Newsticker

Zahl der Antikörper sinkt schnell: Studie dämpft Hoffnungen auf Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Schützen auf Einladungstour: Trotz Mühen viele Glücksmomente

Winterrieden

24.09.2019

Schützen auf Einladungstour: Trotz Mühen viele Glücksmomente

Erschöpft, aber glücklich trafen (von links) Reinhard Rogg, Franz Mensch, Fabian Swoboda und Vorsitzender Peter Grauer wieder in Winterrieden ein.
2 Bilder
Erschöpft, aber glücklich trafen (von links) Reinhard Rogg, Franz Mensch, Fabian Swoboda und Vorsitzender Peter Grauer wieder in Winterrieden ein.
Bild: Claudia Bader

Drei Tage lang waren Mitglieder des Winterrieder Schützenvereins zu Fuß unterwegs, um zum Gauschießen 2020 einzuladen. Was sie während der Wandertour durch die Region erlebt haben.

Im Garten vor dem Winterrieder Pfarrhof herrscht eine fröhliche Stimmung. Zu Blasmusikklängen sitzen am Sonntagabend Besucher jeden Alters dort zusammen. Zwischendurch schweifen Blicke Richtung Süden. „Jetzt müssen sie dann kommen!“, hört man immer wieder. Endlich nähert sich vom Merzenberg her eine Gruppe. Kleidung und Rucksäcke verraten, dass die Frauen und Männer einen längeren Fußmarsch hinter sich haben. Sie kommen von der Einladungstour des örtlichen Schützenvereins zum Gauschießen 2020.

Mal mehr, mal weniger erschöpft, aber lachend, lassen sie sich umarmen und mit Getränken versorgen. Beglückwünscht werden insbesondere Vorsitzender Peter Grauer, Stellvertreter Reinhard Rogg, Jugendwart Fabian Swoboda und Franz Mensch, Vorsitzender des Patenvereins Waldfrieden Reichau. Um die 21 Vereine im Schützengau Babenhausen persönlich zum Gauschießen einzuladen, haben die vier Männer innerhalb von drei Tagen eine 73 Kilometer lange Strecke zu Fuß zurückgelegt. Begleiter gesellten sich etappenweise dazu.

Initiator dieser persönlichen Einladungstour war Vorsitzender Peter Grauer. Noch gut kann er sich daran erinnern, wie er seinen Schützenkameraden Mitte 2018 von der Idee erzählte, die Organisation des Gauschießens mit einer Aktion zugunsten eines karitativen Zwecks zu verbinden. Sein Vorschlag, die teilnehmenden Schützenvereine im Rahmen eines Fußmarsches zu besuchen, sei von Kameraden und Freunden ganz unterschiedlich aufgenommen worden. Kommentare wie „eine coole Idee“ oder „Du bist verrückt!“ habe er zu hören bekommen, berichtet Grauer. Schließlich hat sich aus seiner Idee eine vielfach unterstützte Aktion entwickelt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Spenden kommen gutem Zweck zugute

Am Freitagnachmittag um Punkt 15 Uhr lief eine zwölfköpfige Gruppe in Winterrieden los – zunächst in Richtung Weiler, über Kellmünz und Filzingen nach Osterberg. Nach einer Übernachtung im Schützenheim führte der Weg am Samstag über Oberroth und Kettershausen nach Mohrenhausen, Tafertshofen und Zaiertshofen. Von dort aus ging es über Hörlis und Kirchhaslach nach Greimeltshofen, wo eine weitere Übernachtung anstand. „Überall wurden wir auf eine einfallsreiche Art empfangen und bewirtet“, berichtet Grauer. In Filzingen zum Beispiel fand ein Fest am Lindenbaum statt. Am Mohrenhauser Ortseingang wurden die Wanderer per Traktoranhänger zum Mittagstisch gebracht. Im Tafertshofer Schützenheim mussten sie ihre Zielsicherheit unter Beweis stellen.

Die meisten Begleiter hatten Grauer und sein Team am Sonntag. Während der Etappen über Dietershofen, Oberschönegg, Weinried, Engishausen, Babenhausen und Klosterbeuren seien immer wieder Schützen und Freunde dazugestoßen. Von Reichau aus marschierten einige Mitglieder des Patenvereins mit zurück nach Winterrieden.

Begleitet von vielen Mitgliedern des Patenvereins Waldfrieden Reichau, kamen die Winterrieder Schützen am Sonntagabend von der Einladungstour  zurück.
Bild: Claudia Bader

Die Gastfreundschaft und Kameradschaft der Schützenvereine im Gau ließen die Strapazen der langen Wanderung vergessen, resümieren Reinhard Rogg, Fabian Swoboda und Franz Mensch. „Die Schützen im Gau haben einmal mehr gezeigt, dass sie zusammenstehen“, sagt Grauer, der sich von einer Erkältung nicht von der Wanderung abhalten ließ. „Trotz Erschöpfung und schmerzender Füße überwiegt die Freude über diese emotional bewegende Tour, die uns viele glückliche Momente gebracht hat“, sagt er.

Überwältigt zeigt er sich von der Spendenbereitschaft von Vereinen und Privatleuten. Der gesamte Erlös soll den Uganda-Freunden um Peter Förg, dem Verein Phönix Allgäu und dem dreijährigen Sohn einer Schützenkameradin zufließen, der an einem seltenen Gendefekt leidet.

Lesen Sie außerdem: Babenhauser Traditionsgeschäft Wiethaler droht das Aus

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren