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Naturschutz

02.12.2017

„Schatzkästchen“ soll erhalten werden

Der Landschaftspflegeverband Unterallgäu hat über seine Maßnahmen informiert, etwa im Winterrieder Ried – und hat dabei den Dialog mit Landwirten gesucht

Das Winterrieder Ried gilt bei Naturfreunden als wertvoller Lebensraum – nicht zuletzt, weil sich an den Gräben seltene Libellen wie die Helm-Azurjungfer oder die Vogel-Azurjungfer wohlfühlen und weil sich im Wasser Bachmuscheln angesiedelt haben. Den Erhalt und die Pflege des Rieds hat sich der Landschaftspflegeverband Unterallgäu (LPV) darum als Ziel gesetzt. Außerdem will dieser der Öffentlichkeit die Bedeutung des „kleinen Schatzkästchens“ näherbringen, wie zwei Mitarbeiter bei einer Informationsveranstaltung in Winterrieden erklärten.

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Vor rund 20 Landwirten stellten die Naturschützer die Maßnahmen vor, welche der Verband derzeit in Winterrieden, Babenhausen und Umgebung durchführt. So entwickle sich zum Beispiel das Projekt Bachmuschel- und Libellenbäche langsam weiter, welches bereits im vierten von insgesamt fünf Jahren verwirklicht wurde, sagte LPV-Mitarbeiter Michael Schneider.

Um den Lebensraum für die vorhandenen seltenen Insekten und Muscheln zu erhalten, seien Kleingewässer und Gräben sowie die Pflege der Wiesen durch Mahd und Beweidung wichtig. Zum Beispiel solle die Ufermahd nur in bestimmten Abschnitten erfolgen. Der LPV begleite und unterstütze die fachgerechte Räumung von Gräben, in denen Bachmuscheln angesiedelt sind. Für solche Maßnahmen könne man bei der Regierung von Schwaben auch Fördermittel beantragen. „In FFH-Gebieten darf man alles machen, was nicht zur Verschlechterung der Lebensbedingungen für Flora und Fauna führt“, erklärte Schneider. Deshalb sei dem LPV der Dialog mit den Landwirten sowie die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. FFH-Gebiete sind europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) dienen.

„Schatzkästchen“ soll erhalten werden

Als Ziele des in diesem Jahr gestarteten Projekts „100 Auen – 100 Arten“ zählte LPV-Mitarbeiter Uwe Kießling den Erhalt, Schutz und Ausbau der Artenvielfalt auf. Angestrebt sei es, den Boden zu bewahren sowie die Bodenerosion und Gewässerqualität zu verbessern. Kießling nannte landschaftstechnische, gewässerbezogene sowie produktionstechnische Maßnahmen, die notwendig sind, zum Beispiel den Einsatz von Zwischenfrüchten auf den Feldern.

Durch eine Artenanreicherung – dabei wird in strukturreichen Wiesen Samenmaterial geerntet und auf strukturarme Flächen übertragen– könnten bunte Ufer- und Wiesenstreifen entstehen, hieß es. Der LPV suche deshalb Landwirte, die ein entsprechendes Saatgut oder passende Flächen zur Verfügung stellen.

Bei der abschließenden Diskussion brachten die anwesenden Landwirte unter anderem von Bibern verursachte Schäden zur Sprache. Zudem sprachen sich manche für die Bekämpfung des giftigen Jakobskreuzkrauts auf den Feldern aus, welches zum Problem werden könne, wenn es später ins Tierfutter gelangt.

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