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12.03.2012

Runder Tisch zur Kurzzeitpflege

Auch Patienten zur Kurzzeitpflege werden im Kreis-Altenheim in Babenhausen willkommen geheißen. Über den organisatorischen Ablauf wird derzeit allerdings heftig diskutiert.
Bild: fs

Marktrat will offene Fragen jetzt klären. Längerfristige Vorbuchungen gewünscht. Kritik an Drei-Wochen-Regelung

Babenhausen Nachdem in der jüngsten Bürgerversammlung die kurze Buchungsfrist von drei Wochen bei der Kurzzeitpflege kritisiert wurde, hat sich Bürgermeister Otto Göppel an den Gesamtleiter der Unterallgäuer Kreisaltenheime, Ara Gharakhanian, gewandt. Dessen Antwortschreiben sorgte nun für einigen Gesprächsstoff im Marktgemeinderat. So bot er laut Göppel an, „zum alten Refinanzierungsmittel zurückzukehren, um damit der gewünschten Maßnahme zum Belegungsmanagement nachkommen zu können“.

Hintergrund ist, dass im Kreisalten- und Pflegeheim St. Andreas in Babenhausen seit 2008 zwei Kurzzeitpflegeplätze bereitgehalten werden. Hierzu bezahlt der Markt seit 2011 einen Zuschuss von jährlich 6000 Euro. Zuvor war der Markt an den Kosten für die nicht belegten Kurzzeitpflegetage beteiligt, was zu Zuschüssen im Jahr 2008 (August bis Dezember) von 9930 Euro, 2009 von 8729 Euro und im Jahr 2010 von 13152 Euro geführt hatte.

Rückläufige Belegungszahlen

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In einem Gespräch Anfang 2012, so Bürgermeister Otto Göppel in der Ratssitzung, habe ihn Ara Gharakhanian darüber informiert, dass die „Belegung der Kurzzeitpflegeplätze in Babenhausen rückläufig“ sei. Daraufhin wurde vereinbart, so Göppel weiter, dass eine Bewerbung des Angebotes mit einem Artikel im „Leben in“ erfolgen soll, was in der Zwischenzeit geschehen sei. Allerdings solle erst im dritten Quartal dann über die Entwicklung nochmals gesprochen werden.

Die in der Bürgerversammlung kritisierte derzeitige Regelung sieht Folgendes vor: Wenn jemand einen Platz in der Kurzzeitpflege für einen Angehörigen buchen möchte, kann er dies erst drei Wochen vor dem Termin tun. Damit sind längerfristige Planungen wie Urlaube sehr schwierig. Deshalb bat Göppel den Unterallgäuer Gesamtleiter für die Kreisaltenheime, Gharakhanian, schriftlich, zur alten Buchungspraxis zurückzukehren.

Dieser verteidigte in seiner Antwort die Drei-Wochen-Regelung und begründete sie damit, dass „die langfristigen Buchungen in der Vergangenheit oft dazu geführt haben, dass die Angemeldeten dann kurzfristig abgesagt haben“. Die Gründe seien unterschiedlicher Art gewesen, beispielsweise Krankenhausaufenthalte oder Sterbefälle.

Kritik an Belegzahlen und Rückgang der Auslastung

Außerdem kritisierte er, so Göppel weiter, in dem Antwortschreiben die Belegungszahlen 2011 und 2012 beziehungsweise den Rückgang der Auslastung. Zudem führt er weiter aus, dass der Markt Babenhausen mit der Pauschalvereinbarung deutlich besser gefahren sei, als mit der alten Vereinbarung.

Sauer stieß den Markträten nicht zuletzt der Vorschlag Gharakhanians auf, „zur alten Refinanzierungsregelung zurückzukehren, um damit die gewünschten Maßnahmen im Belegungsmanagement“ nachkommen zu können. Außerdem bietet er in diesem Schreiben an, sich mit Bürgermeister Göppel und den Fraktionsvorsitzenden an einen runden Tisch zu setzen und dieses Thema zu erörtern.

Sowohl Karin Lepschy als auch Thomas Held kritisierten sowohl Ton als auch Inhalt des Schreibens. Um den runden Tisch nicht zu gefährden, wollten sie aber keine weiteren Details ausführen. Für Karin Lepschy biete die Drei-Wochen-Regelung keine Planungssicherheit für die Angehörigen. Kurzfristige Absagen stellen für sie kein spezielles Babenhauser Problem dar, sondern kämen überall vor. Langfristige Planung seien ganz einfach, wenn man einen entsprechenden Kalender führt und dann drei Wochen vor Beginn der Kurzzeitpflege eine nochmalige Abfrage erfolge. Die Auslastung von 84 Prozent stufte Lepschy als gut ein. Vor Einführung der Kurzzeitpflege hätten damals Prognosen von 70 Prozent bereits gereicht. Ihr dränge sich der Verdacht auf, als ob man „diese nicht will und so auszuhebeln“ gedenkt.

Karin Lepschy sieht wie auch Thomas Held großen Diskussionsbedarf. Für ihn entstehe der Eindruck, als solle „der Norden des Landkreises ausgehungert“, werden, obwohl diese Angelegenheit „Sache des Landkreises“ wäre. „Für mich ist das Ganze durchsichtig“, so Held abschließend.

Ilona Keller regt Anzahlung bei Vorbuchung an

Ilona Keller berichtete dagegen von einem Gespräch mit Gharakhanian, das sie zusammen mit Dieter Miller geführt hatte. Danach sei die Drei-Wochen-Regelung mit Bürgermeister Otto Göppel so abgesprochen gewesen, was dieser aber heftig bestritt. Für Keller ist Gharakhanian durchaus gesprächsbereit und offen. Außerdem regte sie eine Vorbuchungsanzahlung an und bat, lediglich „in der Sache zu diskutieren“.

Einigkeit herrschte im Marktrat letztendlich darüber, alle offenen Fragen bei einem runden Tisch zum Thema Kurzzeitpflege im Fuggermarkt zu klären.

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