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Illertissen

19.01.2020

Schwabenbühne: Die Schranne wird zum Tatort

Das actionreiche Spiel der Schwabenbühne begeisterte das Illertisser Premierenpublikum. Beispielsweise dann, wenn sich die Gangster Luigi, Jack und Nick gegenseitig die Schuld am missglückten Bankraub zuschieben.
Foto: Regina Langhans

Turbulente Premiere bei der Schwabenbühne in Illertissen: Die Kriminalkomödie „Guns’n’Nuns“ liefert eine Menge Spaß und Spannung.

Die Schwabenbühne hatte bei der Illertisser Premiere ihrer Kriminalkomödie „Guns‘n’Nuns“ (Kai Hinkelmann) die Lacher gleich auf ihrer Seite. Die Vorstellung in der Historischen Schranne in Illertissen Freitagabend war restlos ausverkauft, nach weiteren Aufführungen am Wochenende geht das Wintertheater nun in der Region auf Tournee.

Gauner und Nonnen auf der Bühne: Das ist "Guns'n'Nuns"

Ausgefeilte Komik von Beginn an und Spannung bis zum Schluss über den Ausgang der Handlung sorgten für beste Laune im Publikum. Der Titel „Guns ‘n’ Nuns“ – sinngemäß humorvoll etwa mit dem Gegensatzpaar „Gauner und Nonnen“ zu übersetzen – hat die Regisseurin Birgit Schuck zu vielen komischen Einfällen inspiriert. Sie motivierte die zehn Mimen der geradezu professionell arbeitenden Schwabenbühne zu perfektem Spiel, verbunden mit der Kunst, fein zu überspitzen und zu überdrehen.

Als sich der Bühnenvorhang öffnet, sitzt Schwester Dulcia (Daniela Dir) verträumt wippend in ihren Einhorn-Hausschuhen im Schaukelstuhl. Wie ein Warnsignal fährt da die typische Melodie der Fernsehserie Tatort in die scheinbare Idylle. Doch zunächst nimmt der Klosteralltag seinen Lauf. Schwester Oberin Genista (Martina Dippel) in schwarzen Lackstiefeln bespricht mit Schwester Culina (Eva Schneider) in roten Lack-Pumps den Speiseplan: Rüben mit Brot. Da kommt auch schon Schwester Pecunia (Stefanie Steinle) vom Verkauf ihres Klosterweins zurück. Mit knallgrünen Clogs an den Füßen beklagt sie sich, ständig ausgeschlossen zu werden: „Alle wissen immer irgendwas und ich weiß niemals etwas.“

Eine Nonne ermittelt für das BKA - und auch der Gärtner ist nicht echt

Etwas aus der Reihe fällt Schwester Peregrina (Christine Brüderl) in violetten Turnschuhen. Sie heißt eigentlich Patricia, ist erst kurze Zeit im Kloster und verdeckte Ermittlerin des Bundeskriminalamtes. Das beschauliche Klosterleben gerät immer mehr in Aufruhr: Da bandelt der falsche Gärtner Luigi (Johannes Hirt) mit der Ferrero-Küsschen naschenden Schwester Dulcia an. Und als Dachdecker getarnt taucht Gangsterboss Jack (Josef Hutzler) mit Komplize Nick (Ruben Saramago Cacao) auf. Zu dritt wollten sie die Illertisser Bank ausrauben – sind aber versehentlich an ihr vorbeigefahren.

Als im Kloster Oberinspektor (Mario Weiß) und Inspektorin (Lea Buchhauser) auftauchen und Fragen stellen, verstricken sich die Gauner in Widersprüche. Die Konstellation scheint verzwickt: Auch Oberin Genista und Mitschwester Culina werden nervös. Zumal ein Schatzkästchen des Klosters ins Gespräch kommt, das wiederum die Gangster hellhörig werden lässt. Ein heimliches Augenzwinkern des Polizisten Staller in Richtung Oberin tut ein Übriges, die Spannung im Publikum zu erhöhen: „Was hatte es mit dem Geldschatz wohl auf sich, für den sich auch das heimliche Liebespaar Dulcia und Luigi interessierte?“

Turbulente Krimi-Komödie geht auf Tournee

Das Geschehen wird immer turbulenter, und die Anlässe zu komödiantischem Spiel scheinen unerschöpflich. Oberin Genista kommt in Erklärungsnöte angesichts der Ermittlungen der „V-Schwester“ und einer anderen Schwester, die sich beim Beten verplappert. Gangsterboss Jack hat derweil alle Mühe, seine naiven Komplizen in Schach zu halten. „Ich denke, dass du den allergrößten Quatsch schon erzählt hast, doch du toppst dich immer wieder“, schimpft er Luigi. Als weitere Gegenspieler entpuppten sich BKA-Ermittlerin und örtliche Polizei. Alle Beteiligten treiben zwei Fragen um: Wer sind die Bankräuber und wer war der Maulwurf?

Das Krimistück wäre keine Komödie, würden sich die grotesken Situationen am Ende nicht in Wohlgefallen auflösen. Bis dahin darf das Publikum auf viel Situationskomik, gekonnte Verwechslungsszenen und amüsante Wortspiele gespannt sein. Das Premierenpublikum hat sich jedenfalls köstlich amüsiert.

Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag, 24. und 25. Januar, im Saal des Illereicher Schlossgartens, am 31. Januar sowie 1., 2., 7., 8. und 9. Februar im historischen Stadttheater Weißenhorn sowie am 14. und 15. Februar im Sendener Bürgerhaus. Mehr Informationen und Tickets gibt es hier.

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