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Illertissen

06.09.2017

Rind flüchtet vor Schlachter - große Suchaktion

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2 Bilder
Die Jäger des verlorenen Rindes: Drei Waidmänner waren am Mittwoch bei der Suche nach einem ausgebüxten Tier in Illertissen beteiligt.
Bild: Wilhelm Schmid

Szenen wie bei einer Großwildjagd haben sich am Mittwoch in Illertissen abgespielt: Den Anlass dazu lieferte ein Tier, das dem Schlachter entkommen wollte.

Ein entlaufenes Jungrind hat am Mittwoch ein Großaufgebot an Einsatzkräften in Atem gehalten: Dem etwa zweijährigen Angusrind war es kurz vor 9 Uhr morgens gelungen, beim Abladevorgang vor einem Schlachthaus im Illertisser Industriegebiet Nord zu entkommen. Vermutlich hatte der Landwirt, der das Tier aus dem benachbarten Alb-Donau-Kreis anlieferte, wenige Sekunden zu früh den Transportanhänger geöffnet, als der Laufweg ins Schlachthaus noch nicht komplett gesichert war. Das hatte Folgen: Das Tier nutzte seine Chance.

Es rannte den Gang entlang und streifte dabei den am Rande stehenden Seniorchef des Metzgereibetriebs derart heftig, dass dieser zu Boden stürzte und verletzt liegen blieb. Am Ende des Gangs drehte das Rind um: Es drohte deshalb die Gefahr, dass es auf dem Rückweg über den auf dem Boden liegenden Mann hinwegtrampeln und diesen schwerer verletzen könnte. Ein anwesender Fleischbeschauer reagierte geistesgegenwärtig – und konnte Schlimmeres verhindern.

Er öffnete ein Gitter, wodurch das Tier aus dem Laufgang entkommen und durch ein offen stehendes Rolltor ins Freie flüchten konnte. Gleich darauf verschwand es in einem nahen Maisfeld. Wie sich kurz nach dem Unfall herausstelle, wurde der gestürzte Metzgermeister bei dem Zusammenstoß mit dem Tier nur leicht verletzt.

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Rind wurde mit Wärmebildkameras und Drohnen gesucht

Polizei und Feuerwehr wurden alarmiert. Erste Versuche, das Rind im Maisfeld von einer Drehleiter aus mithilfe einer Wärmebildkamera zu orten, schlugen fehl, weil die Pflanzen heuer besonders hoch gewachsen sind und so das Tier überdeckten und vor der Kamera abschirmten.

Nun wurde das Technische Hilfswerk (THW) aus Memmingen hinzu gezogen. Dessen Einsatzkräfte ließen zwei Drohnen aufsteigen, von denen ebenfalls eine mit einer Wärmebildkamera bestückt war. Doch auch diese Suche blieb zunächst ohne Erfolg. Die Feuerwehr hatte inzwischen die Bahnlinie überwacht und die Bahn hatte den vorbei fahrenden Zügen einen sogenannten „Langsamfahrbefehl“ übermittelt, sodass die Lokführer auf Sicht fahren mussten. So sollten mögliche Zusammenstöße mit dem Rind verhindert werden. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Areal.

Die Entdeckung gelang schließlich doch: Im Abdrehen zum Heimflug entdeckte die Hubschrauberbesatzung gegen 13.30 Uhr das Rind im Gestrüpp am Rande eines kleinen Baggersees beim Bahnübergang „Zur Aumühle“. Nun wurden drei Jäger dorthin beordert und kurz danach hallten vier Schüsse aus dem Gelände, mit denen das Angusrind erlegt wurde. Dies war aus Sicherheitsgründen nötig, hieß es: Das flüchtende Tier hätte mit einem Auto oder Zug zusammenstoßen und Menschen verletzten können. Eine Betäubung des etwa 600 Kilo schweren Tiers sei nach Auskunft eines zu rate gezogenen Tierarztes nicht möglich gewesen.

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