der „Diesel-Insel“, wie derartige Strecken genannt werden, zu beenden. Er sei zwar gegen Fahrverbote für Dieselautos, sagte der Staatssekretär in Illertissen. Bei der Bahn sei der Umstieg auf elektrische Antriebsenergie aber sinnvoll, gerade weil oft ältere Fahrzeuge im Einsatz seien.

Das Gehörte schien den Anwesenden zu gefallen: „Das war das klarste Bekenntnis, das ich zu dem Projekt jemals gehört habe“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. Die Planungen würden in der Region seit Jahren vorangetrieben. Es komme die Zeit, die viel zitierten Nägel mit Köpfen zu machen. Die angekündigte Kooperation könne ein „entscheidender Ruck“ sein, sagte Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. In vielen Gesprächen hätten die Mitglieder der Interessensgemeinschaft Illertalbahn in den vergangeen Jahren immer wieder auf ihr Anliegen hingewiesen: „Man hatte nicht immer das Gefühl, dass das ankommt.“ Ein Beispiel sei die Verlegung des Bahnhofs in Gerlenhofen. Nun gebe es positive Signale, auch wenn „man sicher nicht morgen mit dem Bauen anfängt.“

Memmingen: Warten auf sechs Haltestellen

Bürgermeister Jürgen Schalk aus Heimertingen sah eine „neue Glaubwürdigkeit“. Die sechs Haltestellen um Memmingen (Berufsbildungszentrum Memmingen, Amendingen, Buxheim, Heimertingen, Fellheim und Pleß) seien wichtig für die Kommunen. Sie hätten mit Vertretern der Bahn diesbezüglich schon viel durchgemacht. Das Statement Fellmaiers sei daher positiv.

Landtagsabgeordnete Beate Merk betonte, dass immer noch viele Pendler alleine im Auto unterwegs seien. Dem müsse durch den Ausbau der Zuglinien eine Alternative entgegen gesetzt werden. Dann nähmen die Menschen das Angebot auch an. Ihr Kollege Klaus Holetschek betonte, die Bürgermeister der Kommunen seien bei früheren Sitzungen zu dem Thema bereits verzweifelt. Nicht so bei der am Montag: „Heute ist ein guter Tag für die Region.“

Mehr über die das Konzept Regio-S-Bahn lesen Sie hier: Ministerin verspricht Haltestellen bei geplanter Regio-S-Bahn , Bahnstrecken:Kampf gegen das Dieselloch des Südens und Das ist der Stand bei der Regio-S-Bahn.

Was das Treffen in Illertissen gebracht hat: Einen Kommentar lesen Sie hier: Noch fehlt bei der Regio-S-Bahn der große Wurf.

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