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Illertissen

16.11.2019

Reparaturcafé in Illertissen: Zuerst wird an der Mikrowelle geschraubt

Bei der Premiere des Reparaturcafé im Illertisser Mehrgenerationenhaus wurden Staubsauger, Mundspüler oder Kaffeemaschinen repariert.
Foto: Dominik Stenzel

Beim ersten Reparaturcafé im Illertisser Mehrgenerationenhaus ist einiges los. Mit welchen Geräten es die Tüftler zu tun haben.

Erst seit wenigen Minuten ist das Illertisser Reparaturcafé zum ersten Mal geöffnet. Und schon jetzt stehen die Menschen im Erdgeschoss des Mehrgenerationenhauses Schlange. In ihren Händen halten sie allerlei defekte Elektrogeräte: Eine Mikrowelle, einen Staubsauger, einen Fernseh-Receiver, eine Bohrmaschine oder eine Nachttischlampe. „Dass bei der Premiere ein derart großer Andrang herrscht, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet“, sagt der Illertisser Klimaschutzmanager Simon Ziegler. Wobei sich in den vergangenen zwei Wochen schon angedeutet habe, dass das Reparaturcafé gut ankommen würde: Zieglers Telefon habe oft geklingelt – sowohl Interessenten als auch potenzielle Helfer wollten sich über das neue Angebot erkundigen.

Das Erdgeschoß des Mehrgenerationenhauses hat sich in eine kleine Werkstatt verwandelt, das Ambiente ist dennoch angenehm. Während im hinteren Teil des Raums gerade an einer Mikrowelle herumgeschraubt wird, gibt es vorne Kaffee und Kuchen. An einem langen Tisch in der Mitte machen sich die ehrenamtlichen Tüftler an weiteren defekten Geräten zu schaffen, ihnen gegenüber schauen die Besitzer gespannt zu. Sie dürfen allerdings auch gerne selbst mitanpacken, betont Ziegler: „Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Motto.“

Reparaturcafé in Illertissen: Besucher sollen selbst mittüfteln

Auch Ivo Rembold will die Besucher dazu bringen, selbst mit zu tüfteln. „Wir wollen mit dem Reparaturcafé eine Art Kettenreaktion auslösen“, sagt der selbstständige Ingenieur und Metallkünstler aus Illertissen. Die Menschen sollten unter Anleitung dafür sensibilisiert werden, dass vielen Geräten ein zweites Leben ermöglicht werden kann.

Mit Blick auf die dramatischen Folgen der Umweltzerstörung gehe es schließlich darum, Ressourcen zu sparen. „Wir schauen uns alles an und geben unser bestes“, sagt Rembold. Oft seien es nur Kleinigkeiten, die repariert werden müssten, damit ein kaputtes Gerät wieder einwandfrei funktioniert.

Beim ersten Reparaturcafé werden viele Elektrogeräte repariert

Das zeigt sich auch an Gernot Anders Mundspülgerät. Es funktioniere nicht mehr, zum Wegschmeißen sei es dem Osterberger allerdings zu schade. „Das Reparaturcafé kam mir da gerade recht“, sagt er. Der studierte Elektroingenieur Franz Sonntag, der als ehrenamtlicher Helfer ins Reparaturcafé gekommen ist, stellt ein mechanisches Problem fest und schneidet ein Stück vom Schlauch ab. Ein paar Handgriffe später funktioniert das Mundspülgerät wieder einwandfrei. Anders ist zufrieden: „Ich finde es toll, dass es so ein Angebot nun auch in der Nähe gibt.“

Eine Stunde nach der Eröffnung des Reparaturcafés konnte im Mehrgenerationenhaus bereits mehreren Besuchern geholfen werden. Sonntag, Rembold und den anderen Tüftler wird es im weiteren Verlauf des Nachmittags sicher nicht langweilig werden: Denn alle paar Minuten kommen weitere Bürger mit ihren kaputten Geräten zur Tür herein. „Wir werden heute versuchen, so viel wie möglich zu schaffen“, sagt Klimaschutzmanager Ziegler. Es sei aber durchaus möglich, dass man einige Besucher auf das nächste Reparaturcafé vertrösten müsse. Wann dieses stattfinden wird, ist noch offen: „Wenn wir einen geeigneten Termin finden, will ich nicht ausschließen, dass wir uns in diesem Jahr noch einmal treffen werden“, sagt Ziegler.

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