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Illertissen

09.01.2019

Schreck zur Mittagszeit: Schulbus geht in Flammen auf

Busbrand bei Illertissen
Video: Wilhelm Schmid

Während der Fahrt von Betlinshausen nach Bellenberg dringt plötzlich Qualm aus dem Motor. Der Mann am Steuer reagiert besonnen – und verhindert wohl Schlimmeres.

Die dunklen Rauchschwaden waren weit zu sehen: Am Mittwochmittag ist in einem Schulbus auf der Fahrt von Betlinshausen nach Bellenberg ein Feuer ausgebrochen, Flammen schlugen aus dem Motorraum des mit sechs jungen Passagieren besetzten Fahrzeugs. Verletzte gab es nicht – wohl auch dank der schnellen Reaktion des Fahrers: Als er im Rückspiegel Rauch bemerkte, stoppte er sofort und wies die Insassen im Alter von 15 bis 20 Jahren an, den Bus zu verlassen. Das schafften alle, bevor der Brand voll ausbrach. „Da standen wir schon in sicherer Entfernung“, sagt Auszubildender Max Scheu, der auf der Rückfahrt von einem Arzttermin in Memmingen war und in dem Bus nach Au fahren wollte. Von einem Schock oder einer Panik sei nichts zu spüren gewesen. Eine große Aufregung gab es trotzdem.

Der Bus wurde bei dem Brand schwer beschädigt.


Zuerst hat der 20-Jährige zuerst gar nichts mitbekommen, er sei mit seinem Handy beschäftigt gewesen, schildert er seine Erlebnisse im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein „komisches Geräusch“ habe es gegeben, so als ob man im falschen Gang vor einer roten Ampel abbremse, sagt Scheu. Dann sei ein Ruckeln durch den Bus gegangen. „Ich habe mir erst mal nichts dabei gedacht.“ Das änderte sich, als der Fahrer stoppte, die Türen öffnete, an das hintere Ende des Fahrzeugs ging und die Passagiere dann aufforderte, den Bus zu verlassen. „Es war eine klare Ansage, aber ganz besonnen“, sagt Scheu. Er und die vier anderen Mitfahrer, alles jüngere Schüler, taten wie ihnen geheißen. Und sahen, um was es ging. Zuerst sei weißer Rauch aus dem Heck gekommen, dann dichter schwarzer und schließlich Flammen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich alle schon draußen und in sicherem Abstand befunden, innerhalb weniger Minuten seien auch Feuerwehrleute eingetroffen, sagt Scheu. Noch früher war ein Rettungswagen zur Stelle, möglicherweise, weil er den Ort der Havarie durch Zufall passierte, vermutet der 20-Jährige. „Sie haben gleich gefragt, wie es uns geht.“ Alle seien dann untersucht worden, ein Mitfahrer, der ganz hinten und damit am nächsten am Rauch saß etwas länger, als die anderen. Offenbar ohne Befund, verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.

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10 Bilder
Schulbus gerät bei Illertissen in Brand
Bild: Wilhelm Schmid

Kurz nach 12.30 Uhr war der Bus einer einheimischen Firma auf seiner üblichen Linie unterwegs. Nach der Haltestelle in Betlinshausen ging die Fahrt weiter über die Nordstraße. Dort, gegenüber der Abzweigung zur Aumühle, wollte der Fahrer in Richtung Bellenberg auf die Staatsstraße 2031 einbiegen, musste aber an der roten Ampel warten. Plötzlich entdeckte er im Rückspiegel, dass aus dem Motorraum des Busses Rauch austrat. Er öffnete die Türen, schickte die Fahrgäste nach draußen und setzte einen Notruf ab.

Bus brennt im Heckbereich völlig aus

Die Integrierte Leitstelle Donau-Iller aus Krumbach ließ sofort Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausrücken. Die Fahrgäste waren unverletzt geblieben und wurden im Rettungswagen betreut, bis ein Ersatzfahrzeug der Busfirma eintraf. Währenddessen hatten die Feuerwehren Bellenberg, Betlinshausen und Illertissen die Löscharbeiten sowie die Verkehrsabsicherung übernommen. Mithilfe von Schaum war der Brand rasch gelöscht, wobei nicht mehr verhindert werden konnte, dass das Fahrzeug im Heckbereich ausbrannte.

Feuer wurde wohl durch technischen Defekt ausgelöst

Laut Polizei ist von einem technischen Defekt als Brandursache auszugehen. Der Bus hatte bereits auf der Fahrt durch Betlinshausen Öl verloren, sodass die Feuerwehr und der städtische Bauhof die ausgelaufenen Betriebsstoffe aufnehmen mussten. Die Straßenreinigung sowie das Abschleppen des Fahrzeuges dauerten bis in den frühen Nachmittag an. Wie hoch der Schaden ist, konnte der Busunternehmer am Nachmittag noch nicht angeben; er wolle die Einschätzung eines Gutachters abwarten. Zusätzlich wurde ein Vertreter des Fachbereichs Wasserschutz vom Landratsamt Neu-Ulm an die Einsatzstelle gerufen, um zu beurteilen, ob durch ausgelaufenes Öl und Löschschaum Umweltschäden entstanden sind. Sicherheitshalber wurde der Busunternehmer beauftragt, durch ein Ingenieurbüro die Umgebung der Unfallstelle untersuchen zu lassen und die Befunde vorzulegen. Akute Maßnahmen waren gestern nach Angaben des Landratsamts nicht erforderlich. Gegen 15.30 Uhr waren sowohl das Abschleppen des Busses als auch die Straßenreinigung durch die Feuerwehr beendet.

Auch wenn am Ende alles glimpflich verlaufen ist: Diese Fahrt werden die Passagiere sobald nicht vergessen, Scheu hat jedenfalls mit seinem Handy ein Video gemacht. In jenem Bus sei er schon öfter gefahren, sagt er. Am Mittwoch war es wohl das letzte Mal.

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