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16.03.2019

Roggenburger Zentrum braucht Geld

Doch das gibt es erst mal nicht

Pater Roman Löschinger fiel es sichtlich schwer, als Bittsteller vor die Mitglieder des Kreisausschusses zu treten: „Es ist nicht nett, innerhalb kurzer Zeit wieder da zu sein und zu sagen, wir brauchen mehr Geld.“ Es ist noch nicht lange her, da bekam das von ihm geleitete Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur am Kloster Roggenburg ein zinsloses Darlehen über 300000 Euro bewilligt. Das war im Oktober vergangenen Jahres. „Ohne das hätten wir nicht überlebt“, bekannte der Pater. Ob er und das Bildungszentrum allerdings die gewünschte Finanzspritze bekommen, steht noch nicht fest. Darüber muss nächste Woche der Kreistag befinden. Es gibt Kreispolitiker, die eine solche erneute Zuwendung sehr kritisch sehen.

Im Sommer vergangenen Jahres wurde bekannt, dass 2017 ein deutliches Defizit in Höhe von 130000 Euro aufgelaufen war. Als erste Notmaßnahme bewilligte der Kreisausschuss ein zinsloses Darlehen, eben jene 300000 Euro. Doch es war klar, dass dies nicht reichen würde, Pater Roman hielt 400000 für notwendig. Im Kreisausschuss beteuerte er jetzt, dass die Ursache des Problems keinesfalls an einer „Mittelvergeudung des Hauses“ liege. Es gehe darum, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „angemessen zu honorieren“. Sie werden mittlerweile nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst entlohnt. Ein Beratungsunternehmen nimmt nun die Finanzen unter die Lupe und erarbeitet Vorschläge, wie das Bildungszentrum künftig besser aufgestellt werden kann.

Seit 2016 firmiert das Bildungszentrum als gemeinnützige Gesellschaft, als sogenannte gGmbH. Die vier Gesellschafter sind der Bezirk Schwaben, der Landkreis Neu-Ulm, die Gemeinde Roggenburg und die Prämonstratenser. Um die weitere Arbeit der überregional beachteten Einrichtung gewährleisten zu können, soll nach dem Willen des Landratsamtes der Betriebskostenzuschuss zeitlich befristet für die Jahre 2019 und 2020 um jeweils 175000 auf dann 475000 Euro pro Jahr angehoben werden. Der Kreis müsste statt seines Anteils von 90000 Euro jährlich 142000 Euro berappen.

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Die anderen Gesellschafter haben der Erhöhung bereits zugestimmt, doch die Kreisräte zieren sich noch. Der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) sagte: „Das wird langsam ein Fass ohne Boden. Ich sehe nicht, wo es Einsparmöglichkeiten gibt. Ich werde dem nicht zustimmen.“ Peter Ehrenberg (Grüne) vermisste genauso wie Kurt Baiker (FW) nachvollziehbare, detaillierte Zahlen. Franz Clemens Brechtel, einst Bürgermeister in Roggenburg, wies noch einmal darauf hin, wie erfolgreich die Einrichtung arbeite, mit einer hohen Zahl an Besuchern und Übernachtungsgästen. Doch es leide unter einem Geburtsfehler: „Es muss mit den gleichen Zuschüssen auskommen wie 1999.“

Die fehlenden Detailzahlen werden nachgeliefert. Der Kreistag entscheidet über den Zuschuss. (hip)

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