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Lebensgefährliche Situation

29.04.2013

Retter müssen Retter retten

Hier handelt sich es nur um ein Übungsszenario. Doch bei der Übung der Kreiswasserwacht Neu-Ulm am Sonntag am Iller-Wehr geriet ein Ausbilder in eine lebensgefährliche Situation.
Bild: Wasserwacht/Dieter Schmid

Bei einer Übung der Kreiswasserwacht Neu-Ulm am Iller-Wehr bei Filzingen gerät ein Ausbilder in einen Wasserstrudel

Altenstadt-Filzingen Eigentlich wollten die Retter der Kreiswasserwacht Neu-Ulm den Ernstfall am Iller-Wehr bei Filzingen nur proben. Doch aus der Übung wurde Ernst: Ein Ausbilder geriet in einen Sog. Seine Kollegen mussten ihn aus den lebensgefährlichen Fluten retten.

42 Retter der Kreiswasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz trafen sich am Sonntag auf dem Gelände der Unteren Iller-AG (UIAG). Sechs Ausbilder leiteten die Übung und auch ein Mitarbeiter der UIAG war anwesend. „Wir simulierten eine Übung bei Hochwasser“, sagt Fortbildungsleiter Dieter Schmid. Die Aufgabe: Die Teilnehmer sollten zwei Puppen aus dem Bereich unterhalb des Wehres retten. Dazu sicherten sie sich gegenseitig und tasteten sich Meter für Meter vorwärts. Von den vier Schützen – also den Wasserdurchläufen – war nur eines geöffnet.

Ein 37-jähriger Ausbilder, der zur Unterstützung aus dem Kreis Günzburg angereist war, sorgte dafür, dass die Teilnehmer genug Abstand von der starken Strömung unterhalb des geöffneten Schützes halten. „Dabei ist er nur einen Schritt zu nah an die Gefahrenquelle gekommen“, sagt Schmid.

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Der Ausbilder geriet in einen Strudel und wurde immer wieder unter Wasser gedrückt. Schmid erklärt: „Das von dem Wehr herabstürzende Wasser erzeugt einen Wirbel, genannt Wasserwalze.“ Rund um diese Walze entstehe ein Sog, der alles, was sich in der Umgebung befindet, in die Walze hineinzieht. Wer einmal in diesen Kreislauf gerät, kommt aus eigener Kraft meist nicht mehr heraus. Auch der Ausbilder – obwohl er laut Schmid sehr erfahren ist – kam aus dem Kreislauf nicht mehr heraus.

Die anderen Wasserwachtler reagierten sofort. „Einen weiteren Retter in die Gefahrenzone zu schicken, wäre zu riskant gewesen“, sagt Schmid. Also warfen sie dem Verunglückten einen Sack zu, der an einer Rettungsleine befestigt ist. Daran hielt sich der Ausbilder fest und seine Kollegen zogen ihn ans Ufer. Rettungskräfte versorgten ihn schließlich mit Sauerstoff.

Mittlerweile ist der Mann laut Schmid wieder wohlauf. Die Wasserwachtler setzten ihre Übung in sichereren Gefilden fort.

Schmid bittet Freizeitsportler darum, diesen Vorfall als Warnung zu sehen. Denn auf der Iller seien häufig Kanu- oder Schlauchbootfahrer unterwegs. „Die Schilder mit der Aufschrift ,Achtung Wehr! Lebensgefahr!’ gelten wirklich“, betont er.

Im vergangenen Jahr bestritten die Aktiven der Kreiswasserwacht 17 Einsätze. Den größten Anteil nahmen laut einer Pressemitteilung Einsätze an Fließgewässern ein.

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