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Buch

19.10.2017

Ritzisrieder wollen Youtube-Hit landen

Die Ritzisrieder Musikanten in ihrem ersten offiziellen Musikvideo zu ihrem eigenen Hit „I will“, welches ab sofort auf der Internetplattform Youtube zu sehen ist.
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Die Ritzisrieder Musikanten in ihrem ersten offiziellen Musikvideo zu ihrem eigenen Hit „I will“, welches ab sofort auf der Internetplattform Youtube zu sehen ist.
Bild: David Karg

Die Musikanten aus dem Bucher Ortsteil haben einen Film zu ihrem Lied „I will“ drehen lassen. Was dahinter steckt – und was ein Welthit und Bier damit zu tun haben.

Buntes Licht in Grün, Gelb und Rot, eine voll besetze Halle und dann geht es auch schon los: Stefan Eckel beginnt am Mikrofon zu singen – klar, verständlich und auf Deutsch. „Heute wird gefeiert, wir geben richtig Gas“, lautet die erste Zeile. Noch sind die Instrumente eher leise im Hintergrund zu hören, aber die Stimmung schaukelt sich schnell hoch. Und plötzlich tanzen zig Frauen im Dirndl vor Stefan Eckel und den Ritzisrieder Musikanten, die jetzt richtig loslegen. „I will mehr Bier“, heißt es von der Bühne. Die Kamera schwenkt immer wieder zu den Musikern, die Tänzerinnen werden gezeigt und gut gelaunte Besucher in der Halle – in Tracht gekleidet natürlich. Dann folgt das nächste Schnittbild. Es ist das erste richtige Musikvideo der Ritzisrieder Musikanten zu einem eigenen Lied. Und das „geht jetzt online“, wie man so schön sagt.

Das Lied sei eher per Zufall entstanden, sagt der Dirigent der Truppe, Stefan Eckel im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sucht immer die Songs für das neue Programm der Musiker aus, habe sich eine Liste angeschaut und auf der stand: „I will survive“ – Englisch für „Ich werde überleben“. Doch aus dem Englischen „I will“ (ich werde) wurde – was auch sonst im Schwabenland – das dialektbezogene „I will“ (Ich will). Nach einigen Überlegungen stand für den 34-Jährigen fest: Daraus könnte sich ein prima Song machen lassen. Zwei Versionen standen zur Auswahl: „I will eine Frau“ oder „I will mehr Bier“. Die zweite Variante hat es schließlich ins Internet geschafft. „Der Text dazu hat lange gedauert“, sagt Eckel. Zunächst habe er sich zwei Wochen intensiv mit den Zeilen beschäftigt, ehe der Text dann richtig flüssig wurde, nachdem er ihm einen kleinen Bekanntenkreis vorgestellt hatte. Im Refrain heißt es jetzt beispielsweise: „I will mehr Bier, ganz frisch gezapft. Wasser, Hopfen, Malz in seine schönste Form gebracht und der Gaumen schreit ,Juche’.“

Die Melodie von „I will survive“ stand als Grundlage fest, der Text war geschrieben, aber wo sollte der Dreh stattfinden? Und wie sollte er ablaufen? „Wir hatten ja bereits einmal ein Imagevideo gedreht“, sagt der Dirigent. „Das hat richtig viel Spaß gemacht. Jetzt wollten wir eben weitermachen, mit einem eigenen Song.“ Auf der Internetplattform Youtube hat das Imagevideo, welches im Februar veröffentlicht wurde, 1400 Aufrufe. „Das sind viele Klicks für eine Dorfkapelle“, sagt Eckel, der seit vier Jahren die 22 Ritzisrieder Musiker führt. Vor allem gehe es den Vereinsmitgliedern aber darum, Nachwuchs zu finden und weg von dem „Umtata-Image“ zu kommen. „Es ist genügend Ehrgeiz da, dass wir das auch schaffen können“, ist der 34-jährige Vater überzeugt. Das Motto der Musiker sei deshalb auch: „Wir feiern Blasmusik“. „Ich möchte ja noch eine Blaskapelle dirigieren, aber eben die Musik neu arrangieren“, erklärt der begeisterte Musikfan, der jahrelang Trompete spielte. Er wolle die Instrumente so einsetzen, dass die Vereinsmitglieder zeigen könnten, was sie „drauf haben“. „Ich möchte, dass die Leute stolz sind auf ihren Musikverein.“

Der 34-Jährige hat extra Gesangsunterricht genommen. In der ersten Saison, in der er dirigierte, hätten die Ritzisrieder noch rein instrumental gespielt, erklärt er. Doch dann musste sich etwas ändern, sagt Eckel. Nach drei Jahren Unterricht, habe er nun eine gute Grundlage, um die Lieder auch singen zu können. Allerdings ist er der Einzige der Musiker mit einer solchen Ausbildung. „Aber den größten Hebel den du haben kannst, ist die Leute zu motivieren“, sagt er.

Nachdem Text und Melodie feststanden, musste die Sache mit der Technik geregelt werden. Um Licht und Ton kümmerte sich eine Firma aus Buch. „Es sollte ja nicht nur musikalisch gut sein, wir wollten den Leuten ja auch etwas bieten.“ Dann kam die Frage nach dem richtigen Drehort auf. Eine Musikerin bot ihren Stadel an, die Mitglieder der Oberrother Showtanzgruppe „Upreds“ sagten zu, dass sie im Video tanzen würden und auch ein geeignetes Publikum war schnell gefunden. Viele brachten Freunde und Familie zum Dreh mit in den Stadel. Kleiderordnung: Tracht. „Das hat alles sehr gut funktioniert. Als Motivation gab es Freibier und ein Spanferkel“, verrät Eckel und lacht. Eingefangen hat die Szenen mit der Kamera der 23-jährige Student David Karg, ein freiberuflicher Filmemacher, der unter anderem bereits Mountainbike-Filme gedreht hat. „Er hat auch unser Imagevideo gemacht“, erklärt Eckel. So sei der Kontakt zustande gekommen. Allerdings mussten die Musiker ihre Tonaufnahmen separat einspielen – wegen der Qualität im Film. „Für so ein Musikvideo brauchst du einfach eine saubere Tonspur“, sagt Eckel, der sich dafür mit einem Studio aus Neu-Ulm in Verbindung gesetzt hatte. Im Video selbst mussten die Musiker dann Play-back musizieren. „Das war sehr ungewohnt, wir spielen sonst ja alles live.“ Wer sich selbst ein Bild von dem komplett selbst finanzierten Video der Ritzisrieder Musikanten machen möchte, kann das ab sofort auf der Internetvideoplattform Youtube tun.

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