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Vöhringen

14.12.2019

Reiterhof in Thal soll erweitert werden

Auf diesem Gelände südlich der Kreisstraße im Landgrabenthal soll der neue Reiterhof mit mehr als 60 Pferden entstehen. Die geplante Erweiterung war bereits im Frühjahr vergangenen Jahres Thema im Vöhringer Stadtrat.

Der Betreiber will auf ein fünf Hektar großes Grundstück im Landgrabenthal umziehen. Der Vöhringer Bauausschuss hat dem Vorhaben zugestimmt – trotz einiger Bedenken.

Mehr Platz für seine Tiere und den eigenen Betrieb: Das wünscht sich der Inhaber eines Reiterhofs im Vöhringer Ortsteil Thal. Dafür will er mit Ross und Reiter umziehen – auf eine knapp 5 Hektar große Fläche südlich der Kreisstraße im Landgrabental westlich der Riedhofstraße. Derzeit befindet sich der Hof im Ort und zählt 30 Pferde. Auf dem neuen Gelände sollen weitere 60 Pferde Platz haben. Neben einer Reithalle sollen unter anderem drei Ställe, ein Reitplatz eine Bergehalle zur Futterlagerung sowie zwei Einfamilienhäuser errichtet werden.

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Die Mitglieder des Vöhringer Bauausschusses stimmten dem Vorhaben in der jüngsten Sitzung zu. Allerdings nicht, ohne ein paar kritische Worte verlauten zu lassen. Denn neu ist das Thema nicht. Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres diskutierten die Ausschussmitglieder über die geplante Erweiterung. Für Fragen sorgten damals vor allem die Zufahrt zum Betrieb und dessen Versorgung. Laut Plan soll der Hof nicht an die städtische Wasserversorgung angebunden, sondern über einen Brunnen auf dem Grundstück versorgt werden.

Auf dem neuen Reiterhof sollen auch Turniere stattfinden

Werner Zanker (SPD) hatte eine Abfahrt vom Reiterhof über die NU14 damals für problematisch erachtet. „Wenn Autos dort mit 100 Sachen fahren, dann wird das nicht funktionieren“, war Zanker überzeugt. Seine Bedenken äußerte er in der jüngsten Sitzung erneut. Auch Ludwig Daikeler (SPD) verwies darauf, dass der Verkehr mit der Erweiterung des Hofes zunehme – etwa durch Transportfahrzeuge oder Besucher. Denn auf dem Reiterhof sollen auch größere Turniere stattfinden. „Um Gefahren zu reduzieren, sollten wie über eine Geschwindigkeitsbeschränkung nachdenken“, sagte Daikeler.

Reiterhof in Thal soll erweitert werden

Das Thema hatte im vergangenen Jahr auch in der Nachbargemeinde Bellenberg für Unmut gesorgt. Denn der neue Reiterhof soll unweit der nördlichen Gemarkungsgrenze entstehen. Da sich auf der Bellenberger Seite des Rieds schon ein Reiterhof befindet, befürchteten die Räte zu viele Pferde auf ihrer Flur. Auch der zunehmende Verkehr machte den Bellenberger Räten Sorge. Kritische Stimmen wurden im Sommer 2018 auch von einigen Vöhringer Bürgern laut. Sie befürchteten, dass Spazierwege durch die unberührte Natur des Rieds von Pferdemist verdreckt werden.

Kommendes Jahr könnte der Bau beginnen

Trotz der Bedenken hatte der Vöhringer Bauausschuss einer Änderung des Flächennutzungsplans und dem Bebauungsplan zugestimmt. Doch wie Bürgermeister Karl Janson im November bei der Bürgerversammlung in Illerberg mitteilte, äußerten Fachbehörden Bedenken am Bauleitplanverfahren. Die Begründung: Das im Landesentwicklungsplan Bayern niedergelegte Ziel, neue Siedlungsflächen möglichst an geeignete Siedlungseinheiten anzubinden, werde nicht erreicht.

Gespräche mit der Regierung von Schwaben hätten keine Einigung gebracht. Deshalb habe sich der Betreiber des Reiterhofs entschieden, das Vorhaben nicht über eine Bauleitplanung, sondern als landwirtschaftlich privilegiertes Vorhaben umzusetzen, erklärte Janson nun im Bauausschuss. Das sorgte bei einigen Mitgliedern für Verwunderung. „Wenn es als privilegiertes Vorhaben realisiert wird, können wir nicht mehr viel machen“, sagte Werner Zanker (SPD). „Wir wollten eine annehmbare Lösung für alle finden, aberjetzt sind wir in gewisser Weise ausgehebelt.“

Nach Angaben von Bürgermeister Janson führt der Betreiber Gespräche mit den Fachbehörden und ist mit der Stadt Vöhringen zur Klärung der Versorgung in Kontakt. Die Stadt gehe davon, dass möglicherweise noch im Jahr 2020 mit der Errichtung des neuen Reiterhofs begonnen wird.

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