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24.06.2016

SPD: Rückbau der Iller eine ethische Pflicht

Die Nutzung der Wasserkraft im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz, erneuerbaren Energien und Gewässerschutz stand während eines Vortragsabends mit dem Landtagsabgeordneten Herbert Woerlein im Illerstüble im Vordergrund. Als Kernthema rückte dabei der geplante Bau von Wasserkraftwerken an der Iller in den Mittelpunkt der von der SPD Altenstadt organisierten Veranstaltung.

Vorsitzender Ernst Wüst machte deutlich, dass sein Ortsverband eine weitere Nutzung der Iller zur Stromgewinnung nicht für sinnvoll hält. Renaturierung habe Vorrang. Mit neuen Kleinkraftwerken würde eine neue Trassenführung an der Iller für lange Zeit ausgeschlossen.

Laut Woerlein hat die Wasserkraft viele Vorteile. Sie sei umweltfreundlich, klimaneutral und liefere stetige Energie. Trotzdem geht er davon aus, dass Wasserkraft im Gegensatz zu Windenergie und Photovoltaik künftig keinen großen Beitrag zur Stromerzeugung mehr leisten wird. Das technisch-ökologische Potenzial sei weitestgehend ausgeschöpft. Sinn mache noch die Leistungserhöhung an vorhandenen Wasserkraft-Standorten. An der Iller wurden vom Bayerischen Landesamt für Umwelt zwischen Memmingen und der Einmündung in die Donau sieben Querbauwerke auf Stromerzeugungspotenziale hin untersucht. Nur eines, das Ayer Wehr bei Senden, wurde laut Woerlein in der Kategorie 100 Kilowatt-Kraftwerksleistung als geeignet für die Wasserkraftnutzung befunden. Damit werde allen Kleinkraftwerken mit weniger Leistung eine Absage erteilt – wohl auch den geplanten Schachtkraftwerken der Firma Fontin, meinte Woerlein und fügte hinzu: Für die Iller müsste wenigstens abschnittsweise ein Rückbau zur Wildflusslandschaft geschaffen werden. Das wäre die ethische Pflicht des Menschen, nachdem er so viel Unheil angerichtet hat. (sar)

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